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Vom Winde hingeweht

Zerrissene Segel Vom Winde hingeweht

Früh aufgestanden und dennoch ein Fehlstart: Das Grönlandteam unter Leitung des Potsdamers Wilfried Korth hat zwar jetzt ordentlich Wind im Rücken, aber dafür mit reißenden Segeln zu kämpfen. Trotz verlorener Stunden konnte aber ein Tag Vorsprung gehalten werden

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Nicht immer klappt das Segeln so reibungslos.

Quelle: Privat

Grönland. Die Eiswanderer in Grönland auf den Spuren des berühmten Vorbilds Alfred de Quervain versuchen jetzt morgens so früh wie irgend möglich startklar zu sein, um den derzeit wehenden Wind für ihr Fortkommen zu nutzen. Reißende Leinen an den Segeln sorgen aber für wiederum aufhaltende Zwischenfälle und Stürze. Selbst der Versuch mit zwei Schlitten im Tandem zu fahren, scheitert zunächst.

Mit gut einer Stunde Verspätung kann die Etappe dennoch losgehen. Mit einem Ersatzsegel wird der nächste Messpunkt erreicht – und das sogar mit Tempo. Einer der beiden Tage Vorsprung, die das Team unter Leitung des Potsdamers Wilfried Korth erreicht, dann aber in Schlechtwetterphasen verloren hatte, konnte zurückerobert werden.

Aus dem Tagebuch

Dienstag, 25.8.2015

Wieder ein Tag vorbei und wieder fast ein Fehlstart am Morgen. wir sind um 5 aufgestanden, weil wir den Wind nutzen wollten.

8:30 standen wir startklar da. Wilfried fährt zuerst los, aber der Ruck im Segel mit der schweren Pulka im Schlepp ist so stark, dass einige Segelleinen reißen und das Teil unsteuerbar wird. Nach 200m gehen beide, das Segel und Wilfried zu Boden. Thomas geht es nicht viel besser, er schafft aber ohne Segelschaden einen Zweitstart und rast los. Wilfried kann ihn noch mit einem zugebrüllten „STOP“ bremsen.

Wir beschließen Tandemfahren, also zwei Schlitten und zwei Leute an einem Segel. Einer sitzend auf einem der angehängten Schlitten.

Uwe wird beim Losfahren einen Meter ausgehoben und unkontrollierbar wieder abgesetzt und landet auch im Schnee. Ein paar kleine Schäden an den Pulkaschleppösen lassen sich mit starken Kabelbindern beheben. In den Segeln sammelt sich Driftschnee, wenn sie mehrere Minuten am Boden liegen. Der kann aber mit etwas Mühe wieder herausgeschüttelt werden. Mit ein paar Kilo Schnee in den Luftkammern lässt sich kein Segel steuern.

Dann klappt endlich mit einer Stunde Verspätung der Start. Wir fahren mit je knapp 360 kg Last an zwei Segeln los. Die schwereren Piloten Tobias und Wilfried müssen steuern und werden zwischen Segel und Zuglast gut beansprucht, aber es geht. Bis 20 km/h sind möglich.

Wir passieren den Messpunkt C30 von 2002, stoppen dort für eine Messung und fahren kurz danach mit Einzelsegeln weiter, der Wind hat nachgelassen. Ein Ersatzsegel muss genutzt werden, da das von Wilfried ja zerrissene Leinen hat, das ist im Starkwind nicht zu reparieren.

Mit drei weiteren Segelabschnitten mit kurzen Pausen dazwischen erreichen wir nach 39,7 gesegelten Kilometern den nächsten Messpunkt und haben wieder einen der beiden Tage Vorsprung, die wir im Aufstieg gewonnen und dann im Schlechtwetter verloren hatten, zurückerkämpft. Müde aber gutgelaunt machen wir am nächsten Messpunkt Schluss. Es ist erst 16 Uhr, wir können Schlafsäcke trocknen, das Segel in der abendlichen Windstille reparieren, was gelingt und gehen bei herrlicher Abendsonne zufrieden in die Schlafsäcke!

Camp 30, „Vom Wind hingeweht“ gewidmet Wilfrieds Mutter, die den Unfug, den er immer wieder treibt aushalten muss und nicht immer glücklich darüber ist.

Die Eiswanderer

Von Gerald Dietz

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