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Draußen weiß keiner, wie gut wir sind ...

Elektrotechnik Draußen weiß keiner, wie gut wir sind ...

„Du machst Mathe so gern, also forsche“ - sprach der Professor. Also lernte und forschte er und nun lehrt er.

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Doktorarbeit: Die Siliziumscheibe.

Quelle: Ina Schidlowski

Brandenburg. Sören Hirsch hat in Brandenburg Elektrotechnik studiert und lehrt heute hier selbst als Professor.

„Du machst Mathe so gern, also forsche“, hatte Professor Nassih Zughaibi einst zu dem Studenten Sören Hirsch gesagt. Der hat den Rat befolgt und ist tief in die Welt der Mikrosystemtechnik, der Halbleiter und Transistoren abgetaucht. 

Heute ist Sören Hirsch selbst Professor und lehrt seit September 2014 an der FH Brandenburg Elektrotechnik, insbesondere Leistungselektronik. 
Ein Beruf mit Abitur war sein anfängliches Ziel, doch im Jahr 1990 gab es diese Form der Ausbildung nicht mehr. Also wurde er zunächst Industrieelektroniker. 

„Meine Lehre habe ich im Stahlwerk gemacht“, sagt der gebürtige Brandenburger und erzählt, dass er seine Frau an der Abendschule kennen lernte, als sie beide für das Abitur lernten. 

Gerade mal ganze vier Jahre jung war die Fachhochschule Brandenburg, als Sören Hirsch 1996 sein Studium der Elektrotechnik in der Havelstadt begann. Vier Jahre später erweiterte er sein Wissen in Magdeburg an der Otto-von-Guericke Universität. Promoviert hat der heute 41-Jährige im Bereich Mikrosystemtechnik. Ein Wort, bei dem seine Augen zu leuchten beginnen. 

Aber was soll sich der Laie konkret darunter vorstellen? Schwungvoll schreitet der Professor durch sein Büro im roten Klinkerbau, dem Wirtschaftswissenschaftlichen Zentrum (WWZ) der FH Brandenburg. Aus einer Mappe zieht er seine Doktorarbeit, eine silbrig schimmernde Scheibe, die an eine CD erinnert. „Das ist Silizium“ erklärt er, „ein Halbleiter“. Dann spricht er von Elektronen, von Leitfähigkeit und der kleinsten Einheit, dem Transistor, der wie ein Schalter funktioniere. „Entweder an oder aus.“ Solche mikroskopisch kleinen Schaltungen seien in unserer modernen Welt nicht mehr wegzudenken. „Ob nun in der Automobilindustrie, der Computertechnik oder in den allgegenwärtigen Smartphones.“ 

Auch dreidimensionale Oberflächen lassen sich mit diesen hochkomplizierten Schaltsystemen bestücken, wie beispielsweise Edelstahl, Polymere oder Keramiken. So können original Bauteile genutzt und auf ein zusätzliches Trägermaterial verzichtet werden. Um den Wissenschaftstransfer voranzutreiben, hat Sören Hirsch dieses Wissen und vor allem die innovative Technik der Wirtschaft verfügbar gemacht. Im Jahr 2009 gründete er aus der Otto-von-Guericke-Universität Magdeburg das High-Tech-StartUp „Teprosa“. „Intelligente elektronische Systeme werden in der eigenen Firma entwickelt, die sich als Partner für regionale sowie überregionale Unternehmen etabliert hat“, erklärt der Professor. 

Noch bessere Möglichkeiten, mit Firmen zusammenzuarbeiten, sieht er in Brandenburg. Auch das ist ein Grund, weshalb er in die Havelstadt zurückgekehrt ist. 

Oft treffe er jedoch auf Unwissenheit. Schon in Leipzig wisse manch einer nichts von einer Uni in Magdeburg. Netzwerke aufbauen und Firmenkontakte herstellen ist deshalb sein erklärtes Ziel. „Vor 20 Jahren waren wir Vorreiter in der Elektrotechnik“. Derzeit ist Amerika rasant auf der Überholspur. Dort sei man stolz auf seine Wissenschaftler und treibe die Entwicklung auch finanziell voran. 

Professor Hirsch sieht da einen klaren Auftrag Richtung Landesregierung. „Draußen weiß keiner, wie gut wir sind.“ Man müsse ein Thema finden, in dem man „zu Hause“ ist. Sich für eine Richtung entscheiden und diese gezielt fördern. Für Sören Hirsch ist die Richtung klar: Mikrosystemtechnik und Elektrotechnik. 

Zu Hause ist der Student von einst nun wieder an der FH Brandenburg. Vorerst nur zwei Tage in der Woche, denn laufende Projekte an der Magdeburger Uni binden ihn noch stark ein. 
Der Zeitplan ist eng, die nächste Vorlesung steht an. Der sportliche Professor, der mit seiner Familie in Wusterwitz wohnt und gerne mit dem Fahrrad zur Arbeit fährt, tauscht seine Turnschuhe flink gegen formelle Treter aus und verabschiedet sich schnell. Denn die Bildung junger Menschen ist für ihn nicht nur ein Thema, über das er stundenlang reden könnte, es ist vor allem ein Prozess, bei dem er selbst gern gestaltend dabei ist, seien es die eigenen Kinder oder seine Studenten. 

Wertvoller Halbleiter

Silizium  ist ein klassisches Halbmetall. Die gesamte Erde besteht zu etwa 15 Massenprozent aus Silizium. Insbesondere der Erdmantel setzt sich zu einem beträchtlichen Anteil aus silicatischen Gesteinsschmelzen zusammen. 

Wegen seiner Eigenschaften  als Elementhalbleiter ist Silizium ein begehrtes Material für die Elektronik. Für die Anwendungen wird hochreines Halbleitersilicium benötigt. 

Silizium haltige  Materialien wie etwa Lehm wurden schon in der Antike als Baustoffe verwendet. Von Ina Schidlowski

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