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Möge die Forschung in Grönland beginnen

Potsdamer Forscher Korth erreicht das Inlandeis Möge die Forschung in Grönland beginnen

Wie steht es um die Eisschmelze? Der Potsdamer Wissenschaftler Wilfried Korth ist mit einem Team in Grönland unterwegs. Inzwischen haben sie das Inlandeis erreicht und können schon in wenigen Kilometern erstmals wichtige Daten erheben. Doch der Weg hat seine Tücken. Es liegt viel Schnee - und in den brechen sie immer wieder ein.

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Korth bei Messungen.

Quelle: Archiv / Privat

Grönland. Das Team um den Potsdamer Wilfried Korth folgt den Spuren einer Expedition aus dem Jahr 1912. Der Schweizer Meteorologe Alfred de Quervain hatte damals die 700 Kilometer lange Tour gemacht. Sein besonderes Verdienst: Er hat beispielsweise die Höhe des Inlandeises gemessen und damit das erste Höhenprofil vom Grönlandeis erstellt. Korths Truppe wiederholt die Messungen – sowohl mit modernen Geräten als auch mit den alten Methoden von de Quervain. Ziel dabei ist, die Daten miteinander zu vergleichen und Aussagen über das Ausmaß der Eisschmelze treffen zu können. Jetzt haben sie das Inland auf ihrer Tour erreicht. Schon in fünf Kilometern können die ersten wichtigen Daten gemessen werden.

Die Werte müssen akribisch notiert werden.

Quelle: Archiv

De Quervain hatte seine Daten an insgesamt 29 Messpunkten erhoben. In diesem Jahr werden Wilfried Korth, Uwe Hofmann, Thomas Hitziger und Tobias Küchenmeister all diese Messpunkte ablaufen – zum ersten Mal. „Die Bestimmung von Höhen- und damit Volumenänderungen des südlichen grönländischen Eisschildes ist außerordentlich interessant, weil sich gerade hier starke Veränderungen zeigen“, erklärt Korth, Professor für Vermessungskunde an der Berliner Beuth Hochschule. „Die Temperaturänderungen in der Arktis liegen deutlich über den globalen Durchschnittswerten“, so Korth weiter.

Der Schweizer de Quervain war übrigens ebenfalls in einer Vierergruppe unterwegs. Er nutzte für die Tour Hundeschlitten.

Expedition Grönland: Tagebuch

Dienstag, 28. Juli 2015, Inlandeis
Wir sind heute endlich auf das Inlandeis gekommen. Es war ein langer und vor allem feuchter Tag. Die Buckel und Rinnen sind nicht zu sehen, da noch viel Schnee liegt. Der ist aber sulzig und wir brechen beim Laufen tief ein. Inzwischen haben wir 970 Meter Höhe erreicht. Morgen wird es vielleicht etwas flacher. Es sind noch 5 Kilometer bis zu unserem ersten wichtigen Messpunkt.
In den nächsten zwei Tagen wollen wir noch circa 20 Kilometer weiterkommen. Dann bringt der Helikopter die Schlitten.

Wilfried Korth

Von Ute Sommer

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