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Filmuniversität als Filmschauplatz

Bauten der Wissenschaft Filmuniversität als Filmschauplatz

Seit dem Jahr 2000 sitzt die Filmuniversität „Konrad Wolf“ in einem auffälligen Gebäude an der Marlene-Dietrich-Allee in der Medienstadt Potsdam-Babelsberg. Elf künstlerisch-technische Studiengänge von Schauspiel bis Regie sind dort untergebracht.

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Das Gebäude der Hochschule für Film und Fernsehen (jetzt Filmuniversität) mit den Mikadostäben ist 2000 eröffnet worden.

Quelle: Christel Köster

Babelsberg. Außen spiegelndes Glas und bunte Mikadostäbe, innen roher, grauer Beton: Die architektonisch kontrastreiche Filmuniversität „Konrad Wolf“ ist ein Hingucker in der Medienstadt Babelsberg. 2000 eröffnete der Neubau an der Marlene-Dietrich-Allee. Zuvor war die Hochschule für Film und Fernsehen jahrzehntelang in malerisch gelegenen Villen am Griebnitzsee untergebracht, die nicht mehr modernen Lehrbedingungen entsprachen und auf denen Rückübertragungsansprüche lasteten.

Mit der dank Beton und Metall „rohen“ Optik hat das Hamburger Architektenbüro Roloff, Ruffing + Partner ein Statement gesetzt. Ihre Konstruktion erinnert an eine Fabrikhalle: „Mit dem Unterschied, dass hier keine Autos, sondern Filme produziert werden“, erzählt Gebäudemanager Matthias Legde, von Hause aus Architekt und an der Filmuni seit 2006 zuständig für alle Belange rund um den Bau – von der Haustechnik über Reinigung bis zur Sicherheit.

Hollywood-Star Liam Neeson (l) drehte 2010 im Atrium der Filmuniversität Szenen für den Thriller „Unknown“

Hollywood-Star Liam Neeson (l.) drehte 2010 im Atrium der Filmuniversität Szenen für den Thriller „Unknown“.

Quelle: Bernd Gartenschläger

Die Filmuni wirkt von außen wie ein komplettes Gebäude – tatsächlich ist der Viergeschosser in fünf Abschnitte unterteilt, im Innern zusammengehalten durch eine „Haupterschließungsachse“, so Legde. In den Boden des Atriums sind zwei Wasserbassins eingelassen, auf die Spaßvögel gern mal Quietscheenten aussetzen. Doch die Bassins sind keine optische Spielerei, sondern sollen die Luftfeuchte erhöhen und im Sommer die Temperaturen senken.

Für damals 70 Millionen Mark spendierte das Land dem Filmnachwuchs ein neues Gebäude, supermodern ausgestattet unter anderem mit Ton- und Schnittstudios, Synchron- und Geräuschstudio, Fotolaboren, digitalen Trickkameraräumen, studentischen Werkstätten, Seminarräumen, Kino- und Hörsaal mit 240 Plätzen, Probebühnen, Theatersaal, Bibliothek (mit mehr als 100 000 Büchern), ein zentrales Techniklager.

Herzstück sind die beiden technisch komplett ausgestatten Filmstudios (200 und 350 Quadratmeter groß) im Keller, die über zweieinhalb Etagen reichen. Dort drehen Studenten ihre Übungs- oder Abschlussfilme. Auch der erste studentische 3-D-Film „Till Topper gibt nicht auf“ (2010) entstand in den Studios. Angesichts der elf unterschiedlichen Studiengänge – rund 550 Filmtalente studieren unter anderem Regie, Kamera, Sound oder Schauspiel – muss die Ausstattung entsprechend spezialisiert sein. „Jeder Studiengang hat andere Bedürfnisse“, sagt Legde beim Rundgang durchs Haus.

Mit Photovoltaik-Anlage

Im Oktober 2000 ist das Gebäude der Hochschule für Film und Fernsehen „Konrad Wolf“ (jetzt Filmuniversität) an der Marlene-Dietrich-Allee in der Medienstadt Babelsberg eröffnet worden. Die Baukosten betrugen 70 Millionen Mark (etwa 35 Millionen Euro).

Die Filmuni mit einer Nutzfläche von rund 10 300 Quadratmetern verfügt unter anderem über Mischtonatelier, Schnittplätze, Kino- und Theatersaal.

Seit 2010 befindet sich auf dem Dach eine Photovoltaik-Anlage. Die Sonnenenergie liefert durchschnittlich zehn Prozent des benötigten Stroms. rn

Künftig soll die Barrierefreiheit in der Filmuni an einigen Stellen verbessert, beispielsweise die Bibliothek auf allen Etagen für Rollstuhlfahrer erreichbar sein. Ein wenig die „Achillesferse“ der Filmuni ist die Caféteria, in der man sich zwar mit Mittagessen, Snacks und Getränken versorgen kann, jedoch das Futtern bei niedrigen Temperaturen kein Genuss ist. Da das Atrium keine Heizung hat, muss man in Jacken und Mäntel das Essen herunter schlingen. Für eine Mensa habe das Geld damals nicht gereicht, so Legde.

Rettung naht: Am 7. September soll mit dem immer wieder verschobenen Bau des Annex „Haus  6“ mit 2200 Quadratmeter Nutzfläche begonnen werden. Was Profs, Dozenten und Studenten am meisten ersehnen, soll auf der unteren Etage einziehen: eine großzügige Mensa. Zudem kommen Räume für die Studiengänge Szenografie, Animation, Schauspiel und Sound sowie Büros für Drittmittelprojekte unter. Der 13,7 Millionen Euro kostende Annex soll ebenfalls über den Gang mit dem Hauptgebäude verbunden werden und Anfang 2018 bezugsfertig sein.

Für Hollywoodglanz in der Filmhochschule sorgte Liam Neeson vor Jahren: 2010 stand der Actionstar in dem markanten Gebäude für „Unknown“ vor der Kamera. Der Thriller entstand in Berlin und Brandenburg, koproduziert vom Studio Babelsberg. Was lag also näher, als ein paar Szenen dort zu drehen, wo sonst der Filmnachwuchs ausgebildet wird! Ob dem Schauspieler den Schauplatz gefiel, ist leider nicht überliefert.

Von Ricarda Nowak

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