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Tag 11: Einer macht den Abflug

Hinter den Kulissen der Potsdamer Konferenz Tag 11: Einer macht den Abflug

Im Sommer 1945 ist Potsdam Schauplatz einer historischen Konferenz. Die Siegermächte verhandeln über die Zukunft Deutschlands nach dem Zweiten Weltkrieg. Doch was geschah abseits der Konferenz? Wir haben hinter die Kulissen geschaut und erstaunliches herausgefunden. Heute: Churchills letzter Tag in Potsdam.

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Tag 12: Ein brüskierter Stalin

Potsdam. Der britische Premierminister Winston Churchill hat vergangene Nacht schlecht geschlafen. Deprimiert steht er auf. Der 71-Jährige zieht sich seine hellfarbene – und etwas zerknitterte – Militäruniform. Sein einnehmendes Wesen scheint verflogen. Churchill wirkt schlaff und sieht an diesem angenehm warmen Morgen nicht gesund aus.

US-Präsident Harry Truman ist dagegen voller Elan und sieht schneidig aus – nicht nur seine messerscharfe Hosenfalte, wie Beobachtern auffällt. Noch vor der heute schon um 11 Uhr anberaumten Konferenz, hat er zwei Besprechungen. Um kurz nach 10:30 Uhr verlässt er schließlich seine Villa und lässt sich zum Schloss Cecilienhof bringen.

Vor der eigentlichen Konferenz kommen die Reporter jedoch zu ihrem Recht. Die „Großen Drei“ posieren vor dem Schloss für die Kameras.

Stalin wirkt fröhlich und lächelt in die Kameras. Zu dritt stellen sie sich auf. Truman in der Mitte, links Churchill, rechts Stalin. Der Premierminister wirkt seltsam abwesend und so ist es sicherlich kein Zufall, dass sich der US-Präsident während der Aufnahmen auffällig oft dem Generalissimus zuwendet.

Nach einer Viertelstunde ist der Auftritt vor der Weltpresse beendet. Die drei ziehen sich in den Konferenzsaal zurück. Doch schon eine Stunde später ist diese Besprechung vorbei. Man einigt sich noch auf den nächsten Termin, den 27. Juli, aber man ahnt, dass dies das letzte Zusammenkommen mit Winston Churchill war.

Truman verabschiedet sich von Churchill und fährt unverzüglich zurück nach Babelsberg.

Auch der Premierminister macht sich nach der Verabschiedung von Stalin auf den Weg in seine Villa. Dort angekommen, findet er keine Ruhe. Aufgewühlt geht er in seinem Zimmer auf und ab. Schließlich gibt er das Zeichen zum Aufbruch. Wenig später befindet er sich bereits in einem Flugzeug in Richtung England.

Und noch einer verlässt den Tagungsort: Henry Stimsons, der amerikanische Kriegsminister, reist ebenfalls aus Potsdam ab.

Etwas später am Abend, gegen 20 Uhr, empfängt Truman zwei Botschafter und einen hochrangigen Militär. Im Hintergrund hat sich eine achtköpfige Band der 278sten Armee zusammen mit ihrem Dirigenten in Stellung gebracht. Gemeinsam mit einem Sänger wird das Diner der Politiker musikalisch untermalt.

Von MAZonline

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Das Protokoll zum Luftangriff: www.maz-online.de/Nacht-von-Potsdam