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Die "Großen Drei" in Potsam

Truman, Stalin und Churchill/ Attlee Die "Großen Drei" in Potsam

Im Sommer 1945 wurde in Potsdam Weltgeschichte geschrieben. Die Siegermächte des Zweiten Weltkrieges, vertreten durch den britischen Premier Sir Winston Churchill (später Clement Attlee), US-Präsident Harry S. Truman und den sowjetischen Diktator Josef W. Stalin, verhandeln über die Zukunft Deutschlands und Europa..

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Der britische Premiereminister Winston Churchill, der amerikanischen Präsidenten Harry S. Truman und der sowjetischen Regierungschef Josef Stalin (v.l.).

Quelle: dpa

Der Neuling, der Stalin Paroli bot
 Er war der Neuling. Eigentlich sollte Harry S. Truman (1884–1972) nach den Präsidentschaftswahlen 1944 für die Demokraten nur Vizepräsident der USA werden. Doch nach drei Monaten verstarb Präsident Franklin D. Roosevelt und Truman folgte ihm im April als 33. Präsident der USA. Drei Monate später saß er in Potsdam Churchill und Stalin gegenüber, um über die Zukunft des besiegten Deutschlands zu verhandeln. Anders als Roosevelt, der auf eine weiterführende Kriegsallianz mit der Sowjetunion gesetzt hatte, ging Truman trotz des noch nicht beendeten Krieges in Asien deutlich auf Distanz zur Sowjetunion. Zwei Jahre später wird er die Truman-Doktrin zur „Eindämmung des Kommunismus“ verkünden und 1948 mit dem Marshall-Plan den Kalten Krieg auch ökonomisch führen. Truman war bis 1953 Präsident. Der Koreakrieg (1950–1953) fällt in seine Amtszeit.

Der Diktator, der hart verhandelte
 Er kam als Sieger im Großen Vaterländischen Krieg nach Potsdam. Als Vertreter derjenigen Nation, die die größten Kriegsopfer zu erbringen hatte, wollte Josef W. Stalin (1878–1953) dafür entlohnt werden. Das Ziel des Diktators war, neben Sicherheitsgarantien den Einflussbereich der Sowjetunion nach Westen auszudehnen. Schon auf der Konferenz von Jalta 1943 hatte er einen Sicherheitskorridor mit Satellitenstaaten vom Balkan über die Tschechoslowakei bis zum Baltikum gefordert und auf die im Hitler-Stalin-Pakt vereinbarte Grenze der Sowjetunion zu Polen bestanden. Als es in Potsdam darum ging, die Grenzen Deutschlands zu definieren, sagte er trocken: „Deutschland ist das, was es nach dem Krieg geworden ist.“ Eine klare Ansage. Auch Stalin wollte ein geografisch und politisch anderes Deutschland, aber auch ein anderes als Truman und Churchill.

Der Mann, der im Juli abgewählt wurde
 Mitten in den Verhandlungen musste er gehen. Das britische Volk hatte Sir Winston Churchill (1874– 1965) bei den Unterhauswahlen am 5. Juli als Premierminister abgewählt. Am 28. Juli nahm der Labour-Politiker Clement Attlee (1883 –1967) seinen Platz in Potsdam ein. Churchill hatte die Briten durch den Krieg geführt und schon auf der Konferenz von Teheran 1941 die von Stalin vorgeschlagene Verschiebung Polens zu Lasten des Deutschen Reiches im Prinzip unterstützt. Der Mann, der für seine dicke Zigarre berühmt ist, gilt als bedeutendster britischer Staatsmann des 20. Jahrhunderts. Churchill war von 1940 bis 1945 und von 1951 bis 1955 Premierminister. Darüber hinaus trat er als Autor hervor. Für sein großes historisches Werk „Der Zweite Weltkrieg“ erhielt er 1953 den Nobelpreis für Literatur.

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