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Erste Kinorolle für Babelsberger Filmstudenten

Emanuel Schiller spielt im Drama „Uns geht es gut“ Erste Kinorolle für Babelsberger Filmstudenten

Im Henri Steinmetz’ Langfilmdebüt „Uns geht es gut“ versucht eine Gruppe Außenseiter ihren Weg im Leben zu finden, indem sie einander als selbst gewählte Familie annehmen. In einer der Hauptrollen ist der Babelsberger Filmstudent Emanuel Schiller zu sehen. Ab Donnerstag startet „Uns geht es gut“ im Kino.

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Tolles Ensemble: In „Uns geht es gut“ spielen Jordan Dwyer, Franz Rogowski, Jonas Dassler, Maresi Riegner und Emanuel Schiller (v.l.).

Quelle: x verleih

Babelsberg. Die nackten Beine stecken in knöchelhohen Sneakers, breitbeinig zielt der Pinkelstrahl auf eine Lache aus Kotze und auf einen Raben, der sich daran irgendwie wenig stört. Diese eindrückliche Szene gehört Jojo in dem anekdotisch erzählten, am Donnerstag startenden Kinofilm „Uns geht es gut“. Die Story: Fünf Jungerwachsene bilden eine Art Ersatzfamilie, streunen sommers durch eine anonyme Großstadt, erleben Momente voller Glück, bis (nicht nur erotische) Spannungen in der Gruppe zunehmen... Einer der jungen Leute ist Jojo, gespielt von Emanuel Schiller, der für die Rolle kurze Hosen, schlabbriges Muscle-Shirt, ausgewaschene Bomberjacke zur Prinz-Eisenherz-Frisur trägt. Wie ein zu groß geratenes Kind wirkt der Babelsberger Schauspielstudent in den Klamotten – die er sich halt nicht selbst aus dem Kleiderschrank gezogen hat, sondern die zum Kostümbild gehören. Und die die Unentschlossenheit seiner Figur, erwachsen zu werden, optisch unterstreicht.

Zum Gespräch im „Kotti Café“ in Berlin-Kreuzberg erscheint der Jungschauspieler dann winterlich angepellt – und mit blonder Wuschelmähne. „Uns geht es gut“, Langfilmdebüt des gebürtigen Hallenser Regisseurs Henri Steinmetz, ist Schillers erste Kinorolle.

Seit Oktober studiert der 26-Jährige an der Filmuniversität „Konrad Wolf“. Der Stundenplan ist randvoll – theoretische Grundlagenseminare, dazu Ballett, Yoga, Fechten – alles gut für Körperhaltung und -gefühl. Vor Jahren hatte sich Schiller an der Berliner Hochschule für Schauspielkunst „Ernst Busch“ beworben. Mit Ansage, ohne Erfolg. Denn erst Babelsberg sei sein „ernsthafter Versuch“ gewesen, sich ausbilden zu lassen. Während Schauspieleleven normalerweise ohne größere Referenzen ins Studium starten, bringt der gebürtige Leipziger einige Erfahrungen mit. Seine erste Fernsehrolle hat er in Bernd Fischerauers Historiendrama „Der Weg zur Macht“ (2011) über den Aufstieg der Nazis gespielt – einen Hitlerjugend-Anführer. Im isländischen Kurzfilm „Beetroot Suicide“ (2013) sieht man Schiller beim Rote-Beete-Schnibbeln und Baden zu.

Zur Schauspielerei führte den jungen Mann mit dem klaren, offenen Gesicht einst die Reiselust. In einem Zeitungsartikel das verlockende Angebot: Als Technikassistent mit einer Theatergruppe eine Woche für 50 Euro nach Schweden! Und ab dafür! In Schweden besuchte Schiller dann Workshops für Rollenspiel, fand Gefallen an der Bühne und blieb dabei. Im „Spinnwerk“, Theater-für-Jedermann-Projekt des Leipziger Centraltheaters, stand er auf der Bühne, inszenierte Stücke. Zu seinem Repertoire zählte sogar eine Rolle als „masturbierender Zombie“ in „Solveig macht Peter“ , das war 2012, allerdings im freien Theater „Lofft Leipzig“.

Kinostart am 28. Januar

Im Zustand ewiger Sommerferien bewegen sich Maresi Riegner (Marie), Jojo (Emanuel Schiller), Jonas Dassler (Tim), Jordan Dwyer (Birdie) und ihr Anführer Tubbie (Franz Rogowski).

Regisseur Henri Steinmetz, der in Wien bei Oscar-Preisträger Michael Haneke studierte, erzählt in seinem Langfilmdebüt von einer Gruppe Jugendlicher, die eine Art Ersatzfamilie bilden. Ihre Angst vor der eigenen Unzulänglichkeit verstecken sie hinter einer coolen Fassade, bis sich am Ende die Gewalt ihren Weg bahnt.

In weiteren Rollen spielen Angela Winkler, Denis Moschitto und Gerdy Zint.

„Uns geht es gut“, produziert von der Firma X Filme Creative Pool des Babelsbergers Stefan Arndt, startet am Donnerstag bundesweit in den Kinos.

Der Regisseurin des Stücks mit dem Zombie, Solveig Hoffmann, hat Schiller den Dreh für „Uns geht es gut“ zu verdanken. Sie hat Henri Steinmetz den entscheidenden Tipp gegeben, als er vier Jungmänner suchte. „Wir haben uns in Leipzig auf einen Döner getroffen, und es passte“, erzählt Schiller. Auch das Drehbuch habe ihm gefallen, der Wert, den der Regisseur auf stimmungsvolle Bilder und lange Plansequenzen gelegt hat. Das Spiel „aus dem Moment heraus“ mochte der 26-Jährige beim Dreh zu „Uns geht es gut“.

Trotz seiner Leidenschaft fürs Schauspielen ist Schiller keinen geradlinigen Weg gegangen und hat sich vor dem Studium an der Filmuni zum Logopäden ausbilden lassen. „Ich bin es gewohnt, meiner Nase zu folgen“, sagt der groß gewachsene Nachwuchsschauspieler. Und deshalb will er nach wie vor eigene Projekte umsetzen und sich einer weiteren Leidenschaft – der Musik – widmen.

Von Ricarda Nowak

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