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Tag 16: Präsidiale Genesungswünsche

Hinter den Kulissen der Potsdamer Konferenz Tag 16: Präsidiale Genesungswünsche

Im Sommer 1945 ist Potsdam Schauplatz einer historischen Konferenz. Die Siegermächte verhandeln über die Zukunft Deutschlands nach dem Zweiten Weltkrieg. Doch was geschah abseits der Konferenz? Wir haben hinter die Kulissen geschaut und erstaunliches herausgefunden. Heute: Zeit für Schnappschüsse .

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Potsdam. US-Präsident Harry Truman beginnt diesen milden Montagmorgen mit einem ausgiebigen Frühstück. Aber er ist nicht allein. Hochrangige Militärs haben sich um den Frühstückstisch versammelt. Darunter auch General Dwight D. Eisenhower. Und ein junger Journalist namens John F. Kennedy, der auf Einladung des amerikanischen Marineminister James V. Forrestal in Potsdam weilt. Nach dem Essen zieht sich Truman mit Außenminister James F. Byrnes und Flotten-Admiral William Daniel Leahy für einen Gedankenaustausch zurück.

Der sowjetische Machthaber Josef Stalin ist weiterhin indisponiert. Ein Treffen der "Großen Drei", so viel steht fest, wird es auch heute nicht geben. Truman setzt sich hin und verfasst einen Brief an Stalin: "Ich bedaure außerordentlich zu erfahren, dass Sie krank sind. Ich hoffe, dass es nichts Ernsthaftes ist und dass Sie bald wiederhergestellt sind".  Der Brief wird mit den besten Genesungswünschen überbracht.

Jetzt ist Zeit für einen erneuten Besuch im „Map Room“. Truman wird freudig empfangen und posiert für einige Erinnerungsschnappschüsse.

Außenminister Byrnes ist derweil beim britischen Außenminister Ernest Bevin zu Besuch. Gemeinsam geht man zum Premiereminister Clement Attlee und beratschlagt Detailfragen. Nach einer halben Stunde, gegen 16:30 Uhr, verlässt Byrnes die Briten jedoch schon wieder. Sein nächstes Ziel ist der sowjetische Außenminister Wjatscheslaw Michailowitsch Molotow. Vor allem die Frage der Reparationszahlungen liegt dem Amerikaner am Herzen. Er bedrängt seinen sowjetischen Kollegen und macht Vorschläge und Zugeständnisse.

In der Truman-Villa sind zur gleichen Zeit drei Militärangehörige eingetroffen, die die Abreise des US-Präsidenten aus Potsdam vorbereiten sollen. Der Präsident selbst verteilt mal wieder handsignierte Fotos an ausgewählte Mitglieder der Streitkraft.

Bevor es um 19 Uhr wieder zu einem musikuntermalten Diner kommt, tauscht sich Truman noch mit seinem Berater Edwin W. Pauley aus. Zudem kam Post von Stalin. Dieser bedankt sich bei dem Präsidenten für dessen Genesungswünsche. Er hoffe, so schreibt er, dass am morgigen Dienstag wieder ein Treffen der „Großen Drei“ stattfinden kann.

Der Abend klingt entspannt mit Klängen von Chopin aus. Pianospieler Eugene List weiß eben, was dem Präsidenten am besten gefällt.

Von MAZonline

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Das Protokoll zum Luftangriff: www.maz-online.de/Nacht-von-Potsdam