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Lücken im Gebiss

Rauchen Lücken im Gebiss

Jahrelanger Nikotingenuss erhöht das Risiko für Lücken im Gebiss immens. So lautet die Warnung von Potsdamer Ernährungsforschern. Eine Studie des Deutschen Instituts für Ernährungsforschung in Potsdam-Rehbrücke zieht Rauchern den Zahn.

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Ohne Glimmstängel bleiben Zähne gesünder.

Quelle: DIFE

Potsdam. Nach den Sargnägeln können nun auch Zahnlücken in die Prosa gegen das Rauchen eingehen. Nikotin erhöht das Risiko für den Verlust der Beißer bereits im jungen Alter zum Teil um mehr als das Dreieinhalbfache. Das ist das zentrale Ergebnis einer Studie des Deutschen Instituts für Ernährungsforschung in Potsdam-Rehbrücke (Dife). „Nicht zu rauchen ist nicht nur gut für Lunge und Gefäße sondern führt nach unseren Erkenntnissen auch zu einer guten Gebissgesundheit bis ins hohe Alter“, zieht Heiner Boeing, Leiter der Epidemiologie-Abteilung des Dife, Rauchern den Zahn.

Zahnlosigkeit ist weltweit immer noch eines der großen Gesundheitsprobleme. Allein in Deutschland ist mehr als ein Fünftel der Menschen im Alter zwischen 65 und 74 Jahren betroffen. Dafür, dass der Tabakgenuss das Risiko für frühzeitigen Zahnverlust erhöht, gibt es schon seit Jahren Hinweise. Die Dife-Studie liefert nun genaue Daten über das Ausmaß der Gefährdung. Im Vergleich zu Teilnehmern, die nie geraucht haben, hatten demnach besonders männliche Nikotin-Freunde ein bis zu 3,6-fach erhöhtes Risiko. Bei Frauen lag die Gefährdung um das Zweieinhalbfache höher.

Zudem zeigte sich, dass die festgestellten Risiken abhängig von der Höhe des Konsums waren. Starke Raucher mit mehr als 15 Zigaretten pro Tag setzen sich demnach einer höheren Gefahr von Zahnlücken aus, als die mit einem geringeren Genuss. „Der beobachtete Zusammenhang zwischen Rauchen und Zahnverlust ist sicherlich primär durch ein erhöhtes Auftreten der Parodontose bei Rauchern zu erklären“, sagt Kolade Oluwagbemigun, einer der Studienautoren vom Dife. Zahnfleischentzündungen bei Rauchern lassen sich demnach auch als erstes greifbares Signal sehen. Allerdings verschleiert das Nikotin den Warnschuss des Zahnfleischblutens als eines der wenigen Symptome für Parodontose, weil es die Durchblutung behindert. Noch nicht endgültig geklärt ist indes, inwieweit Rauchen auch Karies als zweite große Ursache von Zahnverlusten fördert.

Doch es gibt auch eine gute Nachricht: Menschen, die vom Glimmstängel lassen, können das Risiko für Zahnlücken schon nach kurzer Zeit verringern und schließlich auf das Gefährdungsniveau von Nichtrauchern zurückkehren.

Die Studie hat regionalen Bezug: Grundlage sind Daten von knapp 24 000 Teilnehmern der sogenannten Potsdamer Epic-Studie, zu der Menschen aus der Region über mehrere Jahre Daten ihrer Gesundheit vor allen in Bezug auf chronische Krankheiten wie Krebs oder Diabetes beigetragen haben. Für den Fokus auf den Zusammenhang zwischen Rauchen und Zahngesundheit wurden die Teilnehmer in drei unterschiedliche Altersgruppen unterteilt. Dabei konnte beobachtet werden, dass das Zahnverlustrisiko beim Rauchen bei jüngeren Menschen ausgeprägter war als bei älteren.

Von Gerald Dietz

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