Volltextsuche über das Angebot:

8 ° / 7 ° Regen

Navigation:
Brandenburger Archive zeigen Schätze

Bundesweiter Aktionstag am Samstag Brandenburger Archive zeigen Schätze

Die Aufgabe von Archiven ist nicht nur das Aufbewahren von Dokumenten. Die Quellen gilt es auch auszuwerten. Eine wertvolle, wie zeitzehrende Arbeit. Es hat einen bestimmten Grund, dass sich das Brandenburger Domstifts- und das Stadtarchiv dennoch am Samstag zum bundesweiten Aktionstag etwas Besonderes vorgenommen haben.

Voriger Artikel
Tradition und Identität
Nächster Artikel
Facebook-Chef gibt vor Studenten Fehler zu

Uwe Czubatynski schaut durch eines der Regale, in denen die dokumentarischen Schätze des Brandenburger Domstiftsarchivs lagern.

Quelle: Volkmar Maloszyk

Brandenburg/H. Rund 1000 Benutzungen zählt das Brandenburger Stadtarchiv im Jahr. Dabei ist die vordringlichste Arbeit gar nicht die Beantwortung von Nutzerfragen, sondern aus Auswerten archivarischer Dokumente. „Erste Pflicht ist das Erschließen von Quellen“, sagt dazu Anke Richter, Chefin des Stadtarchivs. Doch genau diese Arbeit komme angesichts einer dünnen Personaldecke zu kurz. Ebenso ergeht es Uwe Czubatynski, der das Domstiftsarchiv leitet. Dennoch ist beiden die Außenwirkung ihrer Einrichtungen wichtig. Das Stadtarchiv und das Domstiftarchiv nehmen daher beide am Samstag am bundesweiten Tag der Archive teil mit einer zentralen Veranstaltung im Rolandsaal des Altstädtischen Rathauses. Es ist keine Fachtagung, sondern gedacht für die Öffentlichkeit, um zu zeigen, „dass wir keine verstaubten Archivare sind, sondern moderne Dienstleister“, sagt Anke Richter.

Beide Archive behüten teils jahrhundertealte Dokumente. Im Domstift, das Papiere für die Landeskirche aufbewahrt, als sind auch die Aufzeichnungen von Pfarrämtern zwischen der Prignitz und dem Fläming zu finden. Uwe Czubatynski und seine Kollegin Konstanze Borowski hüten die Schätze. Ergänzt werden diese auch durch ständig neue Dokumente aus Bauakten und Unterlagen von Architekten.

Im Brandenburger Stadtarchiv lagern Zeitungen ab 1808

Im Stadtarchiv lagern Papiere und Akten, die aneinandergereiht eine Strecke von sechs Kilometern ergeben würden. Dazu zählen alle Zeitungen aus Brandenburg seit 1808, Protokolle der Stadtverordnetenversammlungen seit 1809 und Bauzeichnungen. Auch Adressbücher finden sich dort, Dokumente aller Ortsteile Brandenburgs und Dörfer im Umland. Die älteste im Archiv aufbewahrte Urkunde stammt aus dem Jahr 1170. Seit 2009 gibt es zudem die Möglichkeit der Personenstandsabfrage im Stadtarchiv und anderen kommunalen Archiven in Deutschland.

Hinzu kommen 1500 Ausleihen im Jahr und 300 laufende Meter Akteneingang aus der Stadtverwaltung, Unterlagen, die gesetzlich zwischen zwei und 50 Jahre lang aufbewahrt werden müssen. Vier Mitarbeiter müssen diese Aufgabe bewältigen. Davon ist nur Anke Richter studierte Archivarin. Noch 2002 waren es zwölf Beschäftigte, davon vier Diplom-Archivare.

Die digitale Welt ist für Anke Richter Fluch und Segen

Die digitale Welt im Reich des Papieres „ist Fluch und Segen zugleich“, sagt Anke Richter. Doch es ist noch illusorisch, alle Unterlagen zu digitalisieren. „Künftige Generationen werden diese Fragen anders beantworten“, so die Stadtarchivarin.

Es sind Studenten, Ortschronisten, Familienforscher und Historiker, die die Archive nutzen. An diesem Tag arbeitet sich im Domstiftsarchiv eine Bildungswissenschaflerin durch Unterlagen über die Ritterakademie. Ein Mitarbeiter einer Kirchengemeinde sichtet Dokumente für die bevorstehende Sanierung einer Kirche im Havelland. Auch Schülergruppen nutzen beide Archive. Uwe Czybatynski hält dazu ein Referat vor dem Geschichtsleistungskurs des Dom-Gymnasiums. Brecht-Gymnasiasten schauten gerade beim Stadtarchiv vorbei.

Der Tag der Archive

Der Tag der Archive beginnt in Brandenburg an der Havel am Samstag, dem 5. März, um 10 Uhr im Rolandsaal des Altstädtischen Rathauses. Die Mitarbeiter des Brandenburger Domstiftsarchiv und des Stadtarchivs erwarten etwa 100 Interessierte. Anmeldungen unter 0 33 81/ 41 04 20.

Über 170 Jahre Eisenbahn in Brandenburg hält Stefan Menzel einen Vortrag. Klaus Neitmann berichtet von Pfarrarchiven als verborgene Fundgrube der Ortsgeschichte. Der gebürtige Perleberger Uwe Czubatynski spricht über die Geschichte seiner Heimatstadt.

Uwe Czubatynski ist 50 Jahre alt und leitet seit 2007 das Domstiftsarchiv. Der frühere Prignitzer Gemeindepfarrer hat in Berlin und Erfurt studiert.

Anke Richter ist gebürtige Brandenburgerin, 51 Jahre alt und arbeitet seit 1987 im Stadtarchiv, das sie seit 2002 leitet. Sie studierte in Potsdam Archivwesen.

Von Marion von Imhoff

Voriger Artikel
Nächster Artikel
Mehr aus Studium & Wissenschaft

"Herr Professorin": Sind weibliche Berufsbezeichnungen auch für Männer sinnvoll?

MAZ Sportbuzzer
MAZab: Termine

Was geht ab? Jede Menge Events in Potsdam und im Land Brandenburg

Kinoprogramm

Alle aktuellen Filme in den Kinos von Potsdam und im ganzen Land Brandenburg