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Aus Wulfersdorf zum Berliner Großflughafen

Regionaler Touristiker Aus Wulfersdorf zum Berliner Großflughafen

Nicht nur für Urlauber aus anderen Regionen, sondern auch für die hiesigen Radfahrer organisiert der Wulfersdorfer Radveranstalter Günter Lutz spannende Ausflugspakete. Möglich sind Touren durch die Kyritz-Ruppiner Heide, aber auch ein Abstecher zum Großflughafen BBI, wo auf der verwaisten Startbahn geradelt werden kann.

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Günter Lutz und das nagelneue „fette Fahrrad“, das „Fatbike“ für die Heide.

Quelle: Claudia Bihler

Wulfersdorf. Das Telefon klingelt, und dann steht Günter Lutz, Fahrradtouren-Veranstalter aus Wulfersdorf vor einem kurzfristigen Problem: Eine seiner Radlergruppen kommt im vorgebuchten Hotel in der Uckermark an, aber das Restaurant hat geschlossen. Wenn er der Typ dafür wäre, würde er sich richtig ärgern, denn die Radler mal eben mit einem Lunchpaket zu versorgen, ist angesichts der Entfernung kaum möglich. So aber zeigt er nur den Anflug eines Grummelns und sagt: „Das kann doch nicht wahr sein, das Hotel weiß, dass zehn Gäste angemeldet sind, und die machen das Restaurant zu.“ Dann greift er zum Telefon und bestellt ein Taxi für seine Gäste, damit die nach einem Tag auf dem Rad noch etwas zu essen in den Magen bekommen – irgendwo in einem Dorf in einem abgelegenen Teil Brandenburgs. Denn schließlich soll alles glatt laufen für die Radfahrer, für die er eine mehrtägige Tour organisiert hat.

Günter Lutz organisiert Touren auf dem Elbe-Müritz-Rundweg

Seit 2009 ist Lutz Veranstalter von Fahrradtouren: Ursprünglich angefangen hatte er einmal damit, Touren auf der Fahrradroute Bischofstour zu veranstalten. Übernachtungen und Fahrräder hat er organisiert, und zudem ein Programm für die Radler entworfen: „Die Leute möchten ja nicht nur übers flache Land fahren, sondern auch ein bisschen was erleben.“ Dann kam der Elbe-Müritz-Rundweg dazu, der mit seinen 414 Kilometern Länge einen Organisator vor größere Herausforderungen stellt. „Der ist bei meinen Gästen nach wie vor sehr beliebt“, meint Lutz, der für die Touren nicht nur Hotels, Versorgung und Unterhaltung vorbereitet, sondern auch dafür sorgen kann, dass seine Gäste die entsprechenden Fahrräder vorfinden, mit denen sie auf den Rundkurs ums größte deutsche Binnengewässer gehen.

Ein paar Fahrräder, auch ein Elektro-Bike, hat er im eigenen Bestand. Werden mehr benötigt, arbeitet er mit lokalen Fahrradvermietern zusammen: „Früher brauchte man Beziehungen, heute nennt man es Netzwerk. Gegeneinander zu arbeiten, hilft auf jeden Fall niemandem, nur zusammen kann man alle Angebote vorhalten.“

Immer neue Touren kommen hinzu, vor allem auch selbst entworfene. Dabei hilft dem Veranstalter in den Landkreisen Ostprignitz-Ruppin und in der Prignitz die Knotenpunktregelung, für die der Tourismusverband Prignitz bereits vom Allgemeinen Deutschen Fahrradclub und vom Wirtschaftsminister des Landes Brandenburg ausgezeichnet wurde: Die Radfahrer werden logisch nachvollziehbar und unkompliziert von Punkt zu Punkt geleitet. „Dort, wo es die Knotenpunktregelung nicht gibt, ist die Ausschilderung mitunter katastrophal“, sagt Lutz.

Zu 90 Prozent ist er die Strecken schon selbst geradelt, die er anbietet. Vor allem die kleineren, weniger befahrenen Routen: „Die ganz großen Wege, auf denen Hunderte von Fahrern unterwegs sind, die sind einfach gut, da muss ich nichts überprüfen.“ Teilweise wird er auch als Guide engagiert. So hat er beispielsweise kürzlich einen Lehrgang zum zertifizierten Landschafts- und Naturführer absolviert, und kann entsprechende Touren jetzt auch in der Kyritz-Ruppiner Heide anbieten. Das steht dann ab September auf dem Programm, dann nämlich, wenn das Heidekraut blüht. Die Heide kann per Kremser, als Wanderer oder auch als Reiter besucht werden. „Ich glaube aber, dass es Interessenten gibt, die sie auch mit dem Fahrrad erkunden möchten“, ist sich Lutz sicher. Und weil sich normale Fahrräder und Pferde auf einem Sandweg eher ausschließen, hat er sein Sortiment an Fahrrädern aufgestockt. Das funkelnagelneue Fatbike mit seinen Mopedreifen steht noch teilweise eingepackt auf dem Hänger und wartet auf den ersten Nutzer: „Wesentlich schwerer als ein normales Rad ist das nicht“, sagt Lutz, „und es fährt sich ganz einfach.“

Wulfersdorfer offeriert auch Touren für heimische Radler

Während sich viele Angebote in seinem Sortiment vor allem auch an überregionale Gäste richten, will der Wulfersdorfer aber auch interessante Ausflüge für die Prignitzer bieten: „Wer also hier schon alles abgeklappert hat, kann an unseren Ausflügen teilnehmen.“ Vor kurzem hat er einen Ausflug nach Wismar vorbereitet: „In meinen Bus finden acht Gäste Platz, die Fahrräder transportiere ich auf dem Anhänger.“ Nach einer Stadtrundfahrt in Wismar gab’s dann noch einen Ausflug auf die Insel Poel. „Wer möchte, kann dabei durchaus auch eigene Ideen umsetzen. Das gilt übrigens nicht nur für Radfahrer, sondern auch für diejenigen, die lieber mit dem Paddelboot unterwegs sind: „Wenn ich so eine Tour organisiere, dann bin ich immer da, wenn ein Boot umgesetzt werden muss.“

Vorstellen kann er sich dazu Vieles. Unter anderem einen Ausflug zum nach wie vor nicht eröffneten Flughafen Berlin-Brandenburg, sagt Günter Lutz und schmunzelt: „Da kann man dann auf der Startbahn Fahrrad fahren.“ Neben allen diesen Aktivitäten kann man sich an ihn auch dann wenden, wenn man seine Urlaubsreise nicht übers Internet buchen will: Wie in einem Reisebüro berät er Kunden daheim oder auch an einem anderen Treffpunkt. „Möglich ist dabei wie in einem klassischen Reisebüro alles – von der Pauschalreise nach Mallorca bis hin zum Besuch einer norwegischen Ölplattform.“

Von Claudia Bihler

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