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Gedränge ein Paradies für Taschendiebe

Die Tricks der Langfinger Gedränge ein Paradies für Taschendiebe

Menschenmassen locken tausende Besucher an. Dicht an dicht schlängeln sich die Menschen aneinander vorbei. Mittendrin die Taschendiebe. Sie haben oft leichtes Spiel. Doch wenn man die Tricks der Taschendiebe kennt, kann man seine Wertsachenetwas besser schützen.

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Quelle: dpa

Potsdam. Im dichten Gedränge auf dem Weihnachtsmarkt, im Konzert oder der großen Silvesterparty am Brandenburger Tor zwischen vielen Menschen haben Taschendiebe oft leichtes Spiel. Wer dabei seine Wertsachen nur unzureichend schützt, kann schnell zum Opfer der Taschendiebe werden.

Zahlen der Polizeilichen Kriminalstatistik

Insgesamt hat die Zahl der Taschendiebstähle weiter zugenommen: Während im Jahr 2013 in Deutschland rund 135.617 Taschendiebstähle angezeigt wurden, waren es 2014 schon 157.069 Fälle, wie aus einer Kriminalstatistik der Polizei hervorgeht. Im vergangenen Jahr entstand so ein Schaden von 45,9 Millionen Euro.

Tipps der Polizei

Darauf macht die Polizeiliche Kriminalprävention der Länder und des Bundes aufmerksam und gibt Weihnachtsmarkt-Besuchern ein paar Tipps:

Im Geldbeutel nur das Wichtigste aufbewahren: EC- oder Kreditkarten besser zuhause lassen. Wenn sie doch benötigt werden, ist es sinnvoll, sie - genau wie den Ausweis - in verschiedenen Innentaschen der Jacke oder des Mantels direkt am Körper aufzubewahren. Beim Bargeld nur so viel bei sich tragen, wie für den Weihnachtsmarktbesuch gebraucht wird.

Taschenverschlüsse im Blick behalten: Idealerweise die Tasche dicht an den Körper drücken - mit der Seite nach innen, an der sich der Reißverschluss oder der Druckknopf befindet. Darauf achten, dass die Tasche stets geschlossen ist.

Bei Gedränge besonders wachsam sein: An einer engen Stelle oder wenn viele Menschen dicht nebeneinanderstehen, lohnt es sich, besonders auf die Wertsachen zu achten. Denn häufig sind mehrere Personen an einem Diebstahl beteiligt - einer, der das Opfer ablenkt, ein anderer, der die Tasche wegreißt und ein Dritter, der dann mit der Tasche in der Menschenmenge untertaucht.

Die Tricks der Diebe

Zumeist gehen Taschendiebe in Teams von mehreren Tätern arbeitsteilig vor. Das Repertoire der Taschendiebe ist äußerst umfangreich, fast täglich werden neue Finessen bekannt. Da der Ideenreichtum der Täter keine Grenzen kennt, werden hier nur einige aktuelle Beispiele zur Vorgehensweise von Taschen- und Trickdieben dargestellt.

Die Bundespolizei hat sich die Tricks der Langfinger seit Jahren ganz genau angeschaut. Hier eine Übersicht:

Einsteigehilfe

Reisende mit Gepäck auf Bahnhöfen aufgepasst. Nicht jeder, der Hilfe anbietet Gutes im Sinn. Trickdiebe haben eine (leider) bewährte Masche: Ein Täter zeigt sich hilfsbereit und trägt die Reisetasche in den Zug. Dort eilt er voraus oder erzeugt einen künstlichen Stau. Ein Komplize vergreift sich derweil an der Umhänge- oder Handtasche des Opfers.

Drängel-Trick

Obacht im Gedränge: Hier operieren oft zwei Täter. Einer bleibt plötzlich stehen, lässt das „Opfer“ auflaufen. Ein Mittäter nutzt die Konfusion und bestiehlt das ahnungslose Opfer.

Schläfer-Trick

So mancher Nachtschwärmer hat am Wochenende zu tief ins Glas geschaut und nutzt die Bahn- oder Busfahrt für ein Nickerchen. Eine Einladung für Taschendiebe. Oft warten sie gezielt an Haltestellen auf „müde“ Heimkehrer.

Rolltreppen-Trick

Der Drängel-Trick mit technischer Unterstützung: Ein Taschendieb stellt sich auf der Rolltreppe hinter sein Opfer. Ein Komplize betätigt den Nothalt der Rolltreppe. Durch das ruckartige Stehenbleiben der Rolltreppe wird der Griff in die Tasche kaum bemerkt.

Bettel-Trick

Miese Masche: Angeblich taubstumme Kinder bitten um eine Spende. Während das Opfer bereitwillig nach Kleingeld im Münzfach sucht, zieht der Täter abgedeckt durch das Pappschild die Banknoten aus dem Scheinfach oder greift unbemerkt in die offene Handtasche.

Beschmutzer-Trick

Eine beliebte Masche ist das Bekleckern von Kleidung. Gerne wird das potenzielle Opfer nach dem Geldabheben am Automaten unbemerkt mit einer Flüssigkeit oder Soße bekleckert. Der Täter und seine Komplizen zeigen sich dann schnell „hilfsbereit“. Beim wortreichen Reinigungsversuch verschwindet das zuvor abgehobene Geld.

Stadtplan-Trick

Hierbei spekuliert der Dieb auf die Hilfsbereitschaft der Ortskundigen. Das potenzielle Opfer wird unter Vorhaltung eines Stadtplans nach dem Weg gefragt. Während das Opfer die Karte in die Hand nimmt und dem vermeintlichen Ortsunkundigen den Weg zeigen will, greift der Taschendieb zu.

Geldwechsel-Trick

Der Taschendieb bittet das Opfer, Geldscheine in Münzen zu wechseln. Sucht man nach dem passenden Geldstück, lenkt der Taschendieb das Opfer ab, indem er selber mit seinen Fingern im Münzfach wühlt. Schneller als man gucken kann, zieht der geübte Truckdieb unbemerkt Banknoten aus dem Geldscheinfach herausziehen lassen.

Fußball/Tanz-Trick

Vorsicht, wenn man plötzlich von fremden Personen überschwänglich begrüßt, abgeklatscht und in den Arm genommen und ein kleines Tänzchen gewagt wird. Gerne stellen die Diebe ein Bein zwischen das des Opfers, um ihm einen Fußballtrick zu zeigen. Die Wahrscheinlichkeit ist groß, dass man nach diesem Treffen die Geldbörse oder das Smartphone nicht mehr hat.

Restaurant-Trick

Während man ahnungslos in einem Restaurant seinen Hunger stillt, rückt der Dieb von hinten an den Essenden ran und bedient isch in Seelenruhe aus der über der Stuhllehne abgehängten Jacke.

Supermarkt-Trick

Im Supermarkt lassen sich Mittäter eine Bestimmte Ware erklären. Was der hilfsbereite Supermarktkunde nicht ahnt: während der Erklärung wird die Tasche im Einkaufswagen durchsucht und die Geldbörse oder die gesamte Handtasche wechseln den Besitzer.

Schlitzer-Trick

Scharfe Sache: der Taschendieb schlitzt mittels einer präparierte Rasierklinge oder einen ähnlich scharfen Gegenstand die Gesäßtasche auf, wenn sich dort deutlich ein prall gefülltes Portemonaie abzeichnet.

Geldautomaten-Trick / PIN-Ausspähen

Das Opfer wird nach der Eingabe der PIN-Nummer am Geldautomat durch einen der Täter bedrängt oder durch einen Trick abgelenkt. Diese Situation nutzt ein Täter aus, um die eingegebene Geldverfügung abzubrechen, den Betrag zu erhöhen und das ausgezahlte Bargeld zu entwenden.

Ebenfalls beliebt: Die PIN-Eingabe wird beobachtet und dem Opfer nach dem Geldabheben die Geldbörse gestohlen (bspw. „Drängel-Trick“). Mit der erbeuteten EC-Karte geht es zum nächsten Geldautomaten und das Konto wird geplündert.

Polizisten-Trick

Taschendiebe geben sich als falsche Polizisten aus und teilen den Touristen mit, dass Falschgeld im Umlauf ist. Die Taschendiebe lassen sich das Portemonaie geben und überprüfen das Geld. Dass dabei ein Teil der Scheine in den Besitz der falschen Polizisten übergeht, wird meist nicht bemerkt.

Was tun, wenn es doch passiert?

Die Polizei rät, dass man

andere Personen auf den Dieb aufmerksam macht.

andere Personen direkt zur Mithilfe auffordert.

Hilfe organisiert.

sich um das Opfer kümmert.

sich Tätermerkmale einprägt.

sich als Zeuge zur Verfügung stellt.

sämtliche Karten, wenn diese durch Diebstahl oder sonstigen Verlust abhanden gekommen sind, sofort zu sperren.

den Vorfall direkt an die Polizei melden: Hier kann Ihre Debitkarte (z. B. Girocard, früher auch als ec-Karte bezeichnet) durch das so genannte KUNO-Sicherheitssystem zeitnah für das elektronische Lastschriftverfahren, für das nur eine Unterschrift und keine PIN-Nummmer benötigt wird, gesperrt werden.

Im Fall der Fälle sind folgende Informationen besonders wichtig:

Wer meldet den Vorfall?

Was ist passiert?

Wo ist der Vorfall passiert?

Wann ist der Vorfall passiert?

INFO : Der Notruf Ihrer Polizei 110 | Kostenlose Hotline der Bundespolizei 0800 6 888 000

Von MAZonline

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