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Instrumente für Studenten in Shanghai

Schuke-Orgelbau trotzt der Krise Instrumente für Studenten in Shanghai

Die Traditionsfirma Schuke Orgelbau war in die Schieflage geraten, weil russische Auftraggeber ein bestelltes und bereits gebautes Instrument nicht bezahlen wollten. Doch die wirtschaftliche Krise scheint nun überwunden. Rettung kommt aus dem „Reich der Mitte“: Ein chinesischer Investor entpuppt sich als Orgel-Fan.

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Matthias Schuke an der „chinesischen“ Orgel: Erleichterung beim Chef über das Ende der wirtschaftlichen Talsohle.

Quelle: Edith Mende

Werder/Potsdam. Die Talsohle ist durchschritten, so hofft es Matthias Schuke, der Chef des Schuke-Orgelbaus in den Havelauen von Werder. Seine Firma war vor gut einem Jahr gehörig in Schieflage geraten, als mit der Ukraine-Krise je ein Auftraggeber in Russland und einer in der Ukraine wegbrachen. Die von ihnen bestellten Instrumente waren fertig, aber das Geld dafür blieb aus. Das renommierte Orgelbau-Unternehmen war vorübergehend zahlungsunfähig. Trotzdem konnten bis auf drei Mitarbeiter alle weiter beschäftigt werden.

Nach sorgenvollen Monaten deutete sich zu Sommerbeginn endlich Entspannung an. Ein Investor aus China bekundete Interesse an mehreren Orgeln, um dem chinesischen Musikernachwuchs Übungsinstrumente zur Verfügung stellen zu können. Inzwischen steht die erste der Übungsorgeln für China transportfertig in der Halle an der Otto-Lilienthal-Straße. Investor Zou Wenjie aus Shanghai kaufte außerdem die ursprünglich für den Export nach Russland gebaute Orgel, die noch in Werder stand. Er suchte zudem in Deutschland Ausbildungsmöglichkeiten für Organisten aus seinem Land. Dafür hatte Matthias Schuke die Idee und die Kontakte, eine Zusammenarbeit mit Universitäten und Hochschulen anzustreben. Über den Lehrplan der Studenten sollte bald entschieden werden. Im Januar werden Zou Wenjie und der neue Direktor der Universität Shanghai in Werder erwartet. Dann könnten auch die Verträge für weitere Instrumente geschlossen werden

„Wir sind momentan mit Reparaturen mehrerer Orgeln beschäftigt“, berichtet Matthias Schuke, „darunter in der Dorfkirche von Güterfelde.“ Auch der Förderverein der Friedrichskirche in Babelsberg habe angefragt, ob man ihre Orgel in Teilschritten in Ordnung bringen könnte. In einem der Produktionsräume liegen vorgefertigte Teile aus Eichenholz aufgestapelt. „Das werden neue Windladen für die Chororgel der Schlosskirche von Wittenberg“, erklärt Schuke. Das Instrument dort soll bis zum Reformationsjubiläum 2017 eingebaut sein. Ab 2016 wolle die Bundesregierung einen mit fünf Millionen Euro gefüllten Fördertopf für den Erhalt historischer Instrumente auflegen, weiß der Firmenchef. Das eröffne auch finanzschwachen Kirchengemeinden Wege, die Restaurierung ihrer Orgeln zu stemmen.

Schuke-Orgelbau hat sich weitgehend konsolidiert. In diesem Jahr wurden zusammen mit den Verwaltern der BBL Bernsau und Brockdorff die Voraussetzung geschaffen, dass das Insolvenzverfahren bald eingestellt werden kann. „Wir rechnen uns auch bei einigen internationalen Ausschreibungen gute Chancen aus“, so der Chef. Positiv seien Informationen, dass sich für die Orgel, die seit mehr als einem Jahr in Charkow eingelagert ist, doch noch ukrainische Geldgeber finden könnten. Eigentlich hatte Matthias Schuke geplant, das Unternehmen allmählich in die Hände seiner Söhne Johannes und Michael zu geben. Doch zuerst möchte der 61-Jährige den Schuke-Orgelbau wieder auf sicheren Gleisen wissen.

Von Edith Mende

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