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Universität Potsdam verabschiedet Absolventen

Wissenschaft in Potsdam Universität Potsdam verabschiedet Absolventen

Viele der 2500 diesjährigen Absolventen sind genauso alt wie ihre Alma mater: Vor 25 Jahren, am 15. Juli 1991, wurde die Universität Potsdam gegründet. Präsident Oliver Günther zeigte in seiner Ansprache, welchen enormen Weg die noch junge Universität zurückgelegt hat. Festredner Tim Renner sagte, dass die Zeit geradliniger Karriereverläufe wohl zuende sei.

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Feierliche Verabschiedung der Absolventen 2015/2016 der Universität Potsdam an den Kolonaden am Neuen Palais.

Quelle: bernd Gartenschläger

Potsdam. Eine Gemeinsamkeit mit ihrer Alma mater hat die künftige Ernährungswissenschaftlerin Hedwig Zuberer: Sie ist 25 Jahre alt und damit genauso alt wie die Universität Potsdam, die am Freitag, 15. Juli 2016, auf den Tag genau vor 25 Jahren gegründet wurde. Insofern war auch die feierliche Verabschiedung der insgesamt 2500 Absolventen dieses Jahrgangs vor der Kulisse der Kolonnaden der Communs nicht nur für Hedwig Zuberer, die am 5. August ihre letzte Prüfung abschließen wird, etwas Besonderes.

Aus kleinen Anfängen heraus habe sich die noch junge Universität zu einer forschungsstarken Einrichtung mit exzellenter Lehre entwickelt, lobte Präsident Oliver Günther vor den rund 320 mit ihren Eltern, Freunden und manchmal sogar schon Kindern zur Feier gekommenen Absolventen die Einrichtung. Zuberer kann das bestätigen. Vor drei Jahren brach sie vom fernen Freiburg im Breisgau Richtung Potsdam auf. „Es war die einzige rein forschungsorientiere Universität in den Ernährungswissenschaften“, sagt sie. Bereut hat die junge Frau den Schritt nicht. „Ich fand die Lehre sehr gut.“ In kleinen Seminaren sah sie sich ausgezeichnet betreut. Und auch die Stadt Potsdam sei toll. Insgesamt ist sie so zufrieden mit ihren Erfahrungen, dass sie auf jeden Fall auch in Potsdam ihren Master machen will.

Solche Begeisterung für die eigene Hochschule zeichnet sich auch im Engagement der Studierenden ab. Günther erwähnte in seinem Grußwort die sogenannte „Law Clinic“, in der Jurastudenten Flüchtlinge rechtlich beraten. Außerdem erteilten diese den „Refugees“ auch Sprachkurse. Nicht nur an den Flüchtlinge, auch an den Studierenden selbst zeige sich, dass Vielfalt die große Herausforderung einer Universität von heute sei. „50 Prozent eines Jahrgangs streben an die Hochschule. Die Heterogenität ist enorm“, so Günther. Hochschulen könnten diese Vielfalt nur durch eigene Vielfalt und die richtigen Angebote bewältigen. Bei knappem Budget sei es manchmal schwer, so geforderte Lehre und Spitzenforschung unter einen Hut zu bringen, sagt Günther.

Aber nicht nur das Studium, vor allem das Leben der jetzigen Absolventen werde sich ändern, kündigte der Festredner des Tages, der Berliner Staatssekretär für kulturelle Angelegenheiten beim Regierenden Bürgermeister, Tim Renner, an. „Ihre Eltern sind früher meist ein Leben lang in ihrer Profession geblieben. Sie können davon ausgehen, dass sie in ihrem Leben mehrere Jobs haben werden.“ Der Journalist, Musikproduzent, Autor und jetzige Politiker weiß, wovon er spricht, wenn er die jungen Leute auf „disruptive Lebensläufe“ vorbereitet. Nur um eines beneidet er sie: dass sie einen Hochschulabschluss haben, den er, der Studienabbrecher, nicht vorweisen könne. Er hoffe aber, dass viele der Absolventen später selbst in Festreden sagen könnten, sie hätten sich mit ihren in Potsdam erworbenen Fähigkeiten gesellschaftlich eingesetzt und fühlten sich wohl dabei.

Einige konnten das schon am Donnerstag von sich behaupten. Die Doktorandinnen Susann Fayyaz und Lena Jäger sowie der hochbegabte chilenische Austauschstudent Eduardo Andrés Martinez Valdés haben schon erfolgreich in Fachjournalen publiziert. Dank der ihnen verliehenen Preise dürfte ihnen der von der Bläserphilharmonie buchstäblich mit „Pomp and Circumstance“ begleitete Festakt in bester Erinnerung bleiben.

Von Rüdiger Braun

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