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Facebook-Chef gibt vor Studenten Fehler zu

Fragen an Mark Zuckerberg Facebook-Chef gibt vor Studenten Fehler zu

Mark Zuckerberg, einer der einflussreichsten Männer weltweit, stellte sich in Berlin den Fragen von Studenten. Mit dabei war der Potsdamer Student Jonas Umland, der am Hasso-Plattner-Institut studiert. Er sprach den Facebook-Chef auf Hasskommentare im Netz an. Mit der Antwort war der 19-Jährige überhaupt nicht zufrieden.

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Jonas Umland begegnet dem Facebook-Chef Mark Zuckerberg und stellte ihm unangenehme Fragen.

Quelle: Privat

Potsdam. Der Bachelor-Student der Software-Systemtechnik am Potsdamer Hasso-Plattner-Institut (HPI), Jonas Umland (19) , war vergangene Woche beim “Townhall Meeting“ mit Facebook-Gründer Mark Zuckerberg in Berlin. Umland hatte vorab exklusiv eine Frage an Zuckerberg stellen dürfen.

Wie fanden Sie das Townhall-Meeting mit Mark Zuckerberg insgesamt?

Jonas Umland: Es war eine tolle Veranstaltung. Es hat mir wirklich Spaß gemacht. Es war für mich natürlich auch besonders anstrengend wegen der Vorbereitungen zu meiner Frage im Vorfeld, trotzdem war es toll, dass ich dabeisein durfte. Es war nicht die übliche Pressekonferenz. Die Fragen waren anders als gewöhnlich. Es waren auch sehr persönliche Fragen an Mark Zuckerberg dabei. Es ging nicht nur um Facebook, sondern auch um ihn selbst.

Sie selbst hatten eine Frage zu Hasskommentaren auf Facebook, waren aber, wie man schon hörte, nicht so glücklich über die Antwort Zuckerbergs. Warum?

Umland: Was ich nicht so gut fand war, dass er keine konkreten Lösungsvorschläge oder Pläne hatte oder konkrete Aussagen darüber machte, was Facebook in Zukunft anders machen wird. Es war eine Zusicherung: Ja, es gibt Probleme und wir müssen etwas ändern. Aber Konkretes kam dann nicht.

Hätte er Ihrer Meinung nach denn eine Lösung haben können?

Umland: Er hätte zum Beispiel im Detail sagen können, wie genau die Task Force gegen Hasskommentare auf Facebook in Berlin künftig arbeitet. Auch hätte er mehr auf eine spätere Frage eingehen können, ob man zum Beispiel mit künstlicher Intelligenz Texte schon im Vorfeld analysieren und von vorneherein ausschließen könnte oder Texte, die Hasskommentare sein könnten, mit ihrer Hilfe kennzeichnen könnte, um dadurch den Menschen die Aufgabe zu erleichtern, Hasskommentare auf Facebook aufzuspüren.

Was hat Mark Zuckerberg stattdessen gesagt?

Umland: Seine Antwort war: Facebook hat in letzter Zeit Fehler gemacht. Wir müssen in Zukunft etwas anders machen. Und dann hat er erklärt, dass ihm die Bedeutung des Themas in Deutschland sehr klar geworden ist und dass es auch wichtig für Facebook ist, dass es etwas gegen Hasskommentare tut.

Hatten Sie den Eindruck, dass ihm das wirklich klar war?

Umland: Ich hatte schon den Eindruck, dass das Thema für ihn selber wichtig geworden ist, obwohl es ihm in der Vergangenheit noch nicht so wichtig war. Vielleicht musste er Deutschland in der Hinsicht noch ein bisschen besser kennenlernen. Aber die Art und Weise wie er reagiert hat, schien mir doch ein Beleg dafür, dass ihm die Bedeutung des Themas inzwischen doch klar geworden ist.

Rechnen Sie damit, dass sich das in der Konzernarbeit bemerkbar macht?

Umland: Ich denke schon, dass Facebook klar geworden ist, dass sie in Deutschland etwas anders machen müssen. Ich hoffe, dass das Unternehmen das auch umsetzt. Man kann sich zwar nicht sicher sein, aber es wäre mein Wunsch, dass das passiert.

Warum ist Ihnen das Thema selbst so wichtig?

Umland: Ich nutze selbst Facebook. Dann sieht man so etwas immer wieder, wenn man durch den News-Feed scrollt. Es muss nicht unbedingt das Flüchtlingsthema sein, aber man findet immer wieder Kommentare, die in eine bestimmte Richtung gehen. Es schaukelt sich dann eine Diskussion hoch und irgendwann wird es beleidigend oder rassistisch. Das gefällt mir überhaupt nicht. Ich finde, manche Kommentare kann man einfach nicht so stehen lassen, man muss etwas gegen bestimmte Äußerungen tun.

Fällt Ihnen ein besonders abstoßendes Beispiel ein?

Umland: Ein konkretes Beispiel habe ich nicht zur Hand, aber man muss leider gar nicht lange suchen, um Entsprechendes auf Facebook zu finden.

Wenn Sie Gelegenheit hätten, länger mit Mark Zuckerberg zu sprechen, um welche Themen ginge es Ihnen dann?

Umland: Ich hatte am Samstag auch noch Gelegenheit beim „Facebook Innovation Hub“ in Berlin zu sein. Da gab es einige Dinge, die mich im Detail interessieren würden, zum Beispiel das Thema virtuelle Realität. Natürlich würde ich auch zum Thema Hasskommentare noch einmal nachfragen. Ich würde Zuckerberg auffordern, dass er einmal genauer sagt, wie Facebook den Kampf gegen Hasskommentare künftig umsetzen wird.

Von Rüdiger Braun

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