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Eisbären stellen sich Forschern in den Weg

Tierische Wegbegleiter in Grönland Eisbären stellen sich Forschern in den Weg

Seit Donnerstagabend ist das Viererteam in Tasiilaq an der Ostküste Grönlands, dem Ausgangsort ihrer 700 Kilometer langen Tour. Nach einigen Behördengängen soll es am Montag ernst werden: Ein Boot bringt die Forscher zu einem nahe gelegenen Fjord. Von dort aus beginnt der Aufstieg aufs Schneeplateau.

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Während der Expedition treffen die Forscher immer wieder auf Eisbären.

Quelle: dpa

Potsdam. Das ist ein Utensil, auf das Expeditionsleiter Wilfried Korth und sein Team gern verzichtet hätten. Die vier Männer, die Südgrönland zu Fuß durchqueren wollen, müssen auf die ersten Etappen ihrer Tour ein Gewehr mitnehmen – um Eisbären vertreiben zu können. „Es gibt einen Haufen Eisbären in diesem Jahr“, sagt der Potsdamer Korth. „Die hauen aber ab, wenn man in die Luft schießt.“

Seit Donnerstagabend ist das Viererteam in Tasiilaq an der Ostküste Grönlands, dem Ausgangsort ihrer 700 Kilometer langen Tour. Nach einigen Behördengängen soll es am Montag ernst werden: Ein Boot bringt die Forscher zu einem nahe gelegenen Fjord. Von dort aus beginnt der Aufstieg aufs Schneeplateau. 1500 Höhenmeter werden die Männer innerhalb der nächsten vier, fünf Tage überwinden müssen. Oben auf dem Plateau haben sie ein Date mit dem Helikopter, der ihre Schlitten liefert. Bis rüber an die Westküste werden sie diese Schlitten nur mit eigener Kraft ziehen.

Trotz der bevorstehenden Torturen sei die Stimmung gut, versichert der Potsdamer Korth. Und selbst wenn jemand doch etwas mehr als nur Respekt hat, „gibt er es nicht zu“, meint der Professor für Vermessungskunde mit einem Augenzwinkern. Die Ausrüstung sei komplett. Nur ein paar Kleinigkeiten, wie zum Beispiel ein Gepäcknetz fürs Küchenzelt, habe man vergessen. Korth: „Alle sind glücklich.“

Ist der Aufstieg erst mal geschafft, sorgt der Helikopter auch für eine gewisse Befreiung. Er nimmt das ungeliebte Gewehr wieder mit. Denn so weit ins Inland verirren sich keine Eisbären.

Von Ute Sommer

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