Volltextsuche über das Angebot:

11 ° / 3 ° Regenschauer

Navigation:
Hilfe für studierende Eltern

Familienfreundliche TH Wildau Hilfe für studierende Eltern

Studium und Familie unter einen Hut zu bringen, ist nicht immer leicht. Damit der Spagat zwischen Lehre und Erziehung klappen kann, hat die TH Wildau ein Service-Büro eingerichtet. An dessen Mitarbeiter können sich Studierende wie Lehrpersonal wenden, wenn sie Rat brauchen. Die TH hat deshalb sogar ein Zertifikat als familienfreundliche Hochschule erhalten.

Wildau 52.3260146 13.6265615
Google Map of 52.3260146,13.6265615
Wildau Mehr Infos
Nächster Artikel
Euro-Segen für Forscher und Institute

Maria Buch (l.) und Andrea Schmid sind Ansprechpartnerinnen für Fragen um die Vereinbarkeit von Studium, Beruf und Familie.

Quelle: Foto: Karen Grunow

Wildau. Maria Buch kennt viele Geschichten von Studierenden an der Technischen Hochschule Wildau, die Kinder haben und trotzdem lange versuchten, mit denjenigen mithalten zu wollen, deren Studien- und privater Alltag nicht von den Bedürfnissen und Strukturen eines Familienlebens geprägt ist. Wie schwierig das ist, wie sehr man an seine geistigen und körperlichen Grenzen kommt, weiß die junge Mutter selbst sehr gut. Seit 2013 ist sie Ansprechpartnerin für Kommilitonen, die wie sie Studium und Familie und dazu unter Umständen noch Jobs vereinbaren müssen. „Keiner soll sich mehr so hilflos fühlen wie ich am Anfang“, sagt die Studentin.

Das Familien-Service-Büro, das Maria Buch führt, ist Teil des Konzeptes „familienfreundliche Hochschule“, das Andrea Schmid koordiniert. 2009 ist die TH erstmals solcherart zertifiziert worden. Dieses Zertifikat zu bekommen, ist aufwendig, acht verschiedene Handlungsfelder werden dafür überprüft, mehr als 140 mögliche Einzelmaßnahmen werden bewertet. Dazu gehören an der TH auch Orte wie Still- und Wickelräume oder Kinderangebote in der Mensa. Derzeit wird daran gearbeitet, dieses besondere Zertifikat in diesem Jahr erneut zugesprochen zu bekommen. Außerdem gehört die TH seit kurzem zu dem bundesweiten Netzwerk „Familie in der Hochschule“.

Alles begann 2008 mit der Eröffnung eines Eltern-Kind-Zimmers. „Das war ein Projekt, um eine Art Notfallbetreuung zu gewährleisten“, erzählt Andrea Schmid. Daraus entwickelte sich dann schnell ein Konzept zur Kinderbetreuung, zurzeit gibt es eine Tagesmutter auf dem Campus, die fünf Kinder bis drei Jahre unter ihre Fittiche nehmen darf. Buch und Schmid freuen sich, dass in den nächsten Jahren außerdem eine richtige Kindertagesstätte entstehen soll. „Dann können Kinder von null bis sechs Jahren betreut werden“, sagt Andrea Schmid.

Ansprechpartnerin für Kollegen

Sie ist vor allem für Mitarbeiter der Hochschule Ansprechpartnerin, wenn es um Fragen wie Kinderbetreuung und Arbeitszeiten, aber auch finanzielle Unterstützungen geht. Auch bei der Frage der Vereinbarkeit von Beruf und der Pflege naher Angehöriger ist sie Anlaufstelle für ihre Kollegen.

Doch Andrea Schmid weiß auch, dass es vor allem die Studierenden sind, die Rat benötigen. Um mehr als 60 Studenten kümmert sich Maria Buch derzeit. „Das ist eine langfristige Betreuung, die oft über das gesamte Studium geht“, erzählt sie. Dabei gehe es stets um „Hilfe zur Selbsthilfe“, stellt sie klar. Sie hört zu, regt an, stellt Kontakte her, schlägt Ansprechpartner vor, hält Infos bereit, wo junge Eltern zusätzliche Gelder beantragen können wie das Begrüßungsgeld des Studentenwerks Potsdam für junge Eltern oder beim Studierendenrat der TH, der über einen Sozialfonds auch helfen kann.

Sie entwickelt mit den Eltern Ideen zur Kinderbetreuung, wenn Lehrveranstaltungen außerhalb üblicher Kita-Öffnungszeiten stattfinden. „Das Studium muss individuell gestaltet werden. Man muss Druck rausnehmen“, sagt sie. Die leidvolle Erfahrung, wie allein man sich fühlen kann, hatte sie selbst machen müssen: Als junge Eltern wollten sie und ihr Freund trotzdem voll und ohne Einschränkungen ihr Studium in Wirtschaft und Recht realisieren. „Dann wurde unsere Tochter krank. Ich habe mich trotzdem durchgekämpft“, erinnert sie sich.

Die perfekte Besetzung

Irgendwann kam sie zu Andrea Schmid. Und erwies sich durch all ihre persönlichen Erfahrungen als perfekte Besetzung für das Familien-Service-Büro. Das hat keine festen Öffnungszeiten, sondern funktioniert quasi auf Zuruf. „Ich bin für die Studierenden immer erreichbar, auch am Abend“, sagt Buch. Mittlerweile gibt es ein richtiges Netzwerk von jungen Eltern an der TH. Buchs Tochter ist von Beginn an in den Hochschulalltag ihrer Eltern integriert worden. „Diese Arbeit hat einen positiven Effekt: dass es allmählich Normalität wird, das Studium mit der Familie zu vereinbaren“, freut sich Andrea Schmid.

Maria Buch beendet gerade ihr Bachelor-Studium. Demnächst bekommt sie ihr zweites Kind. Im Oktober startet außerdem ihr Masterstudiengang. Sie sieht das längst alles ganz entspannt: „Ich werde am Anfang sehen, was ich mir zutrauen kann und mir dann einen Sonderstudienplan zusammenstellen.“

Von Karen Grunow

Voriger Artikel
Nächster Artikel
Mehr aus Studium & Wissenschaft

"Herr Professorin": Sind weibliche Berufsbezeichnungen auch für Männer sinnvoll?

MAZ Sportbuzzer
MAZab: Termine

Was geht ab? Jede Menge Events in Potsdam und im Land Brandenburg

Kinoprogramm

Alle aktuellen Filme in den Kinos von Potsdam und im ganzen Land Brandenburg