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Keine Party ohne Kondome

Projekt der Arbeitsagentur Keine Party ohne Kondome

Die Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung und die Agentur für Arbeit haben mit 600 Schülern eine ungewöhnliche Berufsberatung durchgeführt. An etlichen Stationen mussten die Jugendlichen Alltagskönnen unter Beweis stellen. Auch das Bettenmachen gehörte dazu. Eine Betreuerein zog dann plötzlich Kondome aus der Tasche.

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In der Abschlussrunde wurden die gesammelten Punkte ermittelt.

Quelle: Edith Mende

Geltow. Das Bettenbeziehen klappt bei Justin und Erik schon ganz gut. Man merkt, das machen die beiden nicht zum ersten Mal. Sonst hätten sie sich wahrscheinlich eine andere Aufgabe ausgesucht an der Station „Sturmfreie Bude“, wo es gilt, nach einer Party wieder Ordnung in der Wohnung zu schaffen. Nur wenige Minuten braucht die zwölfköpfige Gruppe, um Küche, Wohn- und Schlafzimmer auf Vordermann zu bringen, die imaginären Blumen und Haustiere zu versorgen. Da bleibt noch etwas Zeit für ein Gespräch über das Drumherum bei so einer Party. Stationsbetreuerin Eva Lerch zieht ein Kondom aus der Tasche. Warum ist das wichtig? Wo bekommt man das? Wie benutzt man es? Wann bekommt man die Pille? Die 13- und 14-Jährigen aus der Carl-von-Ossietzky-Schule Werder zieren sich erst ein wenig, aber schnell zeigt sich, sie wissen Bescheid.

„Komm auf Tour“ ist ein bundesweites Projekt

„Komm auf Tour, meine Stärken, meine Zukunft“ nennt sich das Projekt der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung und der Agentur für Arbeit, das am Dienstag in der Sporthalle der SG Geltow zu Gast war. Fünf pädagogische Mitarbeiter, ein Techniker und ein Tagesleiter gehören zu der Projektgruppe, die in ganz Deutschland unterwegs ist, gibt Projektleiter David Rupp Auskunft. Immer in Kooperation mit regionalen Partnern, die den Jugendlichen auch später zur Verfügung stehen.

Am Dienstag sahen sich auch Brandenburgs Bildungsminister Günter Baaske (SPD), Ramona Schröder, die Vorsitzende der Geschäftsführung der Agentur für Arbeit Potsdam, sowie Christian Stein (CDU), der Beigeordnete des Landkreises Potsdam-Mittelmark, am Erlebnisparcours in der Geltower Halle um. In Potsdam-Mittelmark nehmen an drei Tagen etwa 600 Schüler an dem Projekt teil. Für jeweils zwei Stunden erproben sich die Achtklässler an vier Stationen. Neben der „Sturmfreien Bude“ sind das der Zeittunnel, eine Bühne und ein Labyrinth.

Die Jugendlichen müssen vor Fremden auftreten – eine Mutprobe

Der Zeittunnel konfrontiert die Schüler mit scheinbar widersprüchlichen Bildern aus Arbeit und Leben und fordert sie heraus nachzudenken, wie ihre künftige Alltagswelt aussehen könnte. Auf der Bühne sollen sie in kleinen Gruppen selbst erdachte Szenen zu einem ausgewählten Thema spielen. Da sind Zusammenarbeit und Mut gefragt. Denn vor Fremden aufzutreten kostet ein wenig Überwindung.

In acht Städten und Landkreisen unterwegs

Das Projekt „komm auf Tour“ ist 2016 in acht Städten und Landkreisen Brandenburgs unterwegs.

Der Erlebnisparcours bietet Schülern der 7. und 8. Klassen aus Ober-, Gesamt- und Förderschulen Anregungen zu Berufsorientierung und Lebensplanung.

Ergänzt wird das Projekt durch Informationsveranstaltungen für Eltern sowie Angebote regionaler Partner für die Schulen.

Das Leben bietet nicht nur gerade Bahnen. Wie finde ich dennoch meinen Weg? Wie überwinde ich Handicaps? Wo bekomme ich Hilfe? Das erarbeiten sich die Mädchen und Jungen spielend im Labyrinth. Wer mit Schwimmflossen an den Füßen einen Tisch durch den Irrgarten transportiert, auf dem ein Ball möglichst liegenbleiben soll, der muss gut mit seinem Partner kooperieren. Um den Parcours mit zugeklebter Brille, also blind, zu absolvieren benötigt man die Unterstützung von Freunden. Wie misst man ohne Lineal oder Zollstock die Länge einer Wand? Da experimentieren die Schüler mit Schrittlängen, einige legen sich hin, nehmen ihre Körpergröße als Maßstab. Ideen sind gefragt.

Es habe Spaß gemacht, sind sich Chantal, Lena, Jennifer, Lara und Sarah einig, als sie kurz vor der Abschlussrunde schwatzend beieinander stehen. „So richtig habe ich bisher noch nicht über meinen künftigen Beruf nachgedacht“, gibt Chantal zu. „Aber jetzt ist mir bewusst geworden, dass gar nicht mehr so viel Zeit bleibt.“

Die Schüler sind erstaunt über unbekannte Stärken

Als sich am Ende alle unter dem Lebensmobile treffen und die an den Stationen gesammelten Punkte auf ihre Karten kleben, gibt es einiges Erstaunen über bislang nicht gekannte eigene Stärken. Kann man daraus ableiten, auf welchem Gebiet die berufliche Zukunft liegen sollte? Bei Nicky Stübe aus Brandenburg traf das zu. In der 8. Klasse nahm sie an dem Projekt teil. Organisieren und Ordnen sowie Hilfsbereitschaft stellten sich damals als ihre Stärken heraus, berichtete sie gestern. Inzwischen macht sie eine Ausbildung zur Verwaltungsfachangestellten bei der Kreisverwaltung. Das sei genau der richtige Beruf, ist sie überzeugt.

Von Edith Mende

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