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Doppelt so viele Bewerber wie 2014

Medizinische Hochschule Brandenburg Doppelt so viele Bewerber wie 2014

Das Angebot der Medizinischen Hochschule Brandenburg (MHB) spricht sich herum. Für das kommende Sommersemester, also für den zweiten Jahrgang der Ärzteausbildung, haben sich jetzt schon rund 600 junge Leute auf die 48 Medizin-Studienplätze beworben, berichtet der Studiendekan. Das sind doppelt so viele wie 2014. Trotzdem gibt es keinen Bewerberstopp.

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Studiendekan Wilfried Pommerien mit den MHB-Studenten.

Quelle: Peter Geisler

Brandenburg an der Havel. Das Angebot der Medizinischen Hochschule Brandenburg (MHB) spricht sich herum. Für das kommende Sommersemester, also für den zweiten Jahrgang der Ärzteausbildung, haben sich jetzt schon rund 600 junge Leute auf die 48 Medizin-Studienplätze beworben, berichtet Studiendekan Wilfried Pommerien. Das sind doppelt so viele wie 2014. Trotzdem gibt es keinen Bewerberstopp, sondern wirbt die Hochschule im Osten des Landes weiter.

„Wir haben mit unserer Auswahl richtig gelegen und genau diejenigen bekommen, die wir haben wollten, die Lernbegierde ist immens“, zieht Studiendekan Pommerien nach dem ersten abgeschlossenen Semester Bilanz. „Unsere Studenten sind hoch motiviert, fleißig und fähig, viele haben schon eine medizinische Vorbildung“, sagt der Internist, die die Rolle des Brandenburger Chefarztes im vergangenen Jahr eingetauscht hat gegen die des Geburts- und Aufbauhelfers der 2014 gegründeten privaten Hochschule.

Nach seinen Angaben haben alle 48 angehenden Ärzte sämtliche Prüfungen am Ende ihres ersten Semesters bestanden. Einige hätten sich einer Nachprüfung unterziehen müssen. Denn die Prüfungen seien schwierig gewesen. Pommerien sieht das so: „Wir wollen eine exzellente Ausbildung bieten und fordern daher auch exzellente Leistungen.“ An einer Stelle will die Hochschulleitung den Druck künftig etwas rausnehmen und Lehrveranstaltungen so umorganisieren, dass die Studenten nicht mehr an fast jedem Wochenende Kurse belegen müssen.

Leitung will Druck rausnehmen

Der Prodekan für Studium und Lehre bekommt auch gute Rückmeldungen von den Dozenten, die am Studienort Neuruppin einen großen Hörsaal mit kleinen Seminargruppen vorfinden, während sie an der Charité einer großen anonymen Masse gegenüber stehen.

Die Dozenten der Medizinhochschule stoßen bei der ersten Studentengeneration auf junge Leute, die Lust haben zu lernen, sich in den Uni-Gremien engagieren und stolz darauf sind, zu ersten Studentengeneration der MHB zu gehören. Die musikalischen haben zudem eine MHB-Band gegründet.

Finanzierung mit Stipendium oder Darlehen

Die Medizinische Hochschule Brandenburg besteht seit 2014 und verfolgt das Ziel, junge Leute praxisnah und ganzheitlich zu fachlich versierten, menschlich kompetenten und gesellschaftlich engagierten Ärzten und Psychologen auszubilden, vornehmlich um den Ärztebedarf im Land Brandenburg zu decken.

Jeweils im April beginnen jedes Jahr 48 Studenten ihre Medizinerausbildung, die zuvor ein Auswahlverfahren durchlaufen haben.

Gesellschafter und damit Träger der MHB sind Kommunen, Krankenhäuser und Diakonie.

Die private Hochschule verlangt Studiengebühren. Etwa zwei Drittel der Studenten finanzieren ihre Ausbildung mit dem Stipendium eines Trägerkrankenhauses, die meisten anderen mit einem Darlehen.

Bei der Studiengestaltung betritt die MHB Neuland. Die Studenten lernen problemorientiert. In jedem Semester bewältigen sie drei „Module“. Im ersten Semester standen die Notfallmedizin, den Bewegungsapparat und Herz-Kreislauf im Mittelpunkt. Im zweiten Semester geht es nun um Atmung, Blut und Stoffwechsel/Verdauung.

Die misten der 90 Dozenten arbeiten an Brandenburger Krankenhäusern.

Neuruppin ist Studienort in der ersten Ausbildungshälfte, Brandenburg in der zweiten.

Auch wenn bereits heute 600 Bewerber bereit stehen für das neue Auswahlverfahren Anfang 2016 und die MHB daher rechnerisch nur etwa jeden Zwölften berücksichtigen kann, will die Hochschule um weitere Interessenten werben, allerdings nur in Berlin und den ostdeutschen Bundesländern. Denn dort sieht die Hochschulleitung die besten Chancen, dass die jungen Leute sich am Ende ihrer Ausbildung in der Region niederlassen.

Weitere Räume benötigt

Neuruppin ist für die Mehrheit der ersten Studentengeneration Wohnort geworden. Die Stadt Brandenburg muss im Laufe des nächsten Jahre die Voraussetzung dafür schaffen, dass die Studenten im zweiten Teil ihrer Ausbildung nach Brandenburg wechseln. Benötigt werden Räume für die Forschung und die Lehre.

Laut Pommerien hält die MHB daran fest, für den Unterricht ab 2015 als Mieter Teile der alten Nicolaischule zu nutzen, die derzeit als Flüchtlingsunterkunft vorgesehen ist. Die Träger der Hochschule, also das Klinikum Brandenburg und andere Kliniken, bereiten die Planung für ein Forschungsneubau in der Stadt vor, womöglich auf dem Klinikumgelände. Spruchreif ist dort allerdings noch nichts, teilt Geschäftsführerin Gabriele Wolter mit.

Von Jürgen Lauterbach

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