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Tag 18: Danke, Danke, Danke... und tschüß!

Hinter den Kulissen der Potsdamer Konferenz Tag 18: Danke, Danke, Danke... und tschüß!

Im Sommer 1945 ist Potsdam Schauplatz einer historischen Konferenz. Die Siegermächte verhandeln über die Zukunft Deutschlands nach dem Zweiten Weltkrieg. Doch was geschah abseits der Konferenz? Wir haben hinter die Kulissen geschaut und erstaunliches herausgefunden. Heute: Eine Runde Dank für alle .

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Potsdam. Das Thermometer zeigt zwar mit über 22°C fast vier Grad mehr an als gestern, doch kommt die Sonne kaum zum Vorschein. Zudem regnet es. Gut, dass die amerikanische Delegation an Extra-Mäntel und Regencapes gedacht hat.

US-Präsident Harry Truman kann sich zudem über ein Geschenk der Hausverwaltung seines Domizils in Babelsberg. In den Händen hält er eine mehrbändige Ausgabe von "Battles and leaders of the civil war". Nun kann er nachlesen, wie und welche Anführer die Schlachten im Amerikanischen Bürgerkrieg geführt haben.

Doch noch ist dafür keine Zeit. Truman macht sich an die Bearbeitung der Post und studiert die Unterlagen, die beim späteren Treffen mit dem britischen Premiereminister Clement Attlee und dem Generalissimus Josef Stalin eine Rolle spielen werden.

Um 14 Uhr fliegt ein Kurier wichtige Briefe nach Washington. Der Präsident macht sich für den arbeitsintensiven Nachmittag zurecht.

Gegen 14:45 Uhr verlässt er die Villa in der Kaiserstraße und macht sich auf den Weg in den Neuen Garten in Potsdam. Dort kommt er um kurz vor 15 Uhr an. Gemeinsam mit seinen beiden Amtskollegen posiert er vor dem Schloss für die Presse.

Aus den Reihen der Fotografen wird gefordert, dass man einen Sessel entfernen solle. Erst macht keiner Anstalten, der Forderung nachzukommen, doch plötzlich tritt Stalin nach vorne, schleudert das Sitzmöbel zur Seite und stellt sich wieder zu Truman. Dabei strengt der sowjetische Führer seinen linken, in der Kindheit schwer verletzten Arm jedoch so sehr an, dass dieser ausgiebig zuckt. Überhaupt gibt Stalin heute ein äußert auffälliges Erscheinungsbild ab. Gekleidet ist er nämlich mit einer cremefarbenen Jacke, einem Kragen mit Litzen und einer blauen Hose mit roten Streifen. "Wie ein österreichischer Kaiser in schlechten Operetten", denkt sich das britische Delegationsmitglied William Hayter still.

Truman lässt sich von alledem nichts anmerken. Still und souverän lässt er die Prozedur über sich ergehen. Er wirkt selbstbewusst und – nicht zuletzt durch die Gewissheit, mit der Atombombe eine einzigartige Waffe zu besitzen – nahezu unangreifbar.

Clement Attlee wirkt dagegen fast unsichtbar. Bescheiden steht er an der Seite seiner beiden Kollegen. Großen Eindruck macht er hier nicht.

Gegen 15:30 Uhr beginnt die Konferenz der "Großen Drei". Viele Übereinkünfte sind schon getroffen, daher ertönt hin und wieder heiteres Gelächter von allen Teilnehmern. In dieser entspannten Atmosphäre kommt man gut voran und doch wird die Sitzung um kurz vor 18 Uhr unterbrochen. Um 21 Uhr geht’s weiter, heißt es und die verschiedenen Delegationen ziehen sich zurück, um zu beraten und weitere Details für das Kommunique auszuarbeiten. Und natürlich wird gegessen: Pünktlich um 19 Uhr gibt es Abendbrot in der "Truman Villa".

Da die Zeit bis 21 Uhr zu knapp ist, schiebt man den Beginn des zweiten Teils der heutigen Konferenz nun um eine Stunde nach hinten. Erst gegen 21:45 Uhr macht sich Präsident Truman auf den erneuten Weg ins Schloss Cecilienhof. Etwa zehn Minuten später rollt der Wagen mit dem Präsidenten vor das letzte Hohenzollernschloss. Doch bevor die "Großen Drei" sich wieder gegenübersitzen, zieht sich Truman mit seinem Außenminister James F. Byrnes für rund dreißig Minuten zurück.

Erst um kurz nach 22:30 Uhr beginnt das (letzte!) Treffen der "Großen Drei" im Schloss Cecilienhof in Potsdam. Jetzt wird vor allem über den Wortlaut des zu veröffentlichenden Kommuniques gestritten. Jedes einzelne Wort wird unter die Lupe genommen, geändert oder doch gestrichen.

Gegen 23 Uhr sieht es so aus, als ob die Konferenz beendet werden könnte. Auf dem Flugplatz in Gatow warten bereits Flugzeuge auf den US-Präsidenten und den britischen Premiereminister; Delegationsmitglieder tragen sogar schon Gepäck und Akten aus den Villen, doch es kommt anders. Stalin hat eine Stelle gefunden, die in seinen Augen missverständlich interpretiert werden könnte. Doch auch diese Unstimmigkeit wird aus der Welt geschafft.

Nachdem man sich schließlich auch auf die Reihenfolge aller Unterschriften geeinigt hat, steht nur noch eins aus: Wann soll es veröffentlicht werden. Auch hier findet man nach einigem Für und Wider einen Kompromiss. Das Papier wird am Donnerstag der Presse gegeben, damit es umgehend über den Rundfunk verbreitet und am Freitag in den Zeitungen erscheinen kann. Um 0:30 Uhr ist es geschafft – das Potsdamer Abkommen steht, Truman, Stalin und Attlee unterzeichnen das Kommunique. Den Feinschliff übernehmen jetzt je ein Delegationsmitglied.

Die "Großen Drei" überschütten sich nun gegenseitig mit Danksagungen, Lob und den besten Wünschen.

Premiereminister Clement Attlee dankt Stalin überschwänglich für dessen "ausgezeichnete Organisation" des Treffens und lobt Truman für seinen Vorsitz bei dieser Konferenz. Möge das Abkommen ein Schritt zum dauerhaften Frieden sein und die hier in Potsdam geschlossenen Freundschaften lange währen, schließt er seine Rede.

Stalin bekräftigt, dass dies auch der sowjetische Wunsch sei. Und auch Truman schließt sich den Danksagungen, explizit gegenüber Stalin, und den Wünschen nach einer friedlichen Welt an.

Stalin dankt nun auch noch mal Truman für dessen Konferenzführung. Dieser wiederum dankt nun für das ihm entgegengebrachte Vertrauen und hofft bescheiden, den Marschall und den Premiereminister nicht enttäuscht zu haben.

Doch die Danksagungen sind damit nicht zu Ende. Stalin dankt nun persönlich dem amerikanischen Außenminister James F. Byrnes, weil dieser „wohl härter als irgend jemand anders gearbeitet habe“. Byrnes dankt hocherfreut und hofft, mit seiner Arbeit zumindest einen kleinen Beitrag zu dieser Konferenz geleistet zu haben.

Truman setzt erneut zu einer Danksagung an. Jetzt werden alle Außenminister und deren Arbeit in den höchsten Tönen gelobt.

Dann ist sie wirklich vorbei, die Potsdamer Konferenz. Doch feiern will anscheinend niemand. Truman eilt sofort nach Babelsberg.

Von MAZonline

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Das Protokoll zum Luftangriff: www.maz-online.de/Nacht-von-Potsdam