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Vom Baby bis zur Weltraummission

Wissenschaftscampus Golm wächst weiter Vom Baby bis zur Weltraummission

Ausbau, Preise und entscheidende Fortschritte in der Forschung prägten das zu Ende gehende Jahr im Wissenschaftscampus Golm. Vom eigenen Labor für die Erkundung der kognitiven Welt von Kleinkindern über andersartige Pflanzen zur Verbesserung der globalen Ernährung bis zum Griff zu den Sternen war alles dabei.

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Baby-Blicke offenbaren viel. Im Baby-Lab der Uni in Golm sollen sie Anhaltspunkte über die Sprachentwicklung geben.

Quelle: uni

Potsdam. In mancherlei Hinsicht ein neues Kind geboren, wurde im vergangenen Sommer im Potsdamer Wissenschaftspark Golm. Für das sogenannte Baby-Lab öffneten sich die Pforten an der Universität dort im Juli. Im neuen von der Deutschen Forschungsgemeinschaft geförderten interdisziplinären Wissenschaftler-Team wird untersucht, welche kognitiven und neuronalen Mechanismen der sprachlichen und sozial-psychologischen Entwicklung von Kindern in den ersten Lebensjahren zugrunde liegen. Kamera-Beobachtung oder Instrumente der Blickrichtungsverfolgung sollen einiges der verborgenen Gedankenwelt von Kleinkindern offenbaren.

Das Baby-Lab ist nur eines von zahlreichen neuen Laboren, zukunftsweisenden Projekten, spektakulären Forschungsergebnissen oder Preisen, die 2015 in Golm Aufsehen erregt haben. Mit 7000 Studierenden der Mathematisch-Naturwissenschaftlichen und der Humanwissenschaftlichen Fakultät der Uni, fünf Instituten sowohl der Max-Planck- als auch der Fraunhofer-Gemeinschaft sowie dem Gründerzentrum Go In ist der inmitten von Wiesen und Weiden liegende Wissenschaftspark der größte der Region und konnte seit Januar noch erheblich zulegen.

Komplex für Biomolekulares

Eine neue Abteilung für Biomolekulare Systeme des Direktors am Max-Planck-Institut für Kolloid- und Grenzflächenforschung (MPIKG) Peter Seeberger hat im 20 Millionen Euro teuren Erweiterungsbau Platz gefunden, der im September eingeweiht wurde. Seeberger steht auch für die zukunftsweisende Entwicklung einer kostengünstigeren Produktionsmethode für Arzneien, die am MPIKG 2015 entwickelt wurde.

Erst im Oktober eröffnete die Uni ihr neues Gebäude für die Inklusionspädagogik. Sechs Professuren sowie die Forschungsgruppe Heterogenität haben neue Arbeitsräume sowie ein Labor in dem 5,1-Millionen-Euro-Trakt erhalten. Im April wurde das neue Zentrum für Lehrerbildung und Bildungsforschung eröffnet. Auch das Max-Planck-Institut für Kolloid- und Grenzflächenforschung konnte die Einweihung einen neuen Komplexes feiern.

Serie für Unternehmen

Eine Demonstrationsanlage zur Serienherstellung biotechnologischer Produkte wie Proteine, Reagenzien zum Stoffnachweis und anderen teuer zu produzierenden Materialien wurde im Juni am Fraunhofer-Institut für Zelltherapie und Immunologie (IZI) eröffnet. Fünf Millionen Euro wurde in die Produktionsstrecke investiert, die kleinen Biotech-Firmen den Weg zur kostengünstigen industriellen Fertigung weisen soll.

Ein anderes im Sommer gestartetes Projekt wird sich dagegen erst in Zukunft im Wissenschaftspark baulich widerspiegeln. Uni-Präsident Oliver Günther und der Chef des Fraunhofer-Instituts für Angewandte Polymerforschung (IAP) Alexander Böker starteten einen neuen Forschungsverbund für Integrationsmaterialien, die als Verarbeitungsstoffe biologische und physikalisch-chemische Funktionen gleich mitbringen.

Vögel auf Galapagosinseln

Mit einer Studie über die Entwicklung der Artenvielfalt unter den Vögeln auf den Galapagosinseln über Millionen von Jahren hat der Uni-Evolutionsbiologe Luis Valente Aufsehen erregt. Seine auf die Erbgutinformationen anwendbare Methode hat die Jury des brandenburgischen Postdoc-Preises überzeugt. Valente steht für eine beeindruckende Reihe von Golmer Wissenschaftlern, die 2015 mit wichtigen Preisen geehrt wurden.

Erfolge in Sachen Ernährung und Gesundheit konnte indes das Max-Planck-Institut für molekulare Pflanzenphysiologie (MPIMP) feiern. So wurden Proteine identifiziert, die einem Ertragsverlust von Pflanzen bei Salzstress entgegenwirken könnten, der weltweit ein Fünftel der landwirtschaftlichen Flächen bedroht. Neuartige Enzyme sind in Reisgewächsen platziert worden, um über eine andere Art der Photosynthese im Zuge des Klimawandels ausreichende Erträge zu erzielen. Neu entwickelte Tomaten entstanden in den Zuchthäusern des Instituts, die medizinische Wirkstoffe im industriellen Maßstab produzieren könnten.

Licht im Wandel

Mit Markus Gühr nimmt das private Stiftungswesen an der Potsdamer Uni weiter Gestalt an. Der Physiker (zuletzt Stanford-Universität/USA) hat im April eine „Lichtenberg-Professur“ der Volkswagen-Stiftung erhalten. Das 1,3 Millionen Euro teure Projekt dient der Erforschung der Wechselwirkung von Molekülen mit Licht. Je nach Beschaffenheit sind die Teilchen in der Lage, Licht in andere Energieformen umzuwandeln.

Die Kollegen des MPI für Gravitationsphysik griffen zu den Sternen: Im September wurde ein vom MPI entwickelter Detektor in den USA für die Suche nach von Einstein beschriebenen Schwerkraftwellen in Betrieb genommen. Erst kürzlich startete die am Institut konzipierte Raumsonde Lisa Pathfinder in gleicher Mission ins All.

Von Gerald Dietz

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