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Potsdamer kämpft mit starkem Gegenwind

Grönlandexpedition: Keine Pause am Sonntag Potsdamer kämpft mit starkem Gegenwind

Mit Geschwindigkeiten von 30 bis 40 Kilometern bläst der Wind den Grönlandforschern auf ihrer Tour am Sonntag ins Gesicht. Trotzdem will das Team um den Potsdamer Wilfried Korth mindestens 14 Kilometer schaffen. Die Belohnung für den Abend steht schon fest: Es gibt Kaiserschmarrn.

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Tobias Küchenmeister in kurzen Hosen.

Quelle: Privat

Grönland. Acht bis neun Stunden Schlaf gönnen sich die Grönlandforscher. Dann geht es wieder auf die nächste Tour. Auch am Sonntag. Bisher hat das Team um den Potsdamer Wilfried Korth 67 Kilometer zurückgelegt. 700 Kilometer werden es am Ende ihrer Expedition sein. „Wir sind am Abend ganz schön müde“, sagt Korth zu den körperlichen Strapazen. Am Freitag mussten die Männer eine Spalte im Eis umgehen. „Hinüberlaufen war zu gefährlich“, berichtet der Potsdamer Expeditionsleiter.

Die Tour am Sonntag wird auch nicht einfacher. Straffer Gegenwind ist angesagt mit Geschwindigkeiten von 30 bis 40 Kilometern pro Stunde. „Mit Skibrille geht das schon“, sagt Korth am Satellitentelefon. Am frühen Morgen stand noch nicht fest, ob Tobias Küchenmeister dieses Mal eine lange Hose anzieht. Der Mann mit dem außergewöhnlichen Temperaturempfinden bevorzugte bisher das kurze Beinkleid. Er hatte ja sogar kurz vor dem Start der Tour im eiskalten Fjord bei Tasiilaq ein Bad genommen und auf einer Eisscholle pausiert.

Für die Expedition läuft es trotz aller Anstrengungen – und auch schon der ersten kleinen Reparatur an einem der Schlitten – Korth zufolge richtig gut. In zwei, drei Tagesmärschen soll der Polarkreis erreicht sein. Am Sonntagabend will sich das Team für das bisher Geleistete belohnen: mit Kaiserschmarrn und Blaubeersauce.

Aus dem Tagebuch

Sonnabend, 1. August 2015

Liebe Freunde,

wir haben die ersten beiden Tage mit der Pulka im Schlepp hinter uns und jeweils 16 km geschafft. Das ist für den Aufstieg mehr als nur zufriedenstellend! Wir sind zwar müde am Lagerplatz angekommen, aber sehr gut gelaunt. Tobias läuft, wie auch in Alaska, in kurzer Hose über die Schneelandschaft. Wir anderen drei bevorzugen doch eher die Gore-Membran als Windschutz an den Beinen.

Die Messungen laufen planmäßig. Über die Ergebnisse können wir noch nichts sagen, da müssen wir die Auswertung im September abwarten.

Die Schneebedingungen sind ausgezeichnet. Am Vormittag sinken die Schlitten kaum ein und auch nachmittags geht es noch sehr gut.

Heute hatten wir fast Kontakt mit anderen Menschen hier oben auf dem Inlandeis. Am Horizont hat Uwe einen hellen Fleck entdeckt, der sich bei Kontrolle im Fernglas als ein Camp mit mindestens zwei Zelten herausstellte. Aber die Anderen waren viel zu weit entfernt, mindestens 8-10km.

Es ist bei all unseren Touren erst das zweite Mal, dass wir hier oben andere Menschen sehen oder treffen, einmal 2012 eine Gruppe am Rand des Inlandeises und heute.

Das Wetter meint es auch sonst gut mit uns. Es ist nachts kalt (-10 Grad) und tagsüber geht es nur wenig über Null. Dazu strahlender Sonnenschein.

Herzliche Grüße

Tobias, Thomas, Uwe & Wilfried

 

Von Ute Sommer

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