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Mit Gewohnheiten brechen

Jungbrunnen Ernährung Mit Gewohnheiten brechen

Ein bundesweiter von Potsdamer Ernährungswissenschaftlern koordinierter Forschungsverband will bisherige Konventionen bei der Auswahl von Nahrungsmitteln durch neue, bessere ersetzen. Im Blick haben die Fachleute dabei vor allem ein gesünderes Altern der heute 50- bis 70-Jährigen.

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Untersuchungen mit Probanden sind Teil des neuen Projekts.

Quelle: DPA

Potsdam. m Es mutet fast wie der Mythos des Jungbrunnens an, dessen Wasser zu ewiger Jugend verhelfen soll. Die Akteure von „Nutriact“ wollen Speisen und Getränke komponieren, die zur Verbesserung der Gesundheit der 50- bis 70-Jährigen beitragen. So soll möglichst vielen ein hohes Alter in Wohlergehen ermöglicht werden.

Die 50 Partner aus 32 Forschungseinrichtungen und Firmen des vom Dife koordinierten Forschungsprojekts zur Ernährung für ein gesünderes Altern wollen der Zielgruppe handhabbare Ratschläge geben. An die Stelle eingefahrener Essgewohnheiten könnten so annehmbare, neue Ansätze treten. In Kooperation mit der Industrie wollen sie Nahrungsmittel mit regionalen Komponenten und mehr Nährstoffen entwickeln, die bekömmlicher sind, Krankheiten vorbeugen und schmecken. Etwa mit Ballaststoffen angereicherte Wurst oder mit Proteinen aus Erbsen verbessertes Brot, nennt Dife-Chef und Sprecher des Verbunds, Tilman Grune, Beispiele.

5,6 Millionen Euro ist dem Bundesforschungsministerium das zunächst auf drei Jahre angelegte Projekt wert. Im Konsortium arbeiten Wissenschaftler aus den Bereichen der experimentellen, klinischen und epidemiologischen Ernährungsforschung sowie der Verhaltensforschung und Sozialmedizin mit Experten aus den Bereichen Lebensmitteltechnologie und -produktion zusammen.

Von fünf Teilbereichen leitet drei das Dife, zwei die Universitäten Potsdam und Berlin. Auch das Leibniz-Institut für Agrartechnik Potsdam-Bornim ist integriert. Mitwirkende aus der Lebensmittel-Branche sind unter anderem das Potsdamer Institut für Getreideverarbeitung oder die Golßener Fleisch- und Wurstwaren. In den vom Dife geleiteten Projekten sollen zunächst Ernährungsgewohnheiten der Bevölkerung ermittelt und in Form sogenannter „Ernährungsmuster“ erfasst werden, um ihre Effekte auf die Gesundheit zu erforschen. Zudem untersuchen die Wissenschaftler, welche Rolle das aktuelle familiäre Umfeld für das Ernährungsverhalten spielt. Die im Fokus stehende Altersgruppe gilt als empfänglich für Neuorientierungen.

Dabei geht es erst einmal darum, Ansatzpunkte zu finden, die das Ess- und Trinkverhalten positiv beeinflussen können. Ziel ist es, ein von der Bevölkerung letztlich gerne übernommenes Ernährungsmuster zu finden, das altersbezogenen Zivilisationskrankheiten vorbeugt, das die Muskelmasse erhält, eine Leberverfettung vermindert und zudem die kognitiven Leistungen verbessert. Der Uni wiederum obliegt es, biologische Kenngrößen, sogenannte Biomarker zu ermitteln, mit denen sich Effekte verschiedener Ernährungsweisen messen und bewerten lassen. „Das Konsortium baut auch auf dem großen Erfahrungsschatz der Dife-Wissenschaftler auf, den sie durch jahrzehntelange erfolgreiche Arbeit im Rahmen mehrerer Beobachtungsstudien gewonnen haben“, sagt Grune.

Von Gerald Dietz

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