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Tag 5: Schlemmerei und Musikgenuss

Hinter den Kulissen der Potsdamer Konferenz Tag 5: Schlemmerei und Musikgenuss

Im Sommer 1945 ist Potsdam Schauplatz einer historischen Konferenz. Die Siegermächte verhandeln über die Zukunft Deutschlands nach dem Zweiten Weltkrieg. Doch was geschah abseits der Konferenz? Wir haben hinter die Kulissen geschaut und erstaunliches herausgefunden. Heute: Ein berauschendes Geschenk vom Präsidenten .

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Potsdam. Für den sowjetischen Führer Josef Stalin beginnt dieser schöne warme - bis zu 30 °C werden gemssen - und sonnige Donnerstag mit einem Geschenk von US-Präsident Harry Truman.

Die amerikanische Delegation liefert zwölf Flaschen des erlesenen Niersteiner Weins von 1937, den Stalin zwei Tage zuvor so überschwänglich gelobt hat, in die Kaiserstraße 27.

US-Präsident Truman arbeitet derweil die tägliche Postsendung ab und konferiert mit seinen Beratern. Danach gibt es ein Mittagessen im kleinen Kreis.

Um 15:45 Uhr wird Truman zur dritten Sitzung ins Schloss gefahren. So richtig kommt die Konferenz der Drei noch immer nicht voran. Es ist weiterhin ein gegenseitiges Abtasten. Nicht verwunderlich, dass die Konferenz schon wenig später vertagt wird. Um 17:10 Uhr ist Truman wieder im "Kleinen Weißen Haus".

Knappe dreieinhalb Stunden später ist er dort aber nicht mehr allein. Churchill und Stalin sind zum Offiziellen Staatsdiner geladen. Ein reichhaltiges Menü trägt zur festlichen und heiteren Grundstimmung an diesem warmen Sommerabend bei.

Die amerikanischen Köche kredenzen gestopfte Gänseleber, Kaviar auf Toast, Tomatencremesuppe und Sellerie und Oliven. Dann kommt Barsch nach Müllerin Art auf den Tisch. Dazu gekühlter Wein aus dem Rheingebiet (siehe Stalins Lieblingswein), gefolgt von russischem Wodka. Weiter geht es mit Filet Mignon in Pilzsoße und geraspelten Kartoffeln, Erbsen und Möhren. Passend dazu wird ein Rotwein aus dem Château d'Armailhac aus der Nähe von Bordeaux serviert. Flankiert wird das Ganze von einem Salat mit Tomaten und französischem Dressing.

Zum Abschluss haben die Staatenlenker die zwischen Käse und, eingeflogen von der SS Augusta in Antwerpen, Vanilleeis mit Schokoladensauce. Dazu gibt es Champagner.

Satt zieht man sich schließlich mit einer Zigarre, Zigarette, einem Portwein oder einem Wodka zurück und lauscht den Klängen des amerikanischen Pianisten Eugene List. Zu Ehren Stalins erklingt Tschaikowsky und der amerikanische Präsident freut sich über die Hymne seiner Geburtstadt Missouri.

Stalin ist so begeistert von den Künsten des Pianisten, dass er persönlich zu ihm hingeht und Komplimente macht. Und auch Churchill, dem kein "eigenes" Lied gewidmet war, lobt ebenfalls den Künstler in höchsten Tönten.

Präsident Truman macht dem Musiker kurze Zeit später eine ganz besondere Aufwartung: bei Ludwig van Beethovens "Menuett in G" blättert er höchstpersönlich die Notenblätter um.

Von MAZonline

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Das Protokoll zum Luftangriff: www.maz-online.de/Nacht-von-Potsdam