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Der Einsteinsturm auf dem Telegrafenberg

Bauten der Wissenschaft Der Einsteinsturm auf dem Telegrafenberg

Sogar Hollywoodstar Brad Pitt besuchte den Einsteinsturm auf dem Potsdamer Telegrafenberg. Das von Erich Mendelsohn geplante und zwischen 1919 und 1924 errichtete eckenlose Gebäude ist ein Muss für Architekturfans und ein beliebtes Fotomotiv. Der Besuch des Gebäudeinneren ist nur einmal im Monat zwischen Oktober und März jeweils um 10 Uhr möglich.

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Ein beliebtes Fotomotiv ist der zwischen 1919 und 1924 errichtete Einsteinturm auf dem Telegrafenberg.

Quelle: Christel Köster

Potsdam. Vergessen Sie Schloss Sanssouci! Potsdams wahres architektonisches Schnuckelchen ist der Einsteinturm mit seinen Schwüngen und Bögen. Das von Erich Mendelsohn geplante und zwischen 1919 und 1924 errichtete eckenlose Gebäude ist ein Muss für Architekturfans wie Brad Pitt. Der Hollywoodbeau nutzte 2009 die drehfreie Zeit (als er in Babelsberg für „Inglourious Basterds“ vor der Kamera stand), um den Einsteinturm zu besuchen. Auch der englische Prinz Charles und Star-Architekt Daniel Libes-kind nahmen dieses eindrucksvolle Zeugnis expressionistischer Baukunst in Augenschein. Dabei dürfen sich Neugierige während der warmen Monate nicht im Observatorium umsehen. Im Sommer sei es schwerer, die Feuchtigkeit, die atmende und schwitzende Menschen zwangsläufig mitbringen, aus dem Gebäude herauszubekommen, sagt Jürgen Rendtel. Zudem sorgen Temperaturschwankungen beim Teleskop für unerwünschtes Bildflimmern.

Führungen einmal im Monat

Von außen kann der Einsteinturm auf dem Telegrafenberg jederzeit besichtigt werden. Der Besuch des Gebäudeinneren ist nur einmal im Monat zwischen Oktober und März jeweils um 10 Uhr möglich, da Teleskop und Optiklabor ständig für aktuelle Forschungsaufgaben benutzt werden.

Bei den vom Urania-Verein „Wilhelm Foerster“ organisierten Führungen (Dauer zwischen 60 und 90 Minuten) werden Einzelheiten zum denkmalgeschützten Gebäude, zum Teleskop und zu gegenwärtigen Aufgaben erläutert.

Da die Zahl auf 15 Besucher begrenzt ist, wird um Anmeldungen für die Führungen gebeten. Interessenten wenden sich (auch für Terminanfragen) bitte an den Potsdamer Urania-Verein „Wilhelm Foerster“ unter 0331/291 741 oder per E-Mail unter verein@urania-potsdam.de

Die Ausnahme also, dass der promovierte Physiker die MAZ-Reporterin im September durchs Gebäude geführt hat. Reguläre Rundgänge bietet der Urania-Verein „Wilhelm Foerster“ von Oktober bis März an. Von außen kann man den Einsteinturm auf dem Telegrafenberg, wo viele wissenschaftliche Institutionen angesiedelt sind, jederzeit besichtigen. Der Einsteinturm – nach Vorgaben des Astronomen Erwin Finlay-Freundlich gebaut – fungiert als Schutzhülle für das Teleskop, das auf einem eigenen Fundament steht, vertikal fest aufgestellt mit einem Linsenobjektiv von 60 Zentimeter Durchmesser und 14 Metern Brennweite.


Der Beratungsraum mit dem originalen Mobiliar in Moosgrün

Der Beratungsraum mit dem originalen Mobiliar in Moosgrün.

Quelle: aip

In der Kuppel befindet sich ein astronomisches Gerät namens Coelostat. Dessen zwei Spiegel lenken das Sonnenlicht ins Teleskop, so Rendtel. Im Kellergeschoss wird das Licht durch einen schwenkbaren Spiegel horizontal ins Labor geleitet. Dort befindet sich ein 14 Meter langer Spektografenraum, der bis ans Ende des Erdwalls auf der Südseite des Tunnels reicht. In diesem Raum wird das Sonnenlicht in seine spektralen Bestandteile zerlegt und analysiert. Der Einsteinturm gehört zum Leibniz-Institut für Astrophysik Potsdam (AIP) mit Stammsitz an der Sternwarte in Babelsberg. Nach wie vor spielt der Bau eine wichtige Rolle bei Vorbereitung und Tests neuer Experimente und Geräte, die in modernen Mega-Teleskopen eingesetzt werden.So beteiligen sich die Potsdamer Astrophysiker mit Kollegen von anderen deutschen und einem spanischen Institut an einem Sonnenobservatorium auf Teneriffa.

1999 wurde der Einsteinturm mit Unterstützung der Wüstenrot-Stiftung aufwendig renoviert. Den charakteristischen eierschalenfarbenen Anstrich hat der Bau seit 1927. Vormals war er Betongrau. Ein Kleinod im Kleinod ist der Arbeitsraum, Hingucker expressionistische Mobiliar in Moosgrün. Dort saß einst auch Albert Einstein (1879-1955). Auch wenn das Observatorium den Namen des Physik-Nobelpreisträgers trägt – „Einstein hat hier nie gearbeitet“, sagt Rendtel. Der Entdecker der Relativitätstheorie nahm damals an den Kuratoriumssitzungen der Einstein-Stiftung teil, die in jenem grünen Raum stattfanden.

Von Ricarda Nowak

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