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Königsetappe im Wind

Tempo auf dem Eis Königsetappe im Wind

Das Grönlandteam unter Leitung der Potsdamers Wilfried Korth konnte einen neuen Rekord für seine Expedition aufstellen. Mit kräftig Wind im Rücken legten die Eiswanderer mehr als 50 Kilometer an einem Tag zurück. Während der Etappe erwarteten die Vier zudem auch noch Skurrilitäten.

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Skurrile Landschaften bieten sich auf Grönland.

Quelle: Privat

Grönland. Mehr als sechs Stunden lang hat das Grönlandteam sein Schlittengespann durch Starkwind mit Geschwindigkeiten zwischen 30 und 40 Stundenkilometern manövriert. Bei einem Tempo des Gefährts von bis zu 25 Stundenkilometern wären die Abenteurer fast vom Schlitten gefallen. Dennoch das Risiko hat sich gelohnt: 50,2 Kilometer in einer Etappe am Stück ist Rekord.

Am Rand eines riesigen hartgefrorenen Schmelzwassersees erwarteten die Eiswanderer zudem noch äußerst ungewöhnliche Herausforderungen. Meterhohe Verwerfungen mussten im gedrosselten Tempo gemeistert werden. Doch die beeindruckende Landschaft konnte die verlangsamte Fahrt aufwiegen. In nur noch knapp 60 Kilometern steht das Treffen mit zwei weiteren Eiswanderern an, die dem Team entgegenkommen.

Aus dem Tagebuch

Donnerstag, 27,8,2015

Wir haben heute unsere Königsetappe absolviert und ganz ist sie noch nicht vorbei. 6 Stunden und 20 Minuten haben Tobias und Wilfried ein Tandem-Schlittengespann durch Starkwind von 30 bis 40 km/h manövriert. Die beiden anderen hatten fast Mühe nicht vom Sozius zu fallen. Mit Geschwindigkeiten von bis knapp 25 km/h sind wir über Schnee, Eis, Seen und Eisverwerfungen gerast und hatten am Abend sagenhaft 50,2 km geschafft. Beim starten und anhalten waren immer alle Hände nötig, da die Segel allein kaum zu bändigen waren.

Wir sind am alten C34 und zum Treffen mit Karel und Paul sind es noch 57 km, zur Moräne, also dem Landfall weniger als 100!

Angefangen hat der Tag mit viel Wind und Kälte (-17). Nach drei Kilometern waren wir an den uns bekannten Spalten, konnten die aber sogar nördlich umgehen, natürlich zu Fuß und nicht am Segel!

Danach ging es immer weiter bergab mit Windkraft. die Oberfläche wechselte zwischen extrem glatt, verharscht buckelig und sehr holperig. Fast skurril war eine Fahrt von 2-3 km über Eispressungen am Rand eines riesigen hartgefrorenen Schmelzwassersees. Mit wohldosiertem Tempo haben die beiden Piloten da meterhohe Verwerfungen gemeistert. Stürze gab es kaum. Passiert ist nichts Schlimmes. Lediglich einige kleine Passagen, insgesamt gut 3 km, konnten wir nicht segeln.

Jetzt ist es fast Mitternacht, nachdem wir mühsam ein Lager errichtet haben. Schnee für eine Mauer gab es erstmals nicht mehr. Der Windschutz besteht mehr aus einem geschütteten Wall aus Eis- und Firnbrocken.

Direkt vor dem Küchenzelt haben wir nachdem es stand eine Spalte entdeckt. Also Vorsicht ist geboten!

Die Eiswanderer

 

Von Gerald Dietz

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