Volltextsuche über das Angebot:

1 ° / -3 ° wolkig

Navigation:
Hilfe aus Potsdam für Suche nach Leben im All

Mars-Expedition Hilfe aus Potsdam für Suche nach Leben im All

Mit der am Montag startenden Weltraumsonde Exo-Mars will die europäische Raumfahrtagentur Esa nach möglichen Spuren von Leben auf dem Mars suchen. Die Vorbereitungen der Mission gehen mit auf Forschungen in Potsdam zurück, die es auch schon auf die internationale Raumstation ISS gebracht haben.

Voriger Artikel
Förster Funke – Vater der Gemeinde
Nächster Artikel
Brandenburgs private Hochschulen beliebt

Sieben Monate ist Exo-Mars zum Roten Planeten unterwegs.

Quelle: Esa

Potsdam. Wenn am kommenden Montag eine Proton-M-Rakete mit der europäischen Sonde „Exo-Mars“ an Bord vom russischen Weltraumbahnhof Baikonur in Richtung des Roten Planeten startet, werden auch Wissenschaftler in Brandenburg mitfiebern. Die Vorbereitungen der geplanten Suche nach Spuren von Leben auf unserem Nachbarplaneten gehen mit auf den Geomikrobiologen Dirk Wagner vom Potsdamer Geoforschungszentrum (GFZ) zurück.

Wagner hat zusammen mit Kollegen die Entwicklung der an Bord von Exo-Mars für die Fahndung nach Anzeichen noch aktiven oder früheren Lebens genutzte Technologie vorangetrieben. In seiner Zeit noch am Potsdamer Alfred-Wegener-Institut (AWI) identifizierte der Forscher zudem im sibirischen Permafrost Mikroben, die in ihren Fähigkeiten dem möglichen Leben auf dem Mars gleichkommen müssten und so als Modell dienen können. „Man kann nicht ausschließen, dass ähnliche Organismen auf dem Mars überlebt haben“, sagt Wagner.

Echte Chance auf Hinweise

Dergleichen Euphorie teilt der GFZ-Forscher mit Kollegen der europäischen Raumfahrtagentur Esa, die das Exo-Mars-Projekt zusammen mit dem russischen Partner Roskosmos durchführt. „Wenn es jemals eine Mission gegeben hat, die eine echte Chance hatte, Hinweise auf Leben auf dem Mars zu finden, dann ist das Exo-Mars“, sagt Jorge Vago von der Esa.

Was die Forscher elektrisiert, sind geringe Mengen des Spurengases Methan, die bereits vom Exo-Mars-Vorgänger der Europäer, Mars Express, in der Atmosphäre des Roten Planeten nachgewiesen wurden. Die Annahme liegt nahe, dass Organismen auf dem Mars die Quelle waren. Da sich Methan nach kosmischen Maßstäben schnell verflüchtigt, kann vermutet werden, dass die Mikroben noch aktiv oder aber noch nicht allzu lange ausgestorben sind.

Organismen im Permafrost

Dem wird Exo-Mars nach sieben Monate dauerndem Flug auf den Grund gehen. Die Muttersonde Trace Gas Orbiter soll die Atmosphäre auf Spuren von Methan untersuchen. Der Lander Schiaparelli indes wird zunächst nur Erfahrungswerte sammeln für ein technikbeladenes Landemodul samt Rover, das 2018 zum Nachbarplaneten startet. Dann wird nicht nur an der Oberfläche nach Leben gesucht, sondern bis zu zwei Meter tief danach gebohrt. Der US-Rover „Curiosity“, der seit 2012 auf dem Mars ist, kommt nur wenige Zentimeter tief. Vago: „Vielleicht haben wir Glück und finden so tolle organische Proben, dass wir beweisen können, dass es Leben gab.“

Helfen bei der Suche nach Leben soll die Raman-Spektroskopie, eine auf die Streuung von Licht an Molekülen ausgerichtete Technologie, zu der von GFZ-Forscher Wagner grundlegende Untersuchungen durchgeführt wurden. Auf ihren Weg zum Roten Planeten wird Exo-Mars die Umlaufbahn der ISS passieren. Auch auf der internationalen Raumstation sind Wagners Permafrost-Mikroben aktiv und werden als Modellorganismus für potenzielles Leben auf dem Mars genutzt, um ihr Verhalten unter Weltraumbedingungen zu untersuchen.

Von Gerald Dietz

Voriger Artikel
Nächster Artikel
Mehr aus Studium & Wissenschaft

"Herr Professorin": Sind weibliche Berufsbezeichnungen auch für Männer sinnvoll?

MAZ Sportbuzzer
MAZab: Termine

Was geht ab? Jede Menge Events in Potsdam und im Land Brandenburg

Kinoprogramm

Alle aktuellen Filme in den Kinos von Potsdam und im ganzen Land Brandenburg