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Tag 1: Einzug, ein Whiskey und ein Schuss

Hinter den Kulissen der Potsdamer Konferenz Tag 1: Einzug, ein Whiskey und ein Schuss

Im Sommer 1945 ist Potsdam Schauplatz einer historischen Konferenz. Die Siegermächte verhandeln über die Zukunft Deutschlands nach dem Zweiten Weltkrieg. Doch was geschah abseits der Konferenz? Wir haben hinter die Kulissen geschaut und erstaunliches herausgefunden. Heute, 15. Juli 1945: Zwei der "Großen Drei" kommen an .

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Die "Großen Drei" in Potsam

Potsdam. US-Präsident Harry Truman kommt an diesem Sonntag als erstes nach Deutschland. Nach mehrtägiger Schiffsreise auf dem Kreuzer S.S. Augusta über den Atlantik kommt er am Vormittag in Antwerpen an, reist weiter nach Brüssel und fliegt von dort um 13 Uhr mit der Präsidentenmaschine „The Sacred Cow“ ("Die heilige Kuh") nach Berlin-Gatow, einem Flughafen außerhalb der ehemaligen Reichshauptstadt. Von dort geht es um 16 Uhr umgehend in sein Domizil nach Babelsberg.

Um 17 Uhr betritt Trumann "The Little White House". Der vorherige Besitzer der Villa in der Kaiserstraße 2 (heute Karl-Marx-Straße), der Verleger Müller-Grote, war kurze Zeit davor von den sowjetischen Besatzern verjagt worden.

Der britische Premierminister Winston Churchill folgt alsbald. Am Nachmittag setzt auch seine Maschine in Gatow auf. Die Sonne brennt vom Himmel. Die Temperaturen klettern bis über 31°C. Die Mitglieder des Empfangskomitees auf dem Flugfeld sehen "verschwitzt und in ihre Uniform gezwängt aus". Schnell macht man sich auf den Weg in die für die britische Delegation vorgesehenen Häuser.

Nach der Ankunft fällt Churchill erschöpft in einen Sessel und wünscht sich, dass ihm ein Whisky gebracht wird. Mit seinem Drink in der Hand erholt sich der Premierminister schweigend von den Reisestrapazen. Lange sitzt er auf der großen Seeterrasse seiner Villa in der Ringstraße 23 (heute: Virchowstraße), schaut auf den See und blickt hinüber zu einem Wald, in dem ein russischer Wachposten stationiert ist. Der Soldat verschwindet jedoch bald aus dem Sichtfeld Churchills – später am Abend fällt in dem Wald gegenüber ein Schuss.

Doch einer fehlt: Von Josef Stalin gibt es an diesem 15. Juli 1945 in Berlin oder Potsdam weit und breit noch keine Spur. Der Generalissimus hatte kurz zuvor einen Herz- bzw Schwächeanfall erlitten, die Ärzte verordnen Schonfrist. Zudem leidet der sowjetische Staatschef unter Flugangst. Er besteigt einen Zug, den man extra aus einem Museum geholt und für die Fahrt nach Potsdam entsprechend vorbereitet hat – nachdem der Schienenweg mühsam von Moskau nach Potsdam eingerichtet ist.

Von MAZonline

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Das Protokoll zum Luftangriff: www.maz-online.de/Nacht-von-Potsdam