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Brandenburger fahren zum Angeln weit raus

Angeln im Dorschrevier Dänemark Brandenburger fahren zum Angeln weit raus

Norwegen? Nicht in diesem Jahr. Für einige Brandenburger ging es jüngst nach Bornholm – auf Dänemarks östlichste Insel. Bei der Überfahrt sind die Skeptiker noch in der Mehrheit. Doch dann wird der Angeltrip zur Kraftprobe für Anglerarme, Ruten und Rollen.

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Bornholm.  Dieses Jahr nicht nach Norwegen. Dafür Bornholm. Ob das gut geht? Bei der Überfahrt sind die Skeptiker in der Mehrheit. Die Ostsee tobt sich bei Windstärke 8 an der Mole von Hasle aus. In sicherer Entfernung von den sturmumtosten Granitblöcken hat die Triton IV im Hafenbecken des dänischen Städtchens festgemacht. Der erste Angeltag beginnt mit einer Riesenenttäuschung: Die Dorsche bleiben vorerst unbehelligt. An ein Auslaufen ist nicht zu denken. Kapitän Jürgen Krause behält die Ruhe. Raues Wetter ist an Bornholms Westküste nicht ungewöhnlich. Der aus Wolgast stammende Seemann vertröstet auf den Nachmittag.

Vier Monate in Hasle

Von März bis Juni hat die 1994 in Dienst gestellte Triton IV ihren Liegeplatz in Hasle, sechs Kilometer nördlich der Inselhauptstadt. Die Fahrtdauer beträgt drei Tage. Übernachtet wird an Bord im Hafen.

300 Euro lautet der Preis für die Tour inklusive Vollpension. Dazu müssen Angler die Kosten für die Fährüberfahrt ab Sassnitz rechnen. Die anderen Monate im Jahr geht der Kutter von Sassnitz aus auf Fischfang.

Die MS Triton IV wurde als Neubau speziell zum Hochseeangeln konstruiert und im dänischen Sakskobing gebaut. Um das Essen kümmert sich Kapitän Jürgen Krause. An Bord geht es gemütlich zu, aber es kann eng werden. Der Fang wird an Land eingefroren.

2 Meter beträgt der Tiefgang des Schiffes. Es ist 11,5 Meter lang und 4,1 Meter breit.

Kontakt: 03836/602491 oder an Bord 0171/4329673.

Voraussetzung für das Angeln in Dänemark ist ein staatlicher Angelschein. Dieser ist Pflicht für alle Sportangler zwischen 18 und 67 Jahre. Für eine Woche kostet der Angelschein 75 Dänische Kronen. Das sind etwa zehn Euro. Von Deutschland aus kann man den Angelschein online bestellen unter www.fisketegn.dk

Für Hochseeangler an Norwegens einsamer Atlantikküste bedeutet Sturm in der Regel verlorene Zeit. Nicht so auf Dänemarks östlichster Insel. Wetterbedingter Ausfall lässt sich auf Bornholm ohne Probleme sinnvoll kompensieren. Ein halber Tag reicht, um das nur 40 Kilometer lange Eiland im Schnelldurchlauf kennenzulernen.

Schöne Strände

 Von Hasle ist es nicht weit zur Festung Hammerhus, der größten Burgruine Nordeuropas. Dabei immer das Meer im Blick, um bei abflauenden Wind schnell die Rückkehr in den Hafen antreten zu können. Wenn gar nichts hilft die Ostküste hinunter. Die bunten Städtchen Allinge, Gudhjem und Svaneke sind eine Augenweide. Tief im Süden schlagen selbst traurige Anglerherzen höher. Die Dünenstrände von Dueodde gehören zu den schönsten Baderevieren Europas. Zum Abschluss Visite in einem Wahrzeichen Bornholms – der Rundkirche von Nyker. Errichtet aus Bornholmer Granit und deshalb bis heute in tadellosem Zustand. Der eigentliche Grund des dreitägigen Urlaubs ist fast in Vergessenheit geraten. Bornholm macht auch ohne Fisch am Drilling gute Laune.

Krause weiß, wo der Dorsch steht

Wir, eine Gruppe Brandenburger Angler, haben Glück. Das Wetter beruhigt sich. Es geht tatsächlich noch raus. Kapitän Krause hält die Nase in den Wind, als könne er den Fisch riechen. Irgendwas muss dran sein an den Legenden um den ehemaligen Fregattenkapitän, der manchmal knorrig wirkt, aber eine grundehrliche Haut ist. Der Mann weiß, wo der Dorsch steht. Eine Kutterstunde vor Hasle der erste Stopp. Das Echolot hat’s verraten. Und schon schepperts am Gerät. Kaum eine Rute an Bord bleibt gerade.

Ganz entspannt

Ganz entspannt: Auch Kapitän Jürgen Krause von der Triton IV greift gern zur Angel.

Quelle: Frank Bürstenbinder

 In gut 40 Meter Tiefe fallen reihenweise stramme Dorsche auf unsere Kunstköder herein. Bei immer noch starker Drift erweisen sich 200- bis 300-Gramm-Pilker als Klassiker. Auch die japanroten Beifänger sind immer für eine Überraschung gut. Der Kapitän angelt bei geöffneter Tür zum Steuerstand mit. In Reichweite ein Gaff für dicke Brocken. Krause kann schon mal barsch werden, wenn sich Gäste allzu ungeschickt anstellen. Dann wieder ein herzliches Schulterklopfen unter Männern: „Gut gemacht Junge!“ Es ist ein Angeln ohne Experimente. In den Kisten landen Exemplare von 50 bis 70 Zentimetern Länge. Keine Rekorde, aber gerade richtig zum Filetieren an Land.

Volle Kisten

Der zweite Tag wird zur Kraftprobe für Anglerarme, Ruten und Rollen. Windstärke 3. Die Sonne lacht. Der Kapitän schnalzt mit der Zunge. Ein gutes Zeichen? Krause nimmt mit der nur elfeinhalb Meter langen Triton IV Kurs auf ein Wrack westlich von Hasle. Eine Chance, die sich nicht jeden Tag bietet. Volltreffer! Unter dem Kutter ziehen Dorschwärme in einer Stärke vorbei, wie man sie an der westlichen Ostsee nur noch vom Hörensagen kennt. Tiefe: 45 Meter. Jeder Wurf bringt Bisse. Sieben schweißgebadete Angler pumpen um ihr Leben. Der Lohn nach harter Arbeit auf See: Drei Stunden Filetieren am Pier von Hasle. Der dritte und letzte Törn ist nicht weniger aufregend. Wir fangen wie verrückt und brechen wegen voller Kisten vorzeitig ab. Beim Abschiedsbier sind wir uns mit Kapitän Krause einig: Es muss nicht immer Norwegen sein.

Fisch des Jahres

„Fisch des Jahres 2015“ ist eine Gemeinschaftsaktion der Märkischen Allgemeinen, des Landesanglerverbandes Brandenburg und des Angelfachgeschäftes Angeljoe in Potsdam, Neuruppin und Berlin. Es geht um die längsten gefangenen Fische von Aal bis Zander.

Dabei gibt es eine Sonderkategorie: deutsche Ostsee und Boddengewässer. Die von dort gemeldeten Fische müssen von Brandenburger Anglern gefangen worden sein. Bitte beachten Sie die bestehenden Schonzeiten. Fänge möglichst aktuell melden, so können wir unser monatliches Ranking erstellen.

Die Gewinner können sich auf attraktive Preise und ein Grillfest mit Angeln im Frühjahr 2016 freuen. Außerdem verlosen wir unter allen Teilnehmern Gutscheine für hochwertige Angelausrüstungen.

Gewertet werden spektakuläre Fänge bis 31. Dezember 2015. Wer teilnehmen möchte, sollte Namen, Adresse, Telefonnummer, Fischart, Länge, Gewicht, Fangdatum und -ort sowie den Namen eines Zeugen einsenden. Erforderlich ist ein Foto mit Zollstock neben dem Fisch. Gewertet werden Fische aus Brandenburger Gewässern.

Senden Sie Ihre Fotos bitte an folgende Adresse:

MAZ – „Fisch des Jahres“,
Friedrich-Engels-Straße 24
14473 Potsdam
oder als E-Mail an fischdesjahres@MAZ-online.de

Von Frank Bürstenbinder

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