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IKMZ Cottbus: Ein Feuerwerk der Farben

Bauten der Wissenschaft IKMZ Cottbus: Ein Feuerwerk der Farben

Das Medienzentrum der Uni in Cottbus fällt auf. Knapp 31 Millionen Euro hat der Bau gekostet. Weitere zwei Millionen Euro flossen in die Innenausstattung. Das IKMZ ist nicht nur Universitätsbibliothek. Hier ist auch das Rechenzentrum der Brandenburgischen Technischen Universität untergebracht.

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Ein Blick ins farbenfrohe Innere des Informations-, Kommunikations- und Medienzentrums der BTU Cottbus-Senftenberg

Quelle: BTU cottus-senftenberg

Potsdam. Der Satz hatte es in sich. „Ich möchte Dank sagen an die Nutzer, die sich getraut haben, aufzufallen“, erklärte Christine Binswanger vom Schweizer Architektenbüro Herzog & de Meuron zur Eröffnung des neuen Medienzentrums der Uni in Cottbus im Jahr 2005. Besser kann man es nicht ausdrücken. Denn das Bauwerk, das die Schweizer in den märkischen Sand gesetzt haben, ist außergewöhnlich. Ein Hingucker. In jeder Beziehung.

Das 32 Meter hohe Informations-, Kommunikations- und Medienzentrum der BTU Cottbus-Senftenberg ist ein Bau, der ohne Vorder- und Rückseite auskommt. Denn die äußere Hülle verläuft in mehreren sanften Kurven. Die Glasfassade des Wissenstempels ist bestückt mit kunstvoll bearbeiteten Buchstaben. Und im Inneren des Medienzentrums erwartet den Besucher ein Feuerwerk der Farben: Ein kräftiges Magenta umhüllt verschlungene Wendeltreppen und konkurriert mit dem satten Grün im Treppenaufgang. Sitzmöbel sind in einem schreienden Gelb gehalten.

Die geschwungene Glasfassade

Die geschwungene Glasfassade.

Quelle: BTU cottus-senftenberg

Für Studenten, Uni-Beschäftigte und auch externe Nutzer ist es ein exklusiver Ort, um in Fachliteratur zu schmökern oder auch Datenbanken und andere elektronische Medien zu nutzen. Rund 980.000 sogenannte Medieneinheiten stehen in dem futuristischen Bau zur Verfügung. Rund 400.000 Besuche zählt das Informations-, Kommunikations- und Medienzentrum – kurz IKMZ genannt – in jedem Jahr. Dabei zieht es längst nicht nur Leseratten in den geschwungenen Glasbau.

Architekten und Architekturstudenten aus China, Japan, Ägypten, Russland, El Salvador und vielen anderen Staaten haben sich hier schon umgesehen, berichtet Christel Kornitschuk von der Universitätsbibliothek. Auch internationale Bibliothekare, etwa aus Norwegen, Tschechien, Polen, Kuba und Estland, kamen nach Cottbus. Schließlich wurde das Medienzentrum vom Deutschen Bibliotheksverband und der „Zeit“-Stiftung als „Bibliothek des Jahres 2006“ ausgezeichnet. Kornitschuk zufolge wurden in der Zeit von 2005 bis 2014 rund 25 000 Gäste durch das Gebäude geführt.

Preis-Flut

Der erste Spatenstich für den Bau des Informations-, Kommunikations- und Medienzentrums der heutigen Brandenburgischen Technischen Universität BTU Cottbus-Senftenberg erfolgte am 17. Dezember 2001.

Richtfest wurde im Mai 2003 gefeiert. Ende 2004 wurde der Bau fertiggestellt und dann am 4. Februar 2005 offiziell eröffnet.

Die ersten Preise ließen dann nicht mehr lange auf sich warten. Nach dem Titel „Bibliothek des Jahres 2006“ gab es im Jahr 2007 den Preis „Große Nike“ des Bundes Deutscher Architekten (BDA). Laut Urteil einer international besetzten Jury wird das Gebäude mit seiner „gestalterischen Qualität zum exemplarischen Studienobjekt der Architektur im elektronischen Zeitalter“.

Das IKMZ war zudem ausgewählter Ort bei der Imagekampagne „Deutschland – Land der Ideen“.

Knapp 31 Millionen Euro hat der Bau gekostet. Weitere zwei Millionen Euro flossen in die Innenausstattung. Das IKMZ ist nicht nur Universitätsbibliothek. Hier ist auch das Rechenzentrum der Brandenburgischen Technischen Universität untergebracht. Zwei Etagen des Zehngeschossers sind unterirdisch. So ist zum Beispiel das Magazin der Bibliothek im unterirdischen, fensterlosen Bereich untergebracht. Im lichtdurchfluteten Lesebereich können 600 Wissensdurstige einen Arbeitsplatz finden. Dabei haben bestimmte Arbeitsplätze sehr schnell einen Favoritenstatus bei den Studenten eingenommen. Am beliebtesten sind die „Leseplätze an den Brüstungen“, weiß Kornitschuk von der Universitätsbibliothek. Gemeint sind damit diejenigen Tische, von denen man einen herrlichen Blick über den darunterliegenden Lesesaal auf die Glasfassade beziehungsweise nach draußen hat.

Futuristisch anmutende Treppe

Futuristisch anmutende Treppe.

Quelle: BTU cottus-senftenberg

Cottbus hat mit dem Medienzentrum ein architektonisches Vorzeigestück. Das renommierte Architektenbüro Herzog & de Meuron zeichnete unter anderem für den Bau der Münchener Allianz Arena verantwortlich, in der der FC Bayern seine Heimspiele austrägt. Auch die Idee für das Nationalstadion in Peking stammt aus dem Schweizer Büro. In dem Stadion – Vogelnest genannt – fanden 2008 die Olympischen Sommerspiele statt. Im Norden Brandenburgs steht übrigens noch ein Bau der Marke Herzog & de Meuron. Die Bibliothek der Hochschule für nachhaltige Entwicklung Eberswalde wurde Mitte der 90er-Jahre nach den Plänen der Schweizer Architekten errichtet.

Die Cottbuser Bibliothek hat derzeit etwa 10.000 Nutzer. Fünfzehn Prozent davon sind keine Uni-Angehörigen. „Das IKMZ ist Lern- und Arbeitsort geworden“, sagt Kornitschuk. Es ist angekommen im Uni-Alltag, in den es nach wie vor mächtig Farbe bringt.

Von Ute Sommer

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