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Idylle am Wochenende in Tasiilaq

Wilfried Korth: Die letzten Stunden vor dem Start Idylle am Wochenende in Tasiilaq

Es sind die letzten Stunden bevor das Viererteam um Potsdamer Wilfried Korth den Mammutweg quer durch Grönland startet. Er genießt die Ruhe, etwa, wenn die Eisschollen auf dem Wasser treiben. Das Gepäck steht bereit. Die Reise-Apotheke ist geordnet. Mit dabei sind einige Schmerzmittel - nur für den Fall. Ein persönlicher Einblick.

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Tasiilaq/Potsdam. Expeditionsleiter Wilfried Korth sitzt am Sonntagmorgen bei strahlendem Sonnenschein und angenehmen 10 Grad Celsius in Tasiilaq auf Grönland am Fjord und genießt den Ausblick. Ein paar Eisschollen treiben auf dem Wasser. „Es ist unglaublich“, schwärmt er. Tobias Küchenmeister und Thomas Hitziger haben sogar schon ein erfrischendes Bad im gut gekühlten Wasser (drei bis vier Grad Celsius) genommen. „Tobias hat sich kurz auf eine Eisscholle gesetzt“, berichtet Korth.

Die Stimmung ist entspannt. „Ich freue mich, dass es am Montag losgeht“, sagt der Potsdamer Expeditionsleiter. Für den Sonntag ist ein kleiner Ausflug auf einen etwa 650 Meter hohen Berg in unmittelbarer Nähe zum Basislager geplant. Einfach nur, um die Zeit und die Aussicht auf Eislandschaft in Grönland zu genießen. Montag wird es dann ernst.

Die Zelte sind noch in Tasiilaq aufgeschlagen.

Quelle: Privat

Wilfried Korth möchte uns einen persönlichen Einblick in die letzten Stunden vor der Expedition geben:

Persönliches Tagebuch

Samstag, 25. Juli 2015 im Roten Haus/Tasiilaq

Wir sind wohlbehalten in Ostgrönland angekommen und auch die weiteren Dinge fügen sich gut. Der obligatorische Besuch bei der Polizei läuft glatt. Wir werden freundlich empfangen und nachdem wir unsere Pläne und auch unsere Erfahrungen berichtet hatten, wurde die Stimmung noch einmal deutlich besser.

Der zweite wichtige organisatorische Weg führte uns zum Heliport, wo wir unseren Charterflug absprechen mussten, der unsere Schlitten auf das Eis bringen soll.

Wir treffen auf einen Schweizer Piloten. Marco Payer versteht sofort was wir da wollen.

Ich gebe ihm zwei Punktkoordinaten: einen Punkt, den wir definitiv erreichen werden und einen, 35 km weiter, der wahrscheinlich zu weit weg ist, auf den wir uns aber zubewegen werden.

Letzte Absprachen mit dem Helikopter-Piloten.

Quelle: Privat

Er wird diesen Weg abfliegen und nach uns Ausschau halten. Sehr erleichtert gehe ich zurück ins Rote Haus.

Am Abend öffnen wir unsere zwei Kisten und finden unsere Ausrüstung unversehrt vor.

Es ist doch immer wieder erstaunlich, wie die Unmenge an Paketen, Päckchen und Einzelteilen doch irgendwie in die Schlitten passt!

Uwe hat die Apotheke sortiert. Wir nehmen nur wenig für die ersten Tage mit. Er bemerkt lakonisch: Morphium gibt es noch nicht in der ersten Woche. Wir haben tatsächlich stärkere Schmerzmittel mit, falls etwas passiert und der Helikopter nicht gleich kommen kann.

Die Ruhe der Vorbereitungstage hier, die sich so sehr von der chaotischen Abreisehektik unterscheidet tut gut, aber es könnte langsam losgehen.

Am Montag inspiziert die Polizei noch einmal am Heliport unsere Ausrüstung und dann geben wir sie bei Marco ab.

Die Absprachen mit der Polizei sind getroffen. Sie inspiziert am Montag nur noch das Gepäck.

Quelle: Privat

Am Nachmittag wollen wir dann mit dem Boot zum Startpunkt im Pedersen-Fjord.

Leider gab es in den letzten Tagen hier mehrere Eisbärensichtungen. Wir werden auf die Waffe wirklich nicht verzichten können und auch eine Eisbärenwache organisieren müssen.

Wilfried Korth

Von Ute Sommer

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