Volltextsuche über das Angebot:

10 ° / 8 ° Sprühregen

Navigation:
Auf Gipfeltour im Eis

Gute Aussichten Auf Gipfeltour im Eis

Nach zwei Schlechtwettertagen ist die Stimmung wieder glänzend im Grönlandteam unter Leitung des Potsdamers Wilfried Korth. Der Himmel ist wieder blau und der Wind kaum noch zu spüren. Ein buchstäblicher Höhepunkt steht noch bevor.

Voriger Artikel
Aufbruch nach Grüßen vom Himmel
Nächster Artikel
Erinnerung im tiefen Frost

Eiswanderer Uwe Hofmann arbeitet sich durch den Schnee.

Quelle: Privat

Grönland. Der Tagesschnitt von gut 18 Kilometern wurde zwar verfehlt. Dennoch: Trotz widriger Bedingungen mit Windstärken von sechs bis sieben und minus zwölf Grad konnte die vierköpfige Expeditionsgruppe auf Grönland unter der Leitung des Potsdamers Wilfried Korth zuletzt einen Tagesmarsch von 10,4 Kilometer Länge durch das in Zeiten des Klimawandels nicht mehr ganz so ewige Eis hinter sich bringen. Jetzt nähert sich das Team auf den Spuren des berühmten Vorbilds Alfred de Quervain dem geografischen Höhepunkt der Tour in 30 Kilometern Entfernung. Von dort, mehr als 2500 Meter über dem Meeresspiegel, geht es dann bergab. Spätestens am Sonntag wird das Team wohl den „Gipfel“ des Hochplateaus überschritten haben.

Aus dem Tagebuch

Mittwoch, 13 August 2015

Wir hatten noch mal einen harten Tag. Anfangs war es kalt und windig, später kalt und stürmisch. Windstärke 6-7 ins Gesicht bei -12 Grad ist schon hinderlich (in Böen 8, d.h. bis 60 km/h). Dazu die bremsende Neuschneeauflage. Trotzdem haben wir uns buchstäblich gegen den Wind stemmend vorwärtsbewegt: 10,4 km nur, aber hart erkämpft.

Die Sturmwarnung, die mich vorletzte Nacht ziemlich wach gehalten hat war doch richtig, nur eben für heute und zum Glück ohne neuen Schneefall.

Wir nähern uns dem höchsten Punkt der Tour. Nur noch 30 km, dann geht’s runter! Wir hoffen in zwei Tagen den Gipfel überschritten zu haben.

Der Sturm hat sich etwas gelegt. wir lagern hinter einer sehr hohen und langen Mauer, da geht es einigermaßen. Die größte Mauer bisher.

Donnerstag, 14. August 2015

Am Morgen hatten wir -18 Grad. In der Nacht davor waren es -22, also wieder eine kalte und klare Nacht. Abends hatten wir noch einen Sonnenuntergang mit zwei schönen Nebensonnen.

Jetzt wir haben wieder blauen Himmel, kaum noch Wind, der Sturm hat sich verzogen. Es war das erste Mal überhaupt in all unsren 5 Touren hier, dass wir einen Sommersturm erlebt haben. Keinen sehr heftigen, aber immerehin. Wir sind zum Glück fast oben, da kommt zum Wettersystem nicht noch der katabatische Fallwind hinzu, der an der Küste den gefürchteten Piteraq (ein eiskalter Wind, d.R.) entstehen lässt.

Wir freuen uns auf eine schöne Etappe, wo wir hoffen wieder mehr als 15 km vorwärts zu kommen. Nach den zwei Schlechtwettertagen ist die Stimmung wieder sehr gut.

Die Eiswanderer

 

Von Gerald Dietz

Voriger Artikel
Nächster Artikel
Mehr aus Grönland-Expedition