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Finanzhochschule sucht Studenten aus Polen

Steuerrecht in Königs Wusterhausen Finanzhochschule sucht Studenten aus Polen

Die Fachhochschule für Finanzen in Königs Wusterhausen wünscht sich mehr polnische Studierende. Zum Diplom Finanzwirt ausgebildet, werden sie mit offenen Armen in den Finanzämtern Cottbus und Oranienburg empfangen. Die Sprachkenntnisse in Deutsch und Polnisch helfen, die rund 50 000 Steuerfälle polnischer Unternehmen in Deutschland zu bearbeiten.

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Mateusz Walczak aus Polen studiert in Königs Wusterhausen.

Quelle: Andrea Müller

Königs Wusterhausen. An der Finanzhochschule in Königs Wusterhausen werden in diesem Jahr erstmals Studierende aus Polen ausgebildet. Aus gutem Grund: Denn in den Finanzämtern in Cottbus und Oranienburg werden händeringend Fachleute gebraucht, die Polnisch beherrschen. In den beiden Brandenburger Finanzämtern werden im Jahr rund 50 000 Steuerfälle polnischer Unternehmen bearbeitet, die in ganz Deutschland agieren.

Mateusz Walczak hat im Oktober in Königs Wusterhausen angefangen zu studieren. Der junge Mann kommt aus Nowa Sól bei Zielona Góra . „Ich habe schon in der Schule Deutsch gelernt“, sagt er. Dann habe er eine Ausbildung in einem Steuerbüro hier absolviert und sich anschließend bewusst für das Studium des Steuerrechts in Königs Wusterhausen entschieden.

Direktorin Bettina Westphal freut sich, neben dem 23-Jährigen zwei weitere Studierende aus dem Nachbarland für ein Studium gewonnen zu haben. „Sie finden bei uns hervorragende Bedingungen vor“, wirbt sie für ihre Bildungseinrichtung. Walczak nickt. Am überzeugendsten seien für ihn die finanziellen Voraussetzungen. „Ich bekomme hier mehr Stipendium, als meine Mutter und mein Vater in Polen zusammen verdienen“, sagt er. Sie sei Näherin, er arbeite in einer Fabrik, die Gartenzwerge herstellt. „Studium und Ausbildung werden von uns bezahlt“, erläutert Westphal. Die Studenten seien so wirtschaftlich abgesichert, um sich ganz auf ihr Studium konzentrieren zu können. Auch nach dem Abschluss – Walczak wird dann Diplom Finanzwirt sein – warten auf den jungen Polen gute Jobs in Deutschland. Er geht momentan davon aus, direkt übernommen zu werden.

Aus gutem Grund kann er damit rechnen. Denn die Finanzämter in Cottbus und Oranienburg warten auf solche Leute wie ihn. „Wir haben zwar unseren Mitarbeitern Polnisch-Sprachkurse angeboten, aber die reichen nicht aus“, sagt Christiane Wrede, Vorsteherin des Finanzamtes in Cottbus. Bei den ansteigenden Zahlen von Wirtschaftstätigkeit polnischer Unternehmer besonders in der grenznahen Region seien Leute gefragt, die sich im ohnehin schwierigen Vokabular des Steuerrechts in Deutsch und Polnisch perfekt zurechtfinden. Zumal pro Jahr zwischen 5000 und 6000 neue „polnische“ Steuerfälle hinzukämen. Für die Zukunft wünscht sich die Fachhochschule darum noch mehr Studenten aus Polen. „Zwischen fünf und zehn im mittleren und gehobenen Dienst“, so Westphal.

Von Andrea Müller

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