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Oranienburgerin wirbt für Informatik-Studium

Informatikerin auf der CeBIT Oranienburgerin wirbt für Informatik-Studium

Lisa Ihde ist 19 Jahr alt. Die Oranienburgerin studiert am Hasso-Plattner-Institut Informatik. Jetzt gibt sie ihren ersten eigenen Online-Kurs. Ihr Ziel: Mädchen für IT-Berufe begeistern. Die Computerwelt wird immer noch von Männern gesteuert. Dem möchte Lisa Ihde engegensteuern.

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Erklärt die digitale Welt: Lisa Ihde im Gespräch mit Christoph Meinel. Leiter des Hasso-Plattner-Instituts, und Bundesbildungsministerin Johanna Wanka .

Quelle: HPI/D.Lässig

Oranienburg. Lisa Ihde ging in die fünfte Klasse, als sie ihre erste Homepage erstellte – für ihre Mutter. „Ich war fasziniert von den Möglichkeiten, die es alle gibt“, erinnert sich die 19-jährige Oranienburgerin. Am Potsdamer Hasso-Plattner-Institut studiert sie im dritten Semester Informatik.

Auf der CeBIT hatte sie diese Woche ihren großen Auftritt. Sie erklärte Bundesbildungsministerin Johanna Wanka, was ein MOOC ist. Die Abkürzung steht für Massive Open Online Courses. Gemeint sind Kurse im Internet, die jeder kostenfrei belegen kann.

Ab dem 6. Juli bietet Lisa Ihde ihren eigenen Kurs an. „Schüler können dort zwei Wochen lang erfahren, wie sie eine eigene Homepage erstellen“, so Lisa Ihde, „und das ganz ohne Hilfe von kostenlosen Generatoren, die es im Internet gibt.“ Ferner erläutert sie, was bei Urheberrechten, Bild- oder Farbzusammenstellung zu beachten ist. „Außerdem zeige ich, wie man eigene Icons oder Logos entwerfen kann.“ Das Prinzip der MOOCs ist simpel: Interessierte melden sich an und bekommen 10- bis 15-minütige Videos (Tutorials genannt) zugeschickt. In diesen werden diverse Themenschwerpunkte veranschaulicht. „Man braucht nur einen eigenen Account und schon kann’s losgehen.“

Junge Menschen für ein IT-Studium begeistern

Am Ende gibt es je nach Bedarf eine Urkunde oder Teilnehmerbescheinigung. „Die macht sich gut im Lebenslauf oder wenn man sie einer Bewerbung bei legt.“ Pro Woche wird Lisa Ihde acht Videos ins Netz stellen. Die Zeiteinteilung des Selbststudium bestimmt jeder für sich. Eine Zielgruppe hat sie auch: Schülerinnen und Schüler ab der fünften Klasse bis zum Abiturjahrgang, die ihre eigene Seite im Netzt haben möchte, um über Mode, Freunde, Hobbys, Filme zu schreiben. „Ich möchte damit junge Menschen für ein IT-Studium begeistern.“

Sie selbst interessierte sich schon früh für die weite und für viele undurchdringliche Welt der Mathematik und Informatik, wurde von Lehrern auf der Leegebrucher Grundschule und später auf dem Oranienburger Louise-Henriette-Gymnasium gefördert. „Seit der dritten Klasse war ich im Kreisclub Mathematik.“

Frauen immer noch eine Minderheit in der IT-Branche

Schon während der Schulzeit hat sie freiwillig ein Schülerkolleg am Hasso-Plattner-Institut besucht, außerhalb des Unterrichtsalltags. Sie nahm ihren eigene Computer auseinander, erforschte ihr Betriebssystem, verlor sich schnell in Zahlenwelten. Lisa Ihde engagiert sich als Mentorin bei Schülercamps und Workshops im Hasso-Plattner-Institut. Auch bei den Branchen-Giganten Mozilla oder Google kümmert sie sich um junge Programmierer.

Ihr MOOC steht allen offen. Besonders möchte sie jedoch Mädchen ansprechen. Hier stimmt das Klischee: Frauen seien immer noch eine Minderheit in der Computer-Branche. „Nur etwa 20 bis 30 Prozent Frauen arbeiten in IT-Berufen.“ In ihrem Studienjahrgang gibt es 90 Männer und 9 Frauen. Das möchte Lisa Ihde aus Oranienburg unbedingt ändern. „Ich möchte Mädchen ermuntern, sich mit Informatik zu beschäftigen.“

Von Marco Winkler

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