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Potsdam ist Stadt der Uni-Pendler

Studentischer Alltag Potsdam ist Stadt der Uni-Pendler

Studentischer Wohnraum in Potsdam ist knapp. Die Mehrzahl der Studenten pendelt jeden Morgen von Berlin aus zum Hörsaal und kehrt am Abend der Stadt genauso schnell den Rücken. Asta und Mieterverein fordern mehr Wohnheimplätze.

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Pendeln mit Bus und Bahn.

Quelle: MAZ/Archiv

Potsdam. Eigentlich könnte Potsdam eine typische Studentenstadt sein, wie es beispielsweise Göttingen oder Heidelberg sind. Die hiesige Alma Mater ist zwar nicht so alt und traditionsreich, aber die Größenordnungen stimmen überein. Knapp 25 000 Studierende in einer 161 000-Einwohner-Stadt, das sind ähnliche Zahlen wie in den typischen Unistädten.

Mehrheit wohnt in Berlin

Knapp 25 000 Studierende sind an Potsdamer Hochschulen eingeschrieben, davon 20 400 an der Universität Potsdam, 3400 an der Fachhochschule (FH) und 600 an der Filmuniversität.

56 Prozent wohnen in Berlin , 24 Prozent in Potsdam, so Zahlen der FH. Die Uni hat keine aktuellen Daten, laut Asta aber Zahlen in gleicher Größenordnung. Die Filmuni meldet 81 Prozent Berliner und 16 Prozent Potsdamer.

Aber die entsprechende Szene mit Kneipen und Clubs für Akademiker ist viel kleiner als am Neckar oder am Harzrand. „Potsdam ist keine Studierenden-Stadt“, urteilt Florian Görner von der Studentenvertretung der Uni Potsdam. Der Grund ist für ihn klar: Nur etwa jeder vierte, der an einer Potsdamer Hochschule eingeschrieben ist, wohnt auch in der Stadt. Die Mehrzahl dagegen pendelt jeden Morgen von Berlin aus zum Hörsaal und kehrt am Abend der Stadt auch genauso schnell wieder den Rücken. Kulturleben findet für sie in der Metropole Berlin statt, nicht in Potsdam.

Für Asta-Vertreter Görner ist das bedauerlich. Sicher sei für viele das Wohnen in Berlin attraktiv. „Aber viele würden auch gerne auf die Pendelei verzichten“, betont er. Voraussetzung wäre, dass sie hier bezahlbaren Wohnraum fänden. Doch der ist Mangelware. Mit nur 2300 Wohnheimplätzen wird nur für 9,6 Prozent der Studierenden ein Platz geboten. Das liegt deutlich unter dem Bundesdurchschnitt von 12 Prozent. Auch wenn gerade für den Campus Golm ein 15 Millionen Euro teurer Wohnheimneubau angekündigt wurde, wird sich daran so schnell nichts grundsätzlich ändern. „Wir brauchen mehr Wohnheimplätze und mehr sozialen Wohnraum“, fordert daher Görner.

Auch aus Sicht des Mietervereins Potsdam haben es Studenten auf dem immer teurer werdenden Potsdamer Wohnungsmarkt schwer. Eine Mietpreisbremse sei gerade in Universitätsstädten wichtig, sagt der stellvertretende Vorsitzende Rainer Radloff. „Bei Studenten gibt es einen besonders häufigen Mieterwechsel“, erklärt er. Das könne von den Eigentümern zu Mieterhöhungen genutzt werden. Besonders für sehr kleine Zimmer würden oft horrende Quadratmetermieten verlangt, was insgesamt das Mietenniveau in der Stadt nach oben treibe. Radloff sieht auch die Landesregierung in der Pflicht.

„Das Land muss der Kommune mehr Geld zur Verfügung stellen, um Wohnungen für Studenten zu bauen“, verlangt er. Insgesamt sieht der Mieterlobbyist Potsdam in dieser Frage allerdings auf gutem Weg. „Die Probleme sind erkannt und werden angegangen, wenn auch etwas langsam“, urteilt er. Bei der städtischen Pro Potsdam würden jedenfalls inzwischen schon mehr speziell für Studierende zugeschnittene Wohnungen angeboten.

Von Ulrich Nettelstroth

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