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Tag 14: Endlich wieder zu dritt

Hinter den Kulissen der Potsdamer Konferenz Tag 14: Endlich wieder zu dritt

Im Sommer 1945 ist Potsdam Schauplatz einer historischen Konferenz. Die Siegermächte verhandeln über die Zukunft Deutschlands nach dem Zweiten Weltkrieg. Doch was geschah abseits der Konferenz? Wir haben hinter die Kulissen geschaut und erstaunliches herausgefunden. Heute: Die "Großen Drei" sind wieder vereint.

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Tag 15: Einer schwächelt

Potsdam. Dieser Samstag ist der große Tag Premiereminister Clement Attlee. Frischgewählt wird er heute Abend zum ersten Mal den Platz von Winston Churchill bei der Konferenz der "Großen Drei" besetzen. Doch noch ist er nicht auf den Weg nach Deutschland. Noch warten US-Präsident Harry Truman und der sowjetischen Machthaber Josef Stalin auf den Nachfolger Churchills.

Truman beginnt den Tag so, wie er den gestrigen beendet hat: er verschenkt ein handsigniertes Foto. Danach ist Zeit für ein Zusammentreffen mit Außenminister James F. Byrnes und Flotten-Admiral William D. Leahy. Die Zusammenkunft dauert aber nur eine knappe halbe Stunde. Dann hat der Präsident plötzlich Lust auf einem Besuch im so genannten "Map Room". Dort, wo alle Stränge der militärischen Operationen zusammenlaufen, zeigt er vor allem großes Interesse zeigt er vor allem an den Fernschreibern, die das "Little White House" direkt mit dem echten Weißen Haus in Washington verbinden.

Der Präsident hat gute Laune. Beim Verlassen des "Map Room" redet er mit den Wachen und posiert bereitwillig für Fotos und Filmaufnahmen. Er scheint an den „Fotosessions“ Gefallen gefunden zu haben, denn zurück in der Villa, stellt er sich wieder in Positur und lässt ein Blitzlichtgewitter über sich ergehen. Dieses Mal für Armee-Berichterstatter und Fotografen.

Bis zum Konferenzbeginn ist es aber noch lange hin. Zeit, die der Präsident mit der Bewältigung des Postberges überbrückt. Um 19:30 Uhr wird zu Abend gegessen.

Derweil ist Attlee nun endlich in Potsdam eingetroffen. Sein Antrittsbesuch führt ihn zu Stalin. Das Treffen läuft nicht sonderlich gut. Zwischen den politischen Führern stimmt die Chemie nicht. Die Stimmung ist unterkühlt.

21:15 Uhr: Truman ist satt und hat Zeit für den Neuen. Attlee kommt noch schnell vor der Konferenz vorbei. Es ist ein Höflichkeitsbesuch. Im Gefolge hat er den neuen britischen Außenminister Ernest Bevin.

Um 22:15 Uhr lässt sich Truman in den Neuen Garten ins Schloss Cecilienhof bringen. Nachdem alle drei Staatenlenker eingetroffen sind, posieren sie zusammen für Film- und Fotoaufnahmen. Dann beginnt die zehnte Konferenz der "Großen Drei".

Doch die erste Tagung in neuer Besetzung verläuft schleppend. Mit Churchill scheint auch ein wenig Energie verloren gegangen zu sein. Stalin langweilt sich augenscheinlich. Nein, mit diesen neuen Politikern aus Großbritannien kommt er nicht klar. Überhaupt scheinen die Briten nunmehr eine untergeordnete Rolle eingenommen zu haben.

Um kurz nach Mitternacht ist der US-Präsident wieder in seiner Villa. Gerade angekommen, wird ihm ein Telegramm überreicht, dass seine heutige gute Laune nochmals steigen lässt: der amerikanische Senat hat die "Charta der Vereinten Nationen" ratifiziert. Umgehend gibt er eine Presseerklärung heraus, in der er seiner Zufriedenheit und der Hoffnung für einen Weltfrieden Ausdruck verleiht.

Von MAZonline

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