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„Alki, Alki“ kommt ins Kino

Potsdamer Produktionsfirma „Sehr gute Filme“ „Alki, Alki“ kommt ins Kino

Bei der Potsdamer Produktionsfirma „Sehr gute Filme“ freut man sich auf den Kinostart von „Alki, Alki“ am 12. November. Regisseur Axel Ranisch erzählt eine Tragikomödie mit ungewöhnlichem Ansatz: Architekt Tobias und sein bester Freund Flasche sind unzertrennlich bis zur Selbstzerstörung. Die Hauptdarsteller Peter Trabner und Heiko Pinkowski sind trockene Alkoholiker.

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„Sehr gute Filme“, sehr gute Laune: Heiko Pinkowski, Anne Baeker, Axel Ranisch (v.l.) und Dennis Pauls obenauf.

Quelle: Christel Köster, Missing Films, SGF

Potsdam. Gäbe es unter den vielen, vielen Filmpreisen einen in der Kategorie allernetteste, fröhlichste, herzerwärmendste, produktivste Filmfamilie – „Sehr gute Filme“ würde gewinnen. Mit Abstand! Sehr gute Laune verbreiten die Firmengründer jedenfalls in ihrem Büro im einstigen Kopierwerk in der Medienstadt Babelsberg, als sie zum Interviewtermin empfangen. Die Produktionsfirma „Sehr gute Filme“, das sind: Regisseur und Obergutelaunebär Axel Ranisch (32), Produzentin Anne Baeker (33), Kameramann Dennis Pauls (35) – Absolventen der Filmhochschule „Konrad Wolf“ (inzwischen Filmuniversität) – sowie Schauspieler Heiko Pinkowski (49). So eine bunte Gewerkemischung hat in einer Filmproduktionsfirma Seltenheitswert. „Nur mit vier Betriebswirtschaftlern oder mit vier Regisseuren würde doch nix entstehen“, sagt Anne Baeker augenzwinkernd.

Das Quartett kennt sich seit Jahren aus verschiedenen Projekten, schätzt und mag sich sehr. 2011 zur Premiere von Ranischs Abschlussfilm „Dicke Mädchen“ wurde die GbR, zwei Jahre später die GmbH gegründet. Unter sehr guten Filmen verstehen Anne Baeker und „ihre“ drei Männer Geschichten, die zu Herzen gehen, bei denen man lachen und weinen muss. Eben zwischen diesen Gemütszuständen schwankt man bei „Alki, Alki“. Die Tragikomödie aus dem Hause „Sehr gute Filme“ läuft ab 12. November im Kino. Ranisch erzählt eine alltägliche Geschichte mit ungewöhnlichem Ansatz: Architekt Tobias und sein bester Freund Flasche sind unzertrennlich bis zur Selbstzerstörung. Ob im Büro, im Club, sogar im Ehebett – Flasche ist immer dabei. Heiko Pinkowski als Tobias und Peter Trabner als personifizierte Sucht Flasche geben in „Alki, Alki“ ein Stück ihrer Autobiografie preis.

Die Schauspieler sind trockene Alkoholiker, seit Jahren schon. Bei der Premiere 2011 von Ranischs gefeiertem Abschlussfilm „Dicke Mädchen“ kam Trabner mit der Idee an. Ein Stoff, der verfilmt werden musste, „um den Menschen danke zu sagen, die mir damals geholfen haben“, sagt Pinkowski. Das größte Dankeschön geht an seine Frau. Als sie mit beider drittem Kind schwanger war, musste er sich ultimativ entscheiden: gegen den Alkohol, für die Familie. Während des Drehs haben den Mimen Erlebnisse eingeholt aus jener Zeit, in der er allabendlich drei Rotweinflaschen killte. „Ich habe gemerkt, wie nah die Sucht noch sitzt.“ Als Pinkowski für „Alki, Alki“ betrunken im Rinnstein lag, empörten sich mitleidige Passanten. „Das wirkte so wahnsinnig echt – die dachten, wir filmen eine hilflose Person“, erzählt Anne Baeker. Jene Absturzszene prangt passenderweise auf den Promo-Bierdeckeln zum Kinostart.

„Sehr gute Filme“ waren die ersten Nachwuchsfilmer, die in der Initiative „Startbüro Babelsberg“ von Medienboard Berlin-Brandenburg, Filmuni und Studio Babelsberg für ein Jahr gepampert wurde. In professionellem Ambiente durfte das Team an neuen Projekten tüfteln. In den Startlöchern stehen nun unter anderem der Kinderfilm „Angelina Bodyguard“, außerdem eine etwas andere Hänsel-und-Gretel-Verfilmung. Weil das „Starbüro“ bald verlassen werden muss, will das Quartett eine kleine „Eigenproduktionspause“ einlegen, zumal Produzentin Anne Baeker vor wenigen Tagen die bezaubernde Ava geboren hat. Der Rest der Truppe trifft sich beim nächsten Film, den Ranisch für die ARD dreht, mit  Heiko Pinkowski vor und Dennis Pauls hinter der Kamera.

Von Ricarda Nowak

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