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Hochschulabsolventen mit besten Job-Chancen

Zukunftsträchtiger Studiengang Physikalische Technik Hochschulabsolventen mit besten Job-Chancen

Absolventen technischer Studiengänge sind auf dem Arbeitsmarkt begehrt. Dass dies auch für das Fach Physikalische Technik gilt, weiß der Hochschullehrer Siegfried Rolle, der an der TH Wildau diesen Studiengang unterrichtet. Wie seine Fachkollegen versucht er deshalb durch Kooperation mit Schulen, schon früh Interesse an diesem Studiengang zu wecken.

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15.Juli: Bei vielen Studiengängen ist bald Bewerbungsschluss

Michael Jergovic, Steffen Löwendorf und Professor Siegfried Rolle (v.l.) im Grundlagenlabor für den Studiengang Physikalische Technik.

Quelle: Karen Grunow

Wildau. Brandenburgs Polizei funkt ökologisch, lautete eine Schlagzeile, nachdem im vergangenen Jahr bekannt wurde, dass 116 der rund 160 über das gesamte Land Brandenburg verteilten Basisstationen für den Polizeifunk mit umweltfreundlicher Brennstoffzellentechnologie ausgestattet werden sollen. Mittlerweile sind laut Siegfried Rolle, Professor für Physikalische Technik an der Technischen Hochschule Wildau, alle Brennstoffzellen installiert.

Sein Fachbereich begleitet das aufwendige Projekt. „Wir gucken uns nun an wie es funktioniert, auch indem wir künstliche Stromausfälle provozieren“, sagt Rolle. 72 Stunden Notstrombetrieb können mindestens gewährleistet werden, das ist derzeit der Stand bei der innovativen Brennstoffzellentechnologie. Schon jetzt, so Rolle, sei das neue System kostengünstiger als die früher mit Diesel betriebenen Notstromaggregate. Nicht nur für die Brandenburger Polizei ist das ein Leuchtturmprojekt, auch für die hier im Entstehen begriffene Brennstoffzellenindustrie ist die Maßnahme ein großer Schritt Richtung Zukunft.

Ein Beispiel für eine solche Polizeifunk-Basisstation wird demnächst auch an der TH eingerichtet. Dann können Siegfried Rolle und sein Mitarbeiter Michael Peter Jergovic die Funktionsweise der Technologie direkt an der Hochschule den Studierenden erklären. In kleinerem Umfang geht das bereits in einem der für den Studiengang Physikalische Technik eingerichteten Labore. Ein Testobjekt steht hier, an dem praktisch nachvollzogen werden kann, wie heftig Wasserstoff und Sauerstoff aufeinander reagieren könnten, würde diese Reaktion nicht bewusst verhindert durch die besondere Technologie, die die dennoch entstehende Energie in Strom umzuwandeln vermag.

Mitte Juli endet wieder die bundesweit einheitliche Bewerbungsfrist für das kommende Studienjahr. Zwar bewerben sich jedes Jahr mehr Interessenten als Plätze in Rolles Studiengang zur Verfügung stehen, trotzdem gehört Physikalische Technik eher zu den verkannten Fächern an der TH Wildau. Bereits seit 1992 lehrt Siegfried Rolle in diesem Studiengang, der 1949 in der Bundesrepublik entstanden ist. Schon damals wurde klar, was heute umso gravierender auffällt: Der klassische Maschinenbauer hat eigentlich ausgedient, denn er braucht fundierte physikalische Kenntnisse. „Und ein Physiker braucht ingenieurtechnisches Wissen, um die inzwischen in der Praxis angekommene Hochtechnologie implementieren zu können“, erläutert Rolle. Tatsächlich ist es an der TH so, dass jeder Studierende, der sich für Maschinenbau oder Physikalische Technik eingeschrieben hat, innerhalb der ersten zwei Studiensemester noch in das jeweils andere Fach wechseln kann, so verzahnt sind in Wildau anfangs auch die Studieninhalte dieser beiden Fachrichtungen.

Wer ein Studium in Physikalischer Technik abschließe, habe „sehr gute Berufschancen“, so Rolle. In zahlreichen in der Region angesiedelten Technologieunternehmen sind heute TH-Absolventen beschäftigt, sagt er mit Stolz. Schon frühzeitig versuchen er und seine Kollegen, das Interesse bei jungen Leuten zu wecken. Mit dem Königs Wusterhausener Schiller-Gymnasium gibt es eine Kooperation, außerdem beteiligt sich der Studiengang auch an der jährlichen Kinderuni der TH.

In den ersten Jahren in Wildau musste Rolle mit seinen Studenten oft Exkursionen in andere Einrichtungen unternehmen, weil es noch an eigenen Laboren fehlte. Das ist längst passé, der Fachbereich ist perfekt ausgestattet. Derzeit sind Rolle und Jergovic dabei, im Grundlagen-Labor acht Vakuumversuche aufzubauen. Bislang mussten die Studenten dafür immer ins Deutsche Elektronen-Synchrotron (Desy) in Zeuthen.

Hier hat auch Steffen Löwendorf für seine TH-Masterarbeit in Physikalischer Technik gearbeitet, jetzt ist er Mitarbeiter an der Hochschule. Dass Studierende praktische Erfahrungen in Firmen sammeln, dass sie dort Themen für Abschlussarbeiten suchen sollen, das findet er wichtig: „Es hilft auf jeden Fall auch die Arbeit als Werkstudent.“ Ob in Medizin-, Umwelt- oder Energietechnik, der Studiengang sei praxisnah, so Rolle: „Mit unserer Ausbildung können sie auch im Blaumann rumrennen.“

Von Karen Grunow

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