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Lange Nacht im Potsdam-Museum

Moderne Musik trifft Kunst der Moderne Lange Nacht im Potsdam-Museum

Moderne Musik trifft Kunst der Moderne bei der ersten „Junge Nacht“ im Potsdam-Museum am heutigen Freitagabend. Ein DJ wird im Ausstellungsabteil mit dem Titel „Tanz und Vergnügen“ Clubmusik auflegen, die Räume der Sonderausstellung „Künstlerinnen der Moderne“ werden von einem jungen Künstlerkollektiv illuminiert, im Foyer gibt es Cocktails und Softdrinks.

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Museumspädagogin Anke Stemmann.

Quelle: Christel Köster

Potsdam. „Tanz und Vergnügen“ ist passenderweise der Titel der Ausstellungsabteilung im ersten Obergeschoss des Potsdam-Museums, in der am heutigen Freitagabend erstmals in der Geschichte des Hauses ein DJ auflegt. Die Clubmusik von Martin Coulée, dessen Karriere in den 1990er Jahren in Potsdamer Kellern und Bunkern begann, wird flankiert von einer durch die Räume führenden Lichtinstallation der jungen Potsdamer Agentur Colordesign. Publikum ab dem 16 Lebensjahr ist die Zielgruppe der ersten „Jungen Museumsnacht“, bei der ab 20 Uhr Moderne Musik auf Kunst der Moderne treffen soll.

Bespielt werden die Räume der Sonderausstellung „Künstlerinnen der Moderne. Magda Langenstraß-Uhlig und ihre Zeit“. Museumspädagogin Anke Stemmann (43) ist gespannt, wie die Werke in dieser ungewöhnlichen Atmosphäre wirken – das abstrakte „Kubistische Ballett“ von Jeanne Mammen (1932), die ganz in der Bewegung versunkenen „Revuetänzer“ von Magda Langenstraß-Uhlig (1927), der im Dämmerlicht rauschende „Ball in der Scala“ von Lou Albert-Lazard (1922). Führungen wird es an diesem Abend nicht geben. Dafür stehen in den Ausstellungsräumen mehrere Ansprechpartner für Fragen bereit.

Anke Stemmann, die gemeinsam mit der Direktorin Jutta Götzmann das Konzept für die „Junge Museumsnacht“ entwickelte, stammt aus Brandenburg/Havel und studierte an der Humboldtuniversität zu Berlin in den Hauptfächern Kunstgeschichte und Erziehungswissenschaft. Seit 1995 gibt sie Stadtführungen in Potsdam und Berlin, vor der Mutterschaftspause arbeitete sie mehrere Jahre als Kunsthistorikerin an der Max-Liebermann-Villa in Berlin-Wannsee. Im Februar 2014 kam sie zum Aufbau der Nachwuchsarbeit ans Potsdam-Museum.

Ziel müsse es eigentlich sein, dass jedes Potsdamer Kind mindestens einmal im Potsdam-Museum gewesen ist. Denn wo solle Heimatgeschichte vermittelt werden, wenn nicht hier? „Man sollte die Geschichte seiner Heimatstadt kennen.“ Die Kenntnis der eigenen Wurzeln sei sicher auch eine Voraussetzung für Toleranz und Neugier im Umgang mit anderen Kulturen: „Wenn ich meinen eigenen Standpunkt kenne, kann ich auch andere Positionen besser verstehen.“

Zu den beliebtesten Punkten beim jungen Publikum in der Dauerausstellung zur Stadtgeschichte gehören nach Beobachtung der Museumspädagogin die alte Armbrust, die von Potsdams Wäldern als kurfürstlichem Jagdgebiet erzählt, das große Porträt Friedrichs II. und das Stadtschlossmodell, aber auch die gewaltigen Sandsteinrelikte der Garnisonkirche, über die wohl in jedem Potsdamer Elternhaus schon einmal geredet wurde.

Jugend-Workshopreihe

Die „Junge Museumsnacht“ mit Musik, Licht, Gesprächen und Cocktails am heutigen Freitag im Potsdam-Museum, Am Alten Markt 9, beginnt um 20 Uhr. Der Eintritt kostet drei Euro.

Begleitend zur Sonderausstellung bietet das Potsdam-Museum eine Workshopreihe für Schüler ab der 7. Klassenstufe bis zum Abitur an, in der neben Ausstellungsführungen Kunstwerkstätten mit unterschiedlichsten Materialien und die Gestaltung eigener Ausstellungen unter Anleitung eines Potsdamer Galeristen angeboten werden.

Die Sonderausstellung „Künstlerinnen der Moderne“ läuft noch bis zum 31. Januar. Weitere Informationen unter 289 68 05 oder auf www.potsdam.de/potsdam-museum

Berührend an der Sonderausstellung sei zunächst das Schicksal der Magda Langenstraß-Uhlig (1888-1965), die trotz widriger Umstände – beginnend beim frauenfeindlichen Kunstbetrieb zur Zeit der vorletzten Jahrhundertwende bis zum Leid zweier Weltkriege – immer versuchte, ihren Weg zu gehen. Mit ihrem Anspruch, Künstlerin und zugleich für ihre Kinder da zu sein, stand sie in einem Konflikt, den junge Frauen unserer Zeit genauso kennen, so Anke Stemmann: „Geld verdienen müssen und trotzdem eine gute Mutter zu sein.“ In der Sonderausstellung seien es besonders die liebevollen Kinderporträts, die viel davon erzählten. In ihren Erinnerungen schilderte Langenstraß-Uhlig, wie trickreich sie vorgehen musste, damit ihre jungen Modelle wenigstens ein oder zwei Minuten still saßen.

Von Volker Oelschläger

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