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Philosophiebuch ist Monatssieger

Emys Buchpreis Philosophiebuch ist Monatssieger

Der Potsdamer Verein proWissen kürt die Autorin Janny van der Molen für ihr Philosophiebuch mit dem „Emys“ des Monats. In dem Buch geht Herr Swart gemeinsam mit seinen Schülern alltäglichen Themen wie Essstörungen und Patchworkfamilien auf den Grund und gelangen quasi nebenbei zu tiefgreifenden philosophischen Erkenntnissen.

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Janny van der Molen.

Quelle: PROMO

Potsdam. Und wieder steht eine Preisträgerin fest. Die Niederländerin Janny van der Molen bekommt für ihr originelles Philosophie-Buch „Herrn Swart brummt der Schädel“ den „Emys“ des Monats August. Seit 2013 vergeben die Stadt- und Landesbibliothek und der Verein proWissen Potsdam in Zusammenarbeit mit dem Kindermagazin „Geolino“ den nach der Sumpfschildkröte Emys orbicularis benannten Preis für herausragende Sachbuchliteratur in der Kinder- und Jugendbuchsparte.

In dem Buch muss sich der Lehrer Herr Swart mit seinen Schülern – es sind Teenager zwischen 15 und 17 – in sechs Kapiteln auseinandersetzen. Den Kids machen Essstörungen, geschiedene Eltern und Patchworkfamilien zu schaffen. Bei der Beschäftigung mit diesen alltäglichen Problemen stoßen sie auch auf die Gedanken großer Philosophen – Platon, Marx, Nietzsche oder Hannah Arendt.

„Ich wollte zeigen, dass Ideen wie die von Descartes oder Marx für diese Alltagsprobleme relevant sind. Das Denken ist wichtig und verändert manchmal das Leben meiner jugendlichen Helden“, sagt van der Molen der MAZ. Gerade Philosophie könne auch Jugendlichen helfen, sich in einer komplexen Welt zu orientieren.

Dem stimmt „Emys“-Mitbegründerin und Jurymitglied Simone Leinkauf zu. „Ich habe selbst Philosophie studiert, aber ich habe es geradezu verschlungen.“ Dem Buch gelinge das Kunststück, komplexe philosophische Zusammenhänge, kind- und jugendgerecht zu vermitteln. Sehr überzeugend sei zum Beispiel, wie Hannah Arendts These von der Banalität des Bösen anhand des Auftretens von Adolf Eichmann als kleinkariertem Biedermann vor dem Jerusalemer Gericht erläutert werde.

„Er könnte unser Nachbar sein“, sagt Leinkauf. Bei dieser Szene laufe es jedem Leser eiskalt den Rücken herunter. Ähnlich eingängig sei die Behandlung anderer philosophischer Theoreme. Herrn Swarts Erlebnisse könnten auch jüngere Leser spielend und doch mit großem Gewinn lesen.

Dass es den „Emys“-Preis gebe, sei sehr wichtig. Buchpreise gebe es zwar viele, räumt die proWissen-Geschäftsstellenleiterin Leinkauf ein. „Aber es gibt keinen vergleichbaren Sachbuchpreis im Bereich Kinder- und Jugendliteratur.“ Bewusst sei der nach der märkischen Schildkröte benannt. Diese ist vom Aussterben bedroht. Selbiges vermutet man im digitalen Zeitalter auch von der Kinder- und Jugendliteratur. „Wir tun etwas, damit das nicht geschieht.“

Der Preis schlug im ganzen deutschsprachigen Raum ein. Gezählt werden auch Übersetzungen wie im aktuellen Fall. Die Jury kürt zunächst die Monatssieger und rekrutiert aus denen die Siegerin oder den Sieger des Jahres. Diese oder dieser wird kommendes Frühjahr auf der Leipziger Buchmesse ausgezeichnet. Die Chancen für Janny van der Molen scheinen nicht schlecht zu stehen.

Von Rüdiger Braun

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