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Schrecksekunde vor "SFEN"-Start

Stadt für eine Nacht 2012 Schrecksekunde vor "SFEN"-Start

Die "Stadt für eine Nacht" soll die wissenschaftlichen und kulturellen Potenziale Potsdams bündeln. Mindestens gleichrangig ist bei diesem Festival das Anliegen, einmal im Jahr das Leben in die Schiffbauergasse zu holen. Vier Anwohner genügen jedoch, um eine Riesenparty an einem der schönsten – und extra für solche Veranstaltungen ausgebauten – Orte dieser Stadt in den Flüstermodus zu zwingen.

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Schwarzmarkt der Fragen
Quelle: MAZ-Archiv

Potsdam. Ein magischer Augenblick kündigt sich an, wenn gegen 20.45 Uhr in der Abenddämmerung zehn Flöße der Huckleberrys-Station vom Ufer der Schiffbauergasse ablegen. Jedes fährt im fahlen Licht eines eigenen voluminösen Heliumballons hinaus auf den Tiefen See. Zur blauen Stunde gegen 21.45 Uhr wird von dieser kleinen Armada vor der malerisch verschatteten Kulisse des Babelsberger Parks eine Wolke von 1000 hellen Luftballons aufsteigen.

Ein Fest der Sinne soll das dritte 24-Stunden-Festival „Stadt für eine Nacht“ werden, das bei freiem Eintritt am Sonnabend um 14 Uhr eröffnet wird. Fast alle Anrainer und Dutzende von Gästen beteiligen sich an dem Fest, insgesamt sind 64 Programmpunkte angekündigt. Titelgebendes Ereignis ist eine Budenstadt rings um die Freilichtbühne des Waschhauses mit zahlreichen Vertretern von Wissenschaft, Kunst und Handwerk, die sich für diesen 24-Stunden-Gipfel in der Schiffbauergasse eingefunden haben. Kunst und Unterhaltung werden in den Kulturhäusern ringsum angeboten. Geistesnahrung gibt es auch außerhalb des Budendorfs, etwa zum „Schwarzmarkt des Wissens“ ab 17 Uhr in der Reithalle A des Hans-Otto-Theaters.

Eröffnet wird die „Stadt für eine Nacht“ mit einer Auszeichnung im Zuge der Kampagne „Land der Ideen“. Als „Ort der Ideen“ werden bei diesem Wettbewerb zukunftsweisende Projekte ausgezeichnet, die die „beeindruckende Ideenvielfalt und Innovationskraft Deutschlands sichtbar und erlebbar“ machen. Die vom Intendanten des Hans-Otto-Theaters Tobias Wellemeyer in die Schiffbauergasse gesetzte Idee der „Stadt für eine Nacht“ schafft es einmal im Jahr, was bei der Planung des Kultur- und Gewerbeplatzes am Wasser eigentlich als Normalität erhofft wurde: Menschenmassen rund um die Uhr. 22 000 Gäste sollen im vergangenen Jahr zu diesem Fest in die Schiffbauergasse gekommen sein.

Eine Schrecksekunde gab es am Vortag mit der Meldung, dass aus dem Rathaus am Dienstag eine Aufforderung zur Einhaltung der Nachtruhe ab 22 Uhr bei den Veranstaltern eingegangen sei. Eine Blitzumfrage der MAZ bestätigte zunächst, dass man sich mit dieser Aufforderung auseinandersetzte. Die Fabrik hat ihre im Garten geplante Mitternachtsparty ins Café verlegt. Waschhaus-Sprecher Georg Lehmann stellte erleichtert fest, dass die Eröffnungsparty der Festwoche zum 20-jährigen Bestehen des Waschhauses sowieso drinnen geplant war, während die „Silent Disco“ im Freien absolut anwohnerfreundlich sein wird. Wie berichtet, bewegen sich die Gäste auf der Tanzfläche dabei zu Musik aus dem Kopfhörer. Das Hans-Otto-Theater hingegen versicherte, dass alle seine Veranstaltungen, auch der mitternächtliche Sommertanz mit DJ Rengo auf der Freilichtbühne am Tiefen See, wie geplant stattfinden würden.

Henning Krüger, der zuständige Mitarbeiter im Kulturamt, bestätigte schließlich, dass in Sachen Akustik zu Wochenbeginn noch „Klärungsbedarf“ bestanden habe. Nach Akustikprüfungen vor Ort sei jedoch festgestellt worden, dass abgesehen von den starken Bässen der Fabrik-Party keine stärkeren Lärmemissionen zu erwarten seien. Krüger versicherte, dass das Programm bis auf diesen Ortswechsel wie geplant stattfinde.

Von Volker Oelschläger

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Stadt für eine Nacht 2012

Misstöne beim Sommertanz: Nach Anwohnerbeschwerden musste mit dem Sommertanz auf der Seebühne eine zentrale Tanzparty des 24-Stunden-Spektakels "Stadt für eine Nacht" in der Schiffbauergasse abgebrochen werden. Der Stimmung tat das nach Rathaus-Angaben "keinen Abbruch".

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