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Schwarzmarkt der Fragen

Stadt für eine Nacht 2012 Schwarzmarkt der Fragen

Ist Glück, sich wohl in der eigenen Haut zu fühlen? Antworten gibt der Schwarzmarkt der Fragen. Später wird es noch philosophischer. Und das Wetter ist nicht ganz unschuldig daran, dass sowohl der Scharzmarkt und ein Pappmodell zur "Kritik der reinen Vernunft" zu guten Zulauf haben.

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Ein Fest trotzt dem Regen
Quelle: MAZ-Archiv

Potsdam. Dem „Schwarzmarkt der Fragen“ kommen die Regengüsse am Samstag gar nicht ungelegen. Als es zur Eröffnung der als open-air gedachten „Stadt für eine Nacht“ zu schütten beginnt, flüchten die Besucher in diverse Innenräume der Schiffbauergasse. In der Reithalle finden sie sich gegen fünf auf dem oberen Stock des Foyers an acht Tischen wieder. Dort erzählen ihnen acht Wissenschaftler aus Potsdamer Instituten in Einzelgesprächen von ihrem Fach.

Angela Radam vom Verein Pro Wissen strahlt. 100, ach was, 200 Neugierige zählt sie in den eineinhalb Stunden. „Wir werden mit diesem Format künftig weitermachen“, verspricht sie.

Auch Matthias Kross vom Potsdamer „Einstein-Forum“ ist nach seinem Einsatz ganz aufgekratzt. Kein Wunder, der studierte Historiker durfte über Glück sprechen. „Die meisten wollten wissen, was ich persönlich über Glück denke“, sagt Kross. Seine Antwort ist erstaunlich. „Das erste ist das Vertrauen auf die eigene Leiblichkeit.“ Salopp gesprochen: Wer sich wohl fühlt in seiner Haut, der wird glücklich. „Das wird oft unterschätzt, aber viele Besucher fanden das OK“, sagt der Historiker. Als zweites nennt Kross die „Konnektivität“. Wie bitte? Ja, statt Ich und Welt streng zu trennen, müsse man sich eher eins fühlen mit allem. Auch das trage wesentlich zum Glück bei.

Petra Stepkanowitz war für Erörterungen wie diese oder für die Erklärungen zu fleischfressenden Pflanzen sogar bereit, eigens aus Berlin anzureisen. „Es spricht sich halt ’rum“, sagt sie. „Letztes Jahr war auch ganz bezaubernd.“ Außerdem sei die Location einfach hervorragend. Jetzt will sie noch schauen, was es in den Theatern gibt und dann noch in der „Stadt“ bummeln.

A propos Bummeln. Kaum ist der „Schwarzmarkt der Fragen“ zu Ende, scheint die Sonne und das Volk stürmt die Buden. Jetzt hat auch Stefan Aue von der Berlin-Brandenburgischen Akademie der Wissenschaft einiges zu tun.

Mittags hatte er noch den in Rostock lehrenden Philosophen Hanno Depner absagen müssen. Im strömenden Regen ein Pappmodell zu Kants „Kritik der reinen Vernunft“ aufzubauen, wäre nicht so gut gekommen. „Es ist schon ein bisschen schade“, meint Aue. „Aber wenn der Rest schön wird, dann freuen wir uns.“ Dafür scheint es Gründe zu geben. Leute wollen zum Beispiel wissen, ob Kants in Potsdam neu edierte Schriften auch gleich online erscheinen. Das muss Aue leider verneinen. Seit Vormittag ist Aue schon in der Schiffbauergasse. Bis neun oder zehn Uhr am Abend geht seine Schicht. Dann reicht es wirklich mit der Wissenschaftspräsentation. „Danach werde ich mir zwölf Stunden Pause gönnen“, freut sich Aue.

Von Rüdiger Braun

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