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Buddeln im Schnee

Grönland-Expedition Buddeln im Schnee

Zum fünften Mal in Folge hat das Grönland-Team um den Potsdamer Wilfried Korth eine Mega-Etappe von mehr als 20 Kilometern am Stück hinter sich gebracht. Die Anstrengung zehrt inzwischen ein wenig an den Kräften. Dennoch bleibt die Stimmung gut und der gesetzte Zeitplan einhaltbar.

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Quelle: Privat

Grönland.  „Die Blasen an den Füßen sind noch da und die langen Touren gehen an die Substanz“, räumt Wilfried Korth, der Leiter des seit fast einem Monat auf Grönland tourenden Expeditionsteams unumwunden im Gespräch mit der MAZ ein. 107 Kilometer aufgeteilt in fünf Tagesetappen liegen hinter der Gruppe. „Das ist doch was“, so Korth. Neben der körperlichen Anstrengung kann auch noch etwas anderes für Stress sorgen: Die vier Freunde müssen für die lange Zeit auch psychisch miteinander auskommen. „Es gibt jeden Tag mal einen von uns, der die ganze Zeit flucht“, berichtet Korth. Die Kunst sei es mit Macken und manchmal falsch gewählten Worten umzugehen. Bislang gelingt das den Tour-Teilnehmern auf der Route des Vorgängers Alfred de Quervain noch vorbildlich.

Was den Eiswanderern im Augenblick vor allem fehlt, ist Wind. Während bei den vergangenen Touren die Schlitten bei Gelegenheit mit Zwei-Quadratmeter-Segeln vorangetrieben wurden, gab es im laufenden Jahr bislang nur einmal Gelegenheit dazu. Korth hofft jetzt auf die kommenden Tage.

Aus dem Tagebuch

Donnerstag, 20.8.2015

Zum fünften Mal in Folge haben wir eine 20 km Etappe geschafft. 107 km in fünf Tagen, das ist doch was!

Heute haben wir allerdings das Camp 25 von 2002 nicht geschafft. Ein Blick in das alte Tagebuch gab Aufschluss: Wir sind damals fast 23 km an einem Tag gegangen, aber mit Windunterstützung. Wir hatten die Schlitten mit 2 m²-Segeln aufgetakelt. Heute war es praktisch windstill. Umsomehr freut uns, dass wir 20 km gelaufen sind.

Jetzt rieselt draußen etwas Schnee auf das Zelt. Wir sitzen aber direkt in den Wolken, also kein richtiger Schneefall...

Die Stimmung ist immer noch sehr gut! wir sind optimistisch, dass Treffen mit Karel und Paul zu schaffen. Die Risiken sind klein. Wir haben 12 Tage für die verbleibenden 260 km bis zum Swiss Camp.

Morgen werden wir die 300 km Luftlinie bis zum Ziel unterschreiten und der Kilometerstand bisher ist ca. 380 km. Das klingt doch alles ganz gut.

Camp 25: „Warten auf Aeolos“.

Die Eiswanderer

Inzwischen muss sich das Team auch häufiger mit Schneefall auseinandersetzen. Am Morgen bietet sich zwar eine schöne Augenweide, wenn das Camp mit Puderzucker überzogen ist, am Tage während der Etappen bremst der Schnee aber.

Bei den kommenden Touren plant Korth jetzt neben den Messungen zur Eishöhe auch „in die Tiefe zu buddeln“, wie er sagt. Nur so ließen sich die Schneehöhen des Jahres bestimmen.

Von Gerald Dietz

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