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17 Kilometer mit Windkraft

Seegeln im Eis 17 Kilometer mit Windkraft

Die Grönlandforscher um den Potsdamer Wilfried Korth konnten jetzt auch die Schneehöhe auf der Insel messen. Bald zwei Meter tief musste gebuddelt werden, bis die darunter liegende Eisschicht erreicht wurde. Ein Meter kommt pro Jahr hinzu und schmilzt auch wieder. Trotz des Erfolgs blieb den Eiswanderern etwas verwehrt.

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Mit dem Segel geht es schneller im Eis..

Quelle: Privat

Grönland. Zwei Meter tief hat sich das Grönland-Team auf den Spuren des berühmten Vorgängers de Quervain durch zwei Jahre gefallenen Schnee nach unter gewühlt. Die Messungen bestätigten bereits vor Jahren angestellte Prognosen. Das Jubiläum des Sommerhorizonts der Tour des Vorbildes bei der Expedition vor mehr als 100 Jahren konnten die Forscher dennoch nicht erreichen. Um sich soweit durch das Eis zu arbeiten, fehlte denn doch das nötige Werkzeug.

Mit dem richtigen Wind im Rücken klappt jetzt auch das Segeln auf dem Weg hinunter zur Küste. Von den mehr als 25 am Sonntag zurückgelegten Kilometern trug das Segel die Forscher immerhin 17 Kilometer weit.

Aus dem Tagebuch

Sonnabend, 22.8.2015

Draußen knattert das Küchenzelt, es ist kalt, aber nicht so sehr wie die letzten Tage: nur -14.

Wir haben das C27 von 2002 segelnd erreicht. Nicht sehr schnell, da der Wind nur 20-25 km/h schnell war und der Schnee schwer ist. Wir sind mit den Pulken 5-8 km/h gefahren, also viel schneller als gelaufen. Da schaffen wir nur 3 km/h.

Zum Schluss sind wir noch 4 km gelaufen und haben so 24,2 km zurückgelegt und wieder einen kleinen Vorsprung. Es war der erste brauchbare Segeltag, den alle ganz passabel gemeistert haben. Wir werden noch besser, versprochen.

„Niklas Ernst Fridolin Camp“ nach dem ersten und wichtigsten, erfolgreichen Segeltag. es klappt!

Sonntag, 23.8.2015

Am Abend in Camp 27 hat Wilfried noch einen „schurf“ gebuddelt und sich durch zwei Jahre Schnee nach unten gewühlt. Zum Schluss stand er in 1,95 m Tiefe auf dem Sommerhorizont (Eis!) von 2013. Das Jahr 2012, das Jubiläumsjahr der de Quervain Expedition zu erreichen war leider nicht möglich. Zu wenig Zeit und nicht das geeignete Werkzeug, um knüppelharte Eisschichten zu durchbrechen. Aber die Akkumulationsraten, die wir hier 2006 schon mal geomagnetisch bestimmt haben, bestätigen sich. Etwa 1m kommt im Jahr dazu und fließt/schmilzt auch weg. aber es versickert wenig Schmelzwasser, die Winterschichten sind homogen und relativ weicher firn.

Die nacht danach war wieder kalt -22.

Aber früh war der wind da. 9 Uhr starteten wir mit einigen kleinen technischen Schwierigkeiten: Leinenfitz, schlecht sitzendes Trapez, Leinencut... unter Segeln. Von den 25,1 km, die wir zurückgelegt haben, konnten wir 17 den Wind Nutzen, der Nachmittags leider immer nachlässt. Morgen stehen wir um fünf auf, sollte Wind sein. Die Chancen stehen gut. Es ist klar und kalt, da wird uns die Physik der katabatischen Bodenwinde helfen!

Draußen sind jetzt -18 Grad, die Sonne ist gerade unter dem Horizont verschwunden, es ist aber noch taghell. Sonnenuntergänge dauern scheinbar ewig. herrlich weiches Abendlicht hatten wir die letzten zwei Stunden!

Das Camp 28 „Minou - Paradies in Schnee“ gehört Julia & Ebi Behoudian

Die Eiswanderer

Durch den Wind im Rücken konnten die Eiswanderer Zeit wett machen und liegen jetzt wieder gut im Plan. Vorgesehen ist, die Antriebskraft durch den Wind in den nächsten Tagen noch konsequenter zu nutzen. Dafür will das Grönlandteam dann auch künftig eher aufstehen.

Von Gerald Dietz

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