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Geheimnisvolle Villa in Groß Glienicke

Lesung in der Villa Schöningen Geheimnisvolle Villa in Groß Glienicke

Thomas Harding hat ein Buch über seine einst in Groß Glienicke lebenden Vorfahren geschrieben, die in der Villa Alexander residierten. Das Holzhaus hat viele dramatische Ereignisse gesehen, Harding wird darüber berichten. Die Flucht vor den Nazis spielt dabei eine zentrale Rolle.

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Das Sommerhaus in Groß Glienicke.

Quelle: Stadt Potsdam

Berliner Vorstadt. Der Alexander-Haus e.V. lädt am 25. Februar, um 19 Uhr, in die Villa Schöningen an der Glienicker Brücke zur Präsentation des jüngst bei dtv erschienenen Buches „Sommerhaus am See“ des britischen Autors Thomas Harding ein. Es liest und moderiert Winfried Sträter vom Deutschlandradio Kultur. Der Autor ist bei der Vorstellung des Buches anwesend.

Im Haus spielten sich menschliche Schicksale ab

Das kleine Holzhaus am See von Groß Glienicke ist fast 100 Jahre alt und hat die turbulente Geschichte eines ganzen deutschen Jahrhunderts überstanden, inklusive des Zweiten Weltkriegs. Es steht für die Schicksale von Menschen und ihren Familien: Otto von Wollank war ein noch vom Kaiser geadelter Landwirtschaftsunternehmer. Auf seinem Grund wurde das Sommerhaus in den 1920er-Jahren von der jüdischen Familie Alexander errichtet.

Elsie Alexander, die ältere Schwester von Hanns Alexander, dem Mann, der als britischer Offizier den Kommandanten des KZ Auschwitz, Rudolf Höß, gejagt hat, verbrachte wunderbare Zeiten an diesem Ort, bevor ihre Familie vor den Nazis fliehen musste.

Für Elsie Alexander, Großmutter von Autor Thomas Harding, ist das Haus auch nach der Verfolgung und Vertreibung durch die Nazis ein Ort für die Seele geblieben.

Ein Komponist und Nazi pachtete das Anwesen in Groß Glienicke

Danach pachtete Will Meisel, Komponist und NSDAP-Mitglied, das Anwesen. Nach der Teilung Deutschlands lag es in der sowjetischen Besatzungszone und späteren DDR, direkt an der Grenze zu West-Berlin.

Der im Jahr 1968 geborene Autor Thomas Harding hatte seine Großmutter einmal nach der Wende dorthin begleitet. Viele Jahre später kam er wieder. Es war wie ein Wunder. Das Haus stand immer noch, inzwischen aber verlassen und dem Verfall preisgegeben. Er beschloss, die Geschichte dieses Hauses und der Menschen, die in ihm einst gelebt hatten, zu erzählen.

Und nicht nur das: Er konnte die Stadt Potsdam, inzwischen Besitzerin des Grundstücks, davon überzeugen, dass dieses Haus Denkmalschutz verdient.

Die Sunday Times schrieb über das Buch von Harding: „Ein Meisterwerk der Sozialgeschichte, dargestellt mit rasantem erzählerischem Schwung.“

Info: Der Eintritt zur Lesung beträgt sechs Euro.

Von Jens Trommer

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