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Bergbau-Wüsten im Visier

Geoforscher betreiben Landschaftskultivierung Bergbau-Wüsten im Visier

Zusammen mit der Universität in Cottbus und Berliner Gewässerökologen hat das Potsdamer Geoforschungszentrum eine neue wissenschaftliche Einrichtung zur Wiedernutzbarmachung vom Bergbau verwüsteter Lebensräume gegründet. Das neue Zentrum hat auch internationale Perspektiven.

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Forschungsgebiet Welzow.

Quelle: F.Ossing

Potsdam. Das Aufweichen der bislang unterschiedlichen Zuständigkeiten für Hochschulforschung einerseits und der Wissenschaft auf Seiten der meisten außeruniversitären Institute andererseits zeigt Erfolge: Das Potsdamer Geoforschungszentrum (GFZ) hat in Kooperation mit der Brandenburgisch-Technischen Universität Cottbus-Senftenberg (BTU) und dem Berliner Leibniz-Institut für Gewässerökologie und Binnenfischerei ein neues Zentrum für Nachhaltige Landschaftsentwicklung gegründet. Die Forschungseinrichtung erarbeitet Lösungen und Handlungsoptionen zu den Herausforderungen durch den Bergbau in Anspruch genommener Landschaft in der Lausitz.

Bislang waren derartige Kooperationen zwischen Hochschulen und vielen Instituten nicht unproblematisch. Grund war die unterschiedliche Zugehörigkeit der Forschungseinrichtungen. Während die Universitäten der Hoheit der einzelnen Länder zugeordnet sind, fallen Großforschungsverbünden zugehörige Institute wie das GFZ unter Bundeshoheit. „Die Aufhebung des Kooperationsverbots zwischen Hochschulen und außeruniversitärer Forschung ermöglicht den Transfer von in der Forschung entstandenem Wissen in die Anwendung und umgekehrt “, lobt Reinhard Hüttl, Vorstandsvorsitzender des GFZ die neuen Chancen. Eröffnet wurden sie durch eine Anfang des Jahres in Kraft getretene Grundgesetzänderung, die Wege in eine intensivere Zusammenarbeit eröffnet.

Die hier im regionalen Bereich gewonnenen Erkenntnisse seien für zahlreiche intensiv genutzte Landschaften weltweit von Bedeutung, hebt Hüttl zudem die internationale Tragweite der Forschung hervor. Die Wiedernutzbarmachung der bislang durch die Rohstoffausbeutung in Anspruch genommenen Gebiete ist rund um den Globus mit komplexen Herausforderungen verbunden.

Das zunächst auf 15 Jahre an der BTU Cottbus angelegte gemeinsame Zentrum soll sich unter anderem mit Methoden der Untergrundverdichtung der nicht selten instabil gewordenen Landschaften befassen. Darüber hinaus wird es um die Entwicklung neuartiger Rekultivierungsverfahren zur Erhöhung der Fruchtbarkeit wieder gewonnener Böden für die land- und forstwirtschaftliche Nutzung gehen. Auf der Agenda steht zudem die Eindämmung von Schadstoffbelastungen eventuell neu angelegter Seen oder bestehender Fließgewässer.

Doch die Neugestaltung zurückgewonnener Landschaften soll auch eine Rekonstruktion historischer Ökosysteme sein und zum besseren Verständnis natürlicher und vom Menschen kultivierter Lebensräume führen. Auch hierfür soll das neue Zentrum Konzepte erarbeiten. Für perspektivisch wenig ertragreiche Standorte wird es auch um Ergänzungen der Landnutzung durch weniger anspruchsvolle Alternativen wie Agroforstsysteme gehen.

„Ziel unserer Kooperation ist es, bestehendes Wissen und vorhandene Infrastrukturen gemeinsam zu nutzen, um Optionen zur Lösung aktueller und künftiger Herausforderungen für die Akteure und Entscheidungsträger der Region zu entwickeln“, sagt BTU-Präsident Jörg Steinbach über die Herausforderungen des neuen Zentrums für Nachhaltige Landschaftsentwicklung. Auch er baut auf neue Optionen um die „internationale Expertise weiter zu entwickeln, systematisch zu ergänzen und zu stärken“.

Das GFZ verfügt über vielseitige Kompetenzen der Landschaftsentwicklung. So war beispielsweise mit Niels Hovius vor zwei ein weiterer renommierter Forscher nach Potsdam geholt worden, um eine Sektion zur Erdoberflächendynamik und Landformenkunde aufzubauen. GFZ-Chef Hüttl hat zudem einen Lehrstuhl für Bodenschutz und Rekultivierung an der BTU und ist dort Leiter des bereits bestehenden Forschungszentrums Landschaftsentwicklung und Bergbaulandschaften (FZLB), das eventuell in der neuen Einrichtung aufgehen könnte.

Von Gerald Dietz

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