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Radwege: Kennen Sie Problemstellen?

Tourismus in Brandenburg Radwege: Kennen Sie Problemstellen?

Mit seinen 11.000 Kilometern touristischer Radwege zählt Brandenburg zu den beliebtesten Reisezielen für Pedaleure in Deutschland. Doch vielerorts bröckelt der Asphalt, die kaufkräftigen Touristen könnten bald wegbleiben. Die landeseigene Tourismusvermarktung will die Qualität der Wege sichern – und hofft dabei auf die Hilfe der Radfahrer.

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Am Scheideweg: Brandenburg muss in sein marodes Radwegenetz investieren, um zahlungskräftige Touristen nicht abzuschrecken.

Quelle: dpa

Potsdam. Schlaglöcher, Wurzelaufbrüche oder abrupt endende Ausbaustrecken: Auf den 11.000 touristischen Radwegkilometern in Brandenburg läuft bei weitem nicht alles rund – das bekommen nicht nur Touristen, sondern auch radelnde Märker immer wieder zu spüren. Brandenburgs Cheftouristiker setzen jetzt auf die Macht der vielen bisher unerhörten Pedaleure – und rufen Touristen wie Einheimische dazu auf, über das Internet die wunden Punkte im verzweigten brandenburgischen Radwegenetz zu melden.

40000 Bürgerhinweise eingegangen

„Radfahren ist für unsere Urlauber besonders wichtig“, sagte Dieter Hütte, Geschäftsführer der Tourismus-Marketing Brandenburg GmbH (TMB), am Montag anlässlich der Ankündigung eines neuen, „unkomplizierten Instruments“, das mittlerweile ein altbekanntes sein dürfte: Der „Maerker“, eine Art Meckerportal für allerlei kommunale Missstände wie Müll, Lärm und defekte Straßenlaternen, öffnet sich für die Probleme der Radfahrer. Demnächst können Nutzer des Portals, das auch per Smartphone-App erreichbar ist, in der eigens geschaffenen Kategorie „touristische Rad- und Wanderwege“ Einträge verfassen.

Fünf Jahre nach Start des Portals sind ungeachtet der biederen Anmutung mittlerweile schon 40.000 Bürgerhinweise auf maerker.brandenburg.de eingegangen. Die Zahl der sich beteiligenden Kommunen ist auf 80 angewachsen. Sie haben sich freiwillig darauf verpflichtet, die digitalen Eingaben innerhalb von drei Tagen zu beantworten – und die Missstände bestenfalls auch zu beseitigen. Damit kein Radweg-Hinweis ins Leere geht, sollen für bislang unbeteiligte Kommunen die zuständigen regionalen Tourismusgesellschaften einspringen.

Wirtschaftsministerium sieht Handlungsbedarf

Darum geht es den Touristikern um TMB-Chef Hütte: kaufkräftige Kundschaft und brandenburgische Bürokratie optimal zu verdrahten. Hier die immer anspruchsvolleren Radtouristen, die dem Land jährlich 850 Millionen Euro an Umsatz bescheren, da die Kommunen, die dafür verantwortlich sind, die mehrheitlich in den 90er und frühen 2000er Jahren entstandenen Radpisten nicht weiter vor sich hin verfallen zu lassen.

Auch das Wirtschaftsministerium sieht Handlungsbedarf: Im November soll eine Richtlinie in Kraft treten, die den Kommunen bis 2020 circa 40 Millionen Euro Fördergeld für Investitionen ins touristische Radwegenetz bereitstellen wird.

Die „Maerker“-Offensive ist Teil eines neuen Qualitätsmanagements, dem sich die TMB verschrieben hat. Bislang zertifizierte der Allgemeine Deutsche Fahrrad-Club (ADFC) die Routen. Die Partnerschaft ruht vorerst. Kürzlich ist Brandenburg in der ADFC-Radreiseanalyse unter den beliebtesten Zielregionen in Deutschland vom zweiten auf den sechsten Platz abgerutscht. Die Grünen im Landtag fordern deshalb Investitionen in die Infrastruktur und bessere Regionalbahnangebote.

Von Bastian Pauly

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