Volltextsuche über das Angebot:

29 ° / 17 ° wolkig

Navigation:
Großes Kino in Pappe: „Mascarpone“

Filmuniversität „Konrad Wolf“ Großes Kino in Pappe: „Mascarpone“

Für Regisseur Jonas Riemer (Student der Animation), Jana Pape (Kamera) und Jenny Sonnenschein (Szenografie) ist „Mascarpone“ ihr Abschlussprojekt an der Filmuniversität „Konrad Wolf“. Mit Hilfe von Retro-Filmtricks, 3-D-Animationen, Zeichentrick-Elementen und Stop Motion will das Team die goldene Ära Hollywoods wieder zum Leben erwecken.

Voriger Artikel
Schnappschüsse im Metallgitter
Nächster Artikel
„Hertha und Union – eine Nation“

Duo mit Dame: Regisseur Jonas Riemer (l.) und Produktionsstudent Johannes Schubert mit Hauptdarstellerin Cornelia Ivancan.

Quelle: Filmuni

Potsdam. Ja, Film ist Illusion: Angeklebte Bärte. Schmächtige Schauspieler, die auf der Leinwand wie Hünen wirken. Flaschen aus Zucker„glas“, die man gefahrlos jemandem über den Kopf ziehen kann. Häuserfronten, hinter denen sich nichts außer einem Stahlskelett befindet, das die Fassade zusammenhält. Während dem Zuschauer filmische Tricks bestmöglichst verborgen bleiben sollen, wollen Studenten der Filmuniversität „Konrad Wolf“ nichts vortäuschen, sondern eben gerade das Artifizielle feiern: Sie stecken ihre Schauspieler in eine Welt aus komplett graubrauner Pappe.

„Mascarpone“ heißt das Experiment, das mit Elementen aus Real- und Animationsfilm spielt. Die Gangsterstory ist angesiedelt im New York der 1930er-Jahre – was also tun, wenn man wenig Budget, aber hochfliegende Ideen hat? Im Fall von „Mascarpone“ wurde der „Big Apple“ aus Pappe und Transparentpapier nachgebaut – und passt in einen Seminarraum.

In einer Welt aus Pappe  besteht auch das Gangstermobil aus Pappe

In einer Welt aus Pappe besteht auch das Gangstermobil aus Pappe.

Quelle: Filmuni

Zentraler Schauplatz der Story ist ein Kino: Filmvorführer Francis (Yannick Fischer) schwärmt von Kinohelden und ihren Abenteuern, die sie auf der Leinwand erleben. Eines Abends wird der junge Mann in einen Autounfall verwickelt – ausgerechnet mit Mascarpone (Jörg Moukaddam). Der Mafiaboss nimmt Francis’ geliebten Hund Farfalle als Geisel und zwingt den jungen Mann, bei einem Banküberfall mitzumachen. Was folgt, ist eine spannende Story mit den Zutaten klassischer Gangsterfilme – nur eben mit dem Look einer Comicverfilmung. Während eines halben Jahres haben etwa 20 Leute – Szenografie-Studenten verschiedener Jahrgänge und solche, die es werden wollen – an den menschhohen detailverliebten Kulissen gewerkelt, erzählt Produktionsstudent Johannes Schubert. Gerade erst zwei Wochen war der Österreicher im vergangenen Herbst Student der Film- und Fernsehproduktion, als er von „Mascarpone“ hörte. Und wollte und durfte direkt mitmachen! Der 25-Jährige zog für das Projekt zwei überaus wichtige Sponsoren an Land: Die Wepoba Wellpappenfabrik aus Wustermark (Havelland), die kiloweise Karton kostenlos zur Verfügung stellte, und die Klebstoffmarke Uhu. „Man soll dem Film ansehen, dass er handgemacht und wie er gemacht wurde – wenn auch nur auf den zweiten Blick“, beschreibt Animationsstudent und Regisseur Jonas Riemer (25) das Konzept.

Mix aus Real- und Animationsfilm

Für Regisseur Jonas Riemer (Student der Animation), Jana Pape (Kamera) und Jenny Sonnenschein (Szenografie) ist „Mascarpone“ ihr Abschlussprojekt an der Filmuniversität „Konrad Wolf“.

In dem auf 15 Minuten angelegten Mix aus Real- und Animationsfilm spielen in den Hauptrollen Yannick Fischer (Schauspieleleve der Filmuni), Cornelia Ivancan („Die Frau in Gold“), Jörg Moukaddam („Wickie und die starken Männer“) sowie Tom Böttcher, Szenografie-Gastprof Carsten Woithe, Dela Dabulamanzi, Michael Lindl, Nico Birnbaum und Jörg Westphal.

Im Sommer 2016 soll „Mascarpone“ fertiggestellt sein und dann bei Filmfestivals gezeigt werden.

Die Schauspieler, darunter Filmuni-Eleve Yannick Fischer sowie seine namhaften Kollegen Cornelia Ivancan und Jörg Moukaddam, agieren zumeist vor einem grünen Hintergrund (Green Screen), der am Computer nachträglich bearbeitet wird. Mithilfe verschiedener Tricks wird die Miniaturkulisse integriert. Wiederum Originalgröße haben die Papp-Requisiten und -autos, mit denen vor Rückprojektion (die einst Hitchcock bevorzugte) gedreht wird. Verschiedene Techniken sollen eingesetzt werden: Mit Hilfe von Retro-Filmtricks, 3-D-Animationen, Zeichentrick-Elementen und Stop Motion will das Team „die goldene Ära Hollywoods wieder zum Leben erwecken – nur sehr viel trashiger“.

In „Mascarpone“ zitieren Riemer und sein Team aus verschiedenen Filmklassikern, bedienen sich beispielsweise optisch beim expressionistischen Stummfilmklassiker „Das Cabinet des Dr. Caligari“, verweisen auf Mafia-Epen von „Der Pate“ bis „Scarface“.

Von Ricarda Nowak

Voriger Artikel
Nächster Artikel
Mehr aus Studium & Wissenschaft

"Herr Professorin": Sind weibliche Berufsbezeichnungen auch für Männer sinnvoll?

MAZ Sportbuzzer
MAZab: Termine

Was geht ab? Jede Menge Events in Potsdam und im Land Brandenburg

Kinoprogramm

Alle aktuellen Filme in den Kinos von Potsdam und im ganzen Land Brandenburg