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Bald gibt’s Nachwuchs für die Behörden

Neuer Studiengang in Wildau Bald gibt’s Nachwuchs für die Behörden

Die Technische Hochschule in Wildau hat einen neuen Studiengang. Zum Wintersemester 2016 werden erstmals Studierende im Fach „Öffentliche Verwaltung Brandenburg“ immatrikuliert. Land und Kommunen möchten den Studiengang etablieren, denn es fehlt bisher an qualifiziertem Nachwuchs.

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Ab dem kommenden Wintersemester werden in Wildau Anwärter des gehobenen allgemeinen Verwaltungsdienstes studieren.

Quelle: Karen Grunow

Wildau. Bertil Haack freut sich: „Wir sind stolz, dass für Wildau entschieden wurde“, sagt der Dekan des Fachbereichs Wirtschaft, Informatik und Recht an der Technischen Hochschule Wildau. Denn ab dem kommenden Studienjahr wird es dort einen neuen Studiengang geben, der in vielerlei Hinsicht ein außergewöhnliches Angebot ist: „Öffentliche Verwaltung Brandenburg“ wird er heißen und ist ein interner Studiengang des Landes Brandenburg und brandenburgischer Kommunen. Wer das studieren möchte, um den Abschluss eines Bachelor of Law zu erreichen, muss sich direkt beim Land beziehungsweise auf Stellenausschreibungen der Kommunen bewerben.

Die Entscheidung für Wildau fiel erst Anfang des Jahres. Dort gibt es noch die Studiengänge kommunales Verwaltungsmanagement und Recht sowie Verwaltung und Recht. „Diese beiden Studiengänge haben wir nun zum letzten Mal immatrikuliert“, sagt Haack. Er berichtet, dass der neue Studiengang inhaltlich und von der Struktur her ganz anders aufgebaut sein wird. „Das waren externe Studiengänge“, erläutert Silke Rinne, Personalreferatsleiterin des brandenburgischen Innenministeriums, den markantesten Unterschied. „Der neue Studiengang wird von Land und Kommunen beschickt.“ Für die 25 vom Land ausgeschriebenen Studienplätze können sich Interessierte aus der Europäischen Union noch bis zum 31. Oktober beim brandenburgischen Innenministerium bewerben.

„Es ist etwas Besonderes, ein interner Studiengang an einer externen Hochschule“, sagt Silke Rinne. Bisher gibt es dieses Modell nur in Hamburg“, erläutert Thorsten Scharf, der für den Studiengang zuständige Mitarbeiter im Innenministerium. Die künftigen Studierenden bleiben dadurch in Wildau nicht unter sich, sondern lernen auch Studierende anderer Fachrichtungen kennen. Sie werden einen ziemlich normalen Studienalltag haben zwischen Hörsaal, Mensa, Hochschulbibliothek und auch mal abendlichen Partys auf dem Campus.

Von 1991 bis 1999 gab es in Bernau eine Fachhochschule für öffentliche Verwaltung des Landes Brandenburg, an der Anwärter des gehobenen allgemeinen Verwaltungsdienstes ausgebildet wurden. Mit dem danach in Wildau etablierten Studiengang Verwaltung und Recht wurde nach Schließung der Fachhochschule versucht, den weiterhin bestehenden Bedarf abzudecken.

Das neue Studium „Öffentliche Verwaltung Brandenburg“ wird sieben Semester dauern. Die Studierenden müssen vier Praxisphasen von je drei Monaten absolvieren. Wer für den Studiengang ausgewählt wird, erhält den Beamtenstatus auf Widerruf. „Es gibt keine Altersgrenze“, sagt Silke Rinne.

Gestartet wird zum Wintersemester 2016 mit 65 Studenten. Doch die Zahl der für diesen Studiengang pro Jahr neu Immatrikulierten soll im Laufe der nächsten Jahre kontinuierlich bis auf 115 erhöht werden. „Das ist der identifizierte Bedarf“, sagt Bertil Haack. „Wir werden jetzt gemeinschaftlich die Inhalte dieses Studiengangs entwickeln“, so der Dekan.

Neben den Professoren und Dozenten der TH werden auch Praktiker zu den Studierenden an die Hochschule kommen. Mehr als 50 Prozent des Studieninhalts wird Recht sein. „Verwaltungsrecht hat eine enorme Breite. Sie sollen das Rüstzeug bekommen, sich das zu Eigen zu machen“, sagt Silke Rinne. Über Wahlpflichtmodule und ihre Praktika können sich die Studierenden gewisse Spezialisierungen aneignen.

Der Studiengang, so Silke Rinne, ist nicht einfach nur ein Angebot, sondern zeigt, dass in den Verwaltungen der Kommunen und des Landes der Bedarf für solche hoch qualifizierten Mitarbeiter wie die künftigen Absolventen des Studiengangs da ist. „Mit dem Abschluss bieten sich Einstiegschancen in fast allen Bereichen des öffentlichen Dienstes“, erläutert Innenstaatssekretär Matthias Kahl. „Und da das Land bedarfsgerecht ausbildet, bestehen beste Übernahmeaussichten.“

Von Karen Grunow

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