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Duales Studium wird beliebter

Trend in der Ausbildung Duales Studium wird beliebter

Der Mangel an Bewerbern führt in vielen Unternehmen zu Überlegungen ein Duales Studium anzubieten. Während der Lehre erhält der Auszubildende die übliche Vergütung, und beginnt gleichzeitig ein Studium. Das Interesse in der Region wächst.

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Ein Duales Studium bietet einen Hochschulabschluss und Praxis in einem.

Quelle: dpa

Potsdam. Die Zahl der Schulabgänger mit Abitur in Brandenburg hat sich seit Jahren auf hohem Niveau eingependelt. Allein im vergangenen Jahr betrug der Anteil an den Abgängern insgesamt mehr als 37 Prozent. Die meisten von ihnen streben ein Studium an. Auf der anderen Seite haben viele Ausbildungsbetriebe teils dramatische Nachwuchssorgen. Vor diesem Hintergrund wird in immer mehr Unternehmen mit dem Gedanken gespielt, die Voraussetzungen für ein Duales Studium bei sich zu schaffen. Interessenten machen eine Lehre im Betrieb und bekommen dafür die übliche Vergütung, beginnen aber gleichzeitig eine Hochschulausbildung.

170 Unternehmen gaben bei einer Umfrage der Potsdamer Industrie- und Handelskammer (IHK) kürzlich an, sich eine Beteiligung am Modell des Dualen Studiums vorstellen zu können. „Das ist eine ziemlich große Anzahl, da wir im Land viele kleinere Unternehmen haben, für die es schwieriger ist, dies zu organisieren“, sagt Michael Ott aus dem Ausbildungsmanagement der Kammer. Der Bedarf, auch potenzielle Akademiker einzustellen, steige permanent an. „Die Unternehmen versuchen, einen Trend für sich zu nutzen“, sagt auch der Leiter des Geschäftsbereichs Bildung, Wolfgang Spieß. Tragen müssten sie dabei das Risiko, in die Ausbildung investiert zu haben, später aber eventuell eine Fachkraft zu verlieren, die mit ihrer Qualifikation bessere Angebote auf dem Mark bekommt. „Dennoch bleibt es für die Unternehmen eine interessante Variante“, so Spieß. Die IHK will noch im September beteiligte Institutionen zu einem Workshop zu dieser Thematik einladen.

„Sofa“ im Hörsaal

Viele
Krankenversicherungen bieten ihren Auszubildenden das Duale Studium an. Der Siemens-Betriebskrankenkasse zufolge haben sich dort einige der 69 Frauen und Männer, die in diesem Sommer ihre Lehre gestartet haben, für die Kombination mit dem Studium entschieden.

Die neuen Auszubildenden haben eine Kariere als „Sofa“ gestartet, wie es heißt. Dabei handelt es sich nicht etwa um ein Sitzmöbel, sondern um den Beruf des Sozialversicherungsfachangestellten. Er gilt als Klassiker unter den Jobs im Gesundheitswesen.

I m Falle des Dualen Studiums kombinieren die Neustarter die klassische Sofa-Ausbildung mit einem Studium der Gesundheitsökonomie oder Betriebswirtschaftslehre. Nach viereinhalb Jahren haben sie dann eine doppelte Qualifikation in der Tasche.

Das Duale Studium verzahnt hier klassische Berufs- und Hochschulausbildung miteinander. Im Idealfall hat man nach der meist dreijährigen Ausbildung einen Berufsabschluss in der Tasche und steht vor einem akademischen Abschluss – meist dem Bachelor. Der Vorteil für den Schulabgänger: Er hat für sein Studium quasi eine Art Stipendium, auf seinem Konto geht monatlich die normale Ausbildungsvergütung ein. Vorwiegend wird dieses duale Studium derzeit in Banken oder im kaufmännischen Bereich angeboten.

Anbieter für den akademischen Teil in Brandenburg, also das Studium, sind derzeit etwa das IHK-Bildungszentrum Ausbildungsverbund Teltow (AVT) oder auch die Verwaltungs- und Wirtschaftsakademie Potsdam. Derzeit seien knapp 30 junge Menschen im ersten Jahr in diesem betriebswirtschaftlichen Studium des AVT gemeldet, so die Projektkoordinatorin Kristiane Friedrich. Über alle drei Ausbildungsjahre hinweg werden aktuell 80 Teilnehmer verzeichnet. Auf der betrieblichen Seite haben die Studenten Ausbildungsverträge vorwiegend im Handel, öffentlichen Dienst oder Dienstleistungsbranchen. Auch Maschinenbau ist dabei. Der Unterricht findet freitags und sonnabends jeweils blockweise acht Stunden lang statt. Die Prüfungen werden an Hochschulen abgelegt.

Von Gerald Dietz

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